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SRF-Bestenliste Die besten Bücher im März 2026

Im März bringt die Jury frischen Wind ins Ranking: Beispielsweise mit der Schweizer Autorin Julia Weber, die mit «Weil ich Ruth bin» neu auf dem dritten Platz landet. Fünf aktuelle Titel, die man garantiert nicht verpassen sollte.

5. Son Lewandowski: «Die Routinen» (14 Punkte)

Buchcover mit Turner auf roter Matte und gelbem Text.
Legende: Son Lewandowski: «Die Routinen». 272 Seiten. Klett Cotta Verlag, 2026. Diogenes/SRF

Zählen ist für die Leistungsturnerin Amik Alltag. Sie zählt Übungswiederholungen, Olympia-Jahre und die Gramme auf der Anzeige der Waage. Die Sprünge, die sie vor Publikum in einem glitzernden, hautengen Anzug vollbringt, sollen leicht wirken – anders als die Realität dahinter. Son Lewandowski erzählt in ihrem Debüt von Missbrauch, geraubter Kindheit und Drill bis zur totalen Erschöpfung.

Wie Son Lewandowski in einer kraftvollen, unsentimentalen Sprache die verhängnisvolle Verschränkung von Sport und Politik offenlegt, ist einzigartig.
Autor: Marianne Wille Literaturvermittlerin literaturlabor.com

4. Tove Ditlevsen: «Da wohnt ein junges Mädchen in mir, das nicht sterben will» (18 Punkte)

Buchcover von Tove Ditlevsen, 'Da wohnt ein junges Mädchen in mir'.
Legende: Tove Ditlevsen: «Da wohnt ein junges Mädchen in mir, das nicht sterben will». Herausgegeben und aus dem Dänischen übersetzt von Ursel Allenstein. 188 Seiten. Aufbau Verlag, 2026. Hanser Berlin/SRF

In Dänemark gehören Tove Ditlevsens (1917–1976) autofiktionale Bücher zu den Klassikern. Nun kommen endlich auch Gedichte dazu. «Da wohnt ein junges Mädchen in mir, das nicht sterben will» ist ein Band, in dem jedes Gedicht zu Herzen geht. Klare Sprache, scharfe Beobachtungen. Auf berührende Weise zeigt dieser Band Ditlevsens kräftezehrendes Ringen zwischen Lebenslust und der Sehnsucht nach dem Tod.

Es regt mich unerhört an, wenn ich eine Autorin von einer neuen Seite entdecken darf. Ditlevsens Gedichte zeigen ein Ich, das über die eigene Kindheit nachdenkt, über Liebe und Einsamkeit, Mutterschaft und Scheidung und das ganze Leben, das durch uns hindurchflackert.
Autor: Hildegard E. Keller Autorin und Literaturkritikerin

3. Julia Weber: «Weil ich Ruth bin» (20 Punkte)

Buchcover mit abstraktem Muster und Schriftzug 'Weil ich Ruth bin'.
Legende: Julia Weber: «Weil ich Ruth bin». 464 Seiten. Limmat Verlag, 2026. Diogenes/SRF

Julia Webers Protagonistin Ruth kann Menschen durch Küsse in Tiere verwandeln und mit ihrer Willenskraft Bäume fällen. Dank ihren besonderen Kräften kann sie der Welt und ihren Ungerechtigkeiten anders begegnen. Doch auch Ruth ist mit zutiefst menschlichen Krisen konfrontiert, die sich trotz ihren übermenschlichen Fähigkeiten nicht alle aus der Welt schaffen lassen.

Julia Weber erschafft einen Kosmos, der trunken macht und mich staunen lässt. Da hat sich eine Autorin in einen mitreissenden Sprachstrom geschrieben, der erst mit der letzten Seite loslässt.
Autor: Gallus Frei-Tomic literaturblatt.ch

2. Leïla Slimani: «Trag das Feuer weiter» (46 Punkte)

Buchcover von 'Trag das Feuer weiter' von Leïla Slimani.
Legende: Leïla Slimani: Trag das Feuer weiter. 448 Seiten. Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Luchterhand, 2026. Luchterhand/SRF

Mit «Trag das Feuer weiter» beendet Leïla Slimani ihre dreiteilige Familiensaga. Im Zentrum steht Mia, 1974 in Marokko geboren, die zwischen traditionellen Erwartungen und einer globalisierten Welt ihren Weg sucht und in Paris eine zweite Heimat findet. Slimani zeigt dabei, wie politische Entwicklungen das private Leben prägen – lebensnah, vielstimmig und eindrücklich erzählt.

Bei Leïla Slimani trifft die Intensität der Gefühle, auch des Begehrens, auf eine kühle Sprache. Sie beherrscht das Wechselspiel von Feuer und Kälte, mit kühnen dramaturgischen Schnitten verbindet sie Menschen und Politik zu einer atemlosen Lektüre.
Autor: Martina Läubli Kulturredaktorin «NZZ am Sonntag»

1. Julian Barnes: «Abschied(e)» (54 Punkte)

Buchcover von 'Abschied(e)' von Julian Barnes vor lila Hintergrund.
Legende: Julian Barnes: «Abschied(e)». 256 Seiten. Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Kiepenheuer & Witsch, 2026. Kiepenheuer & Witsch/SRF

Booker-Preisträger Julian Barnes wird 80 und legt mit «Abschied(e)» sein letztes Buch vor. Darin schreibt er über Liebe und Tod, Erinnerung und Endlichkeit – und darüber, was geschieht, wenn eine Jugendliebe nach 40 Jahren wieder auflebt. Ein stilles, kluges Finale, in dem Barnes noch einmal zeigt, wie tief Geschichten in ein Leben hineinwirken.

Wie Bach beim Orgelspiel zieht Julian Barnes in seinem – gemäss eigenen Worten – letzten, Meisterwerk alle Register seines grossen Könnens. Nicht nur, wer sich für Abschied(e) oder letzte (Ab-)Reisen interessiert, sondern auch, wer Freude an der Sprache und kongenialer Übersetzungsarbeit hat, wird mit Begeisterung und leiser Wehmut dieses Buch lesen.
Autor: Christian Meyer Buchhändler Buchhandlung Klosterplatz Olten

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An der Erstellung der Bestenliste für März 2026 waren 31 Jurymitglieder beteiligt, die insgesamt 425 Punkte vergeben haben.

So entsteht die SRF-Bestenliste

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Die SRF-Bestenliste wird jeden Monat von einer Fachjury bestimmt. Zur Jury gehören 50 Buchkritikerinnen, Bibliothekare, Buchhändlerinnen, Literaturwissenschaftler und Vertreterinnen von literarischen Institutionen.

Jedes Jurymitglied darf jeweils bis zu vier Titel, deren Veröffentlichung nicht länger als sechs Monate zurückliegt, für die SRF-Bestenliste nominieren. Die Punktewertung funktioniert wie folgt:

  • 1. Platz: 7 Punkte
  • 2. Platz: 5 Punkte
  • 3. Platz: 3 Punkte
  • 4. Platz: 1 Punkt

Die vergebenen Punkte werden addiert und ergeben die jeweilige Reihung. Jedem Jurymitglied steht es frei, weniger (oder auch gar keinen) Titel zu nominieren. Sobald ein Titel drei Mal auf der SRF-Bestenliste vorgekommen ist, wird er gesperrt, um einen gewissen Titelumlauf zu gewährleisten.

Im Sinne einer grösstmöglichen Transparenz, Objektivität und Unparteilichkeit im Abstimmungsverfahren dürfen keine Bücher nominiert werden, deren Autor:in Mitglied der Jury ist.

Die Jurymitglieder von A bis Z

Radio SRF 1, Literaturclub Buchtipps, 24.2.2026, 20:03 Uhr ; 

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