Zum Inhalt springen

Header

Video
Martina Mousson: «Hoher Ja-Anteil ist oftmals trügerisch»
Aus News-Clip vom 22.10.2020.
abspielen
Inhalt

1. SRG-Umfrage Konzernverantwortungs-Initiative mit einem satten Vorsprung

  • Die Konzernverantwortungs-Initiative ist sehr gut für den Abstimmungstermin am 29. November gestartet.
  • Eine deutliche Mehrheit von 63 Prozent hätte Mitte Oktober «bestimmt» oder «eher» Ja gestimmt für verantwortungsbewusstere Unternehmen.
  • Nur ein Drittel (33 Prozent) äusserte sich mit «bestimmt» oder «eher» Nein zur Vorlage.
Konzernverantwortungs-InitiativePersönliche Stimmabsichten (in Prozent)bestimmt dafüreher dafürweiss nicht / keine Antwortbestimmt dagegeneher dagegenBefragungszeitraum: 5. bis 19. Oktober 2020 Fehlerbereich: ± 2.9 Prozentpunkte Quelle: gfs.bern im Auftrag der SRG SSR231041845

Die Befürworter der Volksinitiative, Link öffnet in einem neuen Fenster «Für verantwortungsvolle Unternehmen – zum Schutz von Mensch und Umwelt» haben gemäss der ersten SRG-Trendumfrage einen Vorsprung von 30 Prozentpunkte. Die Meinungen zur Vorlage sind bereits fortgeschritten und bei 68 Prozent der Befragten gefestigt. Nur vier Prozent äusserten sich noch unentschieden.

Mitte-Parteien sind entscheidend

Die Initiative verlangt, dass Schweizer Unternehmen Menschenrechte und Umweltstandards auch im Ausland einhalten sollen. Sie wollen dabei strengere gesetzliche Verpflichtungen als bisher festlegen und bei Verstössen soll dagegen vorgegangen werden können.

Die Konzernverantwortungs-Initiative entspricht somit auf den ersten Blick dem Muster eines linken Volksbegehrens, dass von der bürgerlichen Seite abgelehnt wird. Das zeigt sich auch deutlich in der Stimmabsicht nach Parteibindung.

bestimmt dafüreher dafürweiss nicht / keine Antwortbestimmt dagegeneher dagegenBefragungszeitraum: 5. bis 19. Oktober 2020 Fehlerbereich: ± 2.9 Prozentpunkte Quelle: gfs.bern im Auftrag der SRG SSR140108581122239942652302651524471921814211831246165162538Konzernverantwortungs-InitiativeStimmabsichten nach Parteibindung (in Prozent)GrüneSPGLPCVPFDPSVPkeine Partei

Abgelehnt wird die Vorlage von Anhängern der SVP (58 %) und der FDP (66 %). Auf der Seite der politischen Linken sind hingegen die Meinungen gemacht: Die Ja-Anteile liegen bei Anhängern der Grünen bei 95 Prozent und bei der SP bei 93 Prozent. Bei der GLP sind es noch 78 Prozent.

CVP-Anhänger äusserten sich noch mit 56 Prozent als Befürworter trotz beschlossener Nein-Parole der Mutterpartei. Auch Parteiungebundene gehören mit 63 Prozent zu den Befürwortern. Aber trotz der hohen Zustimmung sei es noch nicht sicher, ob es die Initiative damit schaffe, sagt Politikwissenschafterin Martina Mousson vom Institut gfs.bern.

Video
Martina Mousson: «Über die Initiative entscheiden letztlich die Mitte und Parteiungebundene»
Aus News-Clip vom 22.10.2020.
abspielen

Es sei nicht einfach nur eine Frage von links-rechts, sondern es spielten viel mehr Faktoren mit. «Letztlich wird es auf die politische Mitte, die CVP-Anhänger, und Parteiungebundenen ankommen.»

Umweltfragen für Frauen wichtiger

Die Konzernverantwortungs-Initiative betont neben Menschenrechten auch ausdrücklich die Umweltstandards für Unternehmen. In der öffentlichen Debatte hätten Umweltfragen aktuell ein hohes Gewicht, sagt Mousson: «Das hat man bei den Wahlen 2019 gesehen – und auch bei der Abstimmung im September. Umweltfragen sind emotional und bewegen die Leute und das führt zu hohen Sympathiewerten für diese Vorlage.»

Dabei zeigt die erste Trendumfrage, wie wichtig bei der Konzernverantwortungs-Initiative der Faktor «Geschlecht» ist: Während von den Männern 55 Prozent Ja stimmen wollen, sind es bei den Frauen sogar 72 Prozent. Über die Hälfte der Frauen will gar «bestimmt» für die Initiative stimmen.

MännerFrauenbestimmt dafüreher dafürweiss nicht / keine Antwortbestimmt dagegeneher dagegenBefragungszeitraum: 5. bis 19. Oktober 2020Fehlerbereich: ± 2.9 Prozentpunkte Quelle: gfs.bern im Auftrag der SRG SSRKonzernverantwortungs-InitiativeStimmabsichten nach Geschlecht (in Prozent)30114173815851953

Für Mousson ist diese Deutlichkeit bei den Frauen zwar hoch, aber im Zusammenhang mit dem Thema Umwelt nicht ganz überraschend: «Wir wissen, dass Frauen bei Umweltfragen meist ökologiefreundlicher abstimmen als Männer.» Die Frauen seien motivierter, politisch teilzunehmen als früher.

Video
Martina Mousson «Frauen stimmen bei Umweltfragen meist ökologiefreundlicher als Männer»
Aus News-Clip vom 22.10.2020.
abspielen

Bei den Befragungen stellt gfs.bern fest, dass sich die Absicht, stimmen zu gehen, immer mehr angleiche. Die Politikwissenschaftlerin sieht darin eine Wirkung aus den Wahlen 2019 und den Wahlkampagnen, die im Vorfeld sehr gezielt auf Frauen ausgerichtet waren und sie offensichtlich erfasst haben.

Die Wahlen 2019 wirken nach.
Autor: Martina MoussonPolitikwissenschafterin gfs.bern

Beim Entscheid über die Konzernverantwortungs-Initiative spielten die Frauen somit eine entscheidende Rolle, was auch die Abstimmung vom September gezeigt hat.

Datenerhebung und Stichprobengrösse

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

Die SRG-Trendumfrage wurde vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 5. und 19. Oktober 2020 durchgeführt. Insgesamt sind die Antworten von 15'267 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt worden.

Telefonumfrage

Telefonisch befragt wurden 1219 stimmberechtigte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz: 714 Personen aus der Deutschschweiz, 304 aus der Westschweiz und 201 aus der italienischsprachigen Schweiz. Die Interviews wurden per Festnetz und Handy durchgeführt.

Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten. Der statistische Fehler beträgt ± 2.9 Prozentpunkte. Bei 1200 Befragten und einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47.1 und 52.9 Prozent.

Online-Befragung

Zusätzlich füllten mehrere tausend Personen online über die Websites der SRG-Unternehmenseinheiten die Umfrage aus. Nach der Bereinigung der Daten konnten die Angaben von 14'048 Stimmberechtigten für die Auswertung verwendet werden.

Die Aufteilung der online Befragten auf die Sprachregionen ist wie folgt: 9616 Personen in der Deutschschweiz, 3823 in der Romandie und 609 in der italienischsprachigen Schweiz.

Diese Online-Stichprobenzusammenstellung erfolgte nicht zufällig und die resultierende Stichprobe ist nicht repräsentativ. Es haben beispielsweise weniger Pensionierte als Jüngere an der Online-Umfrage teilgenommen und mehr Männer als Frauen.

Diese Daten wurden mittels Gewichtungen an die realen Verhältnisse der Stimmberechtigten angenähert. Es wurden räumliche aber auch soziodemografische und politische Gewichtungsfaktoren eingesetzt. Durch diese Gewichtung wurde die Repräsentativität des Samples optimiert.

Wie wird gefragt?

Die befragten Stimmberechtigten hatten jeweils fünf Antwortmöglichkeiten zur Verfügung: «bestimmt dafür», «eher dafür», «weiss nicht/keine Antwort», «bestimmt dagegen» und «eher dagegen».

Umfragen sind Momentaufnahmen

Das Forschungsinstitut gfs.bern betont, dass die Ergebnisse kein vorweg genommenes Abstimmungsergebnis sind, sondern eine Momentaufnahme zum Zeitraum der Befragung.

Detaillierte Informationen zur Befragungsart und den Interpretationen der Ergebnisse finden Sie auf der Website des Institutes gfs.bern, Link öffnet in einem neuen Fenster.

HeuteMorgen, 23.10.2020, 06:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

79 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Karl Winz  (Karl Winz)
    Was die Initiative fordert ist selbstverständlich: Schweizer Unternehmen sollen sich auch im Ausland anständig verhalten, und internationale Standards einhalten. Hunderte KMU Patrons sind für die Initiative, weil sie gar nicht betroffen wären. JA am 29. November!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Martin Müller  (Nonaeol)
    Da können wir nur hoffen, dass keine Schweizer Firma am Kobalt-Abbau im Kongo beteiligt ist oder an anderen schmutzigen Geschäften, die nötig sind, um Akkus für Elektroautos herzustellen. Sonst ist es dann vorbei mit dem schönen Traum von der Elektromobilität.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Markus Weilenmann  (markusweile)
      Darum geht es gar nicht! Wenn Sie schon das Kobalt-Beispiel aus dem Kongo bemühen, dann gehören dazu auch die Bemühungen der OECD, der USA und der EU, genau in dieser Region zusmmen mit den afrikanischen Partnerregierungen einen Zertifizierungsprozess der Minen in Gang zu bringen, sodass die Rohstoffe, die aus den von Terrornetzwerken geplünderten Minen stammen, bei uns nicht mehr handelbar sind! Dieser Prozess ist bereits voll im Gange und die KVI würde ihn an prominenter Stelle unterstützen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Markus Weilenmann: Die KVI ist eine isolierte Aktion der Schweiz und ein Bürokratiemonster. Unsere Ressourcen wären effizienter eingesetzt, wenn wir uns an den Bemühungen der OECD, der USA, der EU beteiligen würden. Dann hätten auch wieder alle Konzerne die gleich langen Spiesse. Den grossen Konzernen kann es egal sein. Die werden ihre rechtlichen Sitze so organisieren, dass es für sie stimmt. Das Problem sind die CH-KMU, die unmöglich ihre Lieferketten um die ganze Welt kontrollieren können.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Ah, daher weht der Wind. Absolute Verfälschung! Ist alle klar.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jonathan Fay  (JonathanFay)
    Hmmmm.... wo ist mein Kommentar, was ist hier los?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen