Die Waldbrandgefahr ist in den letzten Wochen angestiegen. Aktuell ist sie in vielen Teilen Graubündens erheblich und im Tessin gross. Teilweise gilt absolutes Feuerverbot.
Wetter und Jahreszeit
In den letzten vier Wochen war es im Puschlav und allgemein auf der Alpensüdseite trocken. Grössere Mengen Regen und Schnee fielen zuletzt am 14. und 15. März.
Wind und Wetter kamen in der Schweiz häufig aus Norden. So blieben die Regenwolken nördlich der Alpen hängen. Im Süden wehte Nordföhn und sorgte bereits früh im Jahr für warmes und sonniges Wetter. Vor allem Ende März brachte der Nordföhn Sturmböen.
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Bild 1 von 2. Im Frühjahr fehlen den Bäumen im Wald noch die Blätter (Bild: Bignasco/TI). Bildquelle: Peter Bumbacher.
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Bild 2 von 2. Ein Waldbrand am 3. April 2006 oberhalb von Cugnasco/TI. Bildquelle: Carlo Reguzzi.
Der Nordföhn ist auch ein Grund dafür, dass Waldbrände im Frühjahr besonders häufig auftreten. Dieser trockene und warme Wind entzieht dem Wald viel Wasser.
Zudem fehlt den Bäumen ihr schützendes Blattkleid. Die Sonnenstrahlung trocknet die Böden zusätzlich aus.
In Zukunft wahrscheinlicher
In den vergangenen 60 Jahren hat sich das Potenzial für Waldbrände in der Schweiz erhöht. Längere trockene Phasen begünstigen die Entstehung und Ausbreitung von Bränden. Mit der Klimaerwärmung nimmt die Zahl der Tage mit hoher wetterbedingter Waldbrandgefahr zu.
Die globale Erwärmung beträgt aktuell rund 1.3 Grad. Steigt sie weiter bis auf 3 Grad, so wird es rund doppelt so viele Tage mit hoher Waldbrandgefahr geben wie im Zeitraum von 1991 bis 2020 - nicht nur in Poschiavo/GR, sondern vielerorts in der Schweiz.