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Abstimmungen vom Sonntag: Covid-Gesetz als «Lead-Vorlage»
Aus HeuteMorgen vom 26.11.2021.
abspielen. Laufzeit 04:54 Minuten.
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Abstimmung vom Sonntag Showdown ums Covid-Gesetz: Hohe Stimmbeteiligung erwartet

  • Das Covid-Gesetz mobilisiert: Für den Abstimmungssonntag zeichnet sich eine hohe Stimmbeteiligung ab.
  • Das Forschungsinstitut gfs.bern erwartet jedoch keinen Allzeitrekord, den nach wie vor die EWR-Abstimmung von 1992 hält.
  • Eine Ablehnung der Vorlage wäre laut gfs.bern eine Überraschung: Die geimpften Stimmberechtigten sind deutlich in der Überzahl und dürften mehrheitlich Ja stimmen.

Am Sonntag kommt es zum Showdown ums Covid-Gesetz – und schon jetzt ist klar, dass die Vorlage viele Leute umtreibt. In diversen Städten gibt es – gestützt auf bisher eingegangene Couverts – Anzeichen für eine sehr hohe Stimmbeteiligung.

Der Rücklauf von Stimmcouverts sei in vielen Ortschaften überdurchschnittlich gross, bestätigt Cloé Jans vom Forschungsinstitut gfs.bern. «Es wird aber wohl nicht für ein Allzeithoch reichen.»

Legende: Der Allzeitrekord in der Schweiz stammt aus dem Jahr 1992 und liegt bei knapp 79 Prozent. Damals wurde über den EWR-Beitritt abgestimmt – das Stimmvolk entschied sich damals mit 50.3 Prozent dagegen. Keystone

Im Juni gingen rund 60 Prozent der Stimmberechtigten an die Urne. «Damals war es vor allem die Landbevölkerung, die mitverantwortlich für die hohe Beteiligung war, weil sie die Agrarvorlagen abgelehnt hat», erklärt Jans.

«Lead-Vorlage» Covid-Gesetz

Mit Blick auf den hohen Rücklauf von Stimmcouverts in den Städten geht die Politologin diesmal von einer vergleichbar hohen Stimmbeteiligung um die 60 Prozent aus.

Am Sonntag wird auch noch über die Pflege-Initiative und die Justiz-Initiative abgestimmt. Das Covid-Gesetz sei aber eindeutig die «Lead-Vorlage», so Jans: «Es ist definitiv die Frage, wie wir die Corona-Pandemie zukünftig handhaben wollen, die die Leute an die Urne treibt.»

Wir können davon ausgehen, dass die meisten Leute, die geimpft sind, für das Covid-Gesetz stimmen werden
Autor: Cloé Jans Politologin, Forschungsinstitut gfs.bern

Während sich in der Deutschschweiz eine etwas höhere Stimmbeteiligung als in der Romandie abzeichnet, gibt es eine weitere Auffälligkeit: Besonders in der Ostschweiz dürften viele Menschen abstimmen. «Das liegt sicher auch daran, dass die Betroffenheit dort sehr hoch ist», sagt die Politologin.

In der Region verzeichne man hohe Fallzahlen und gleichzeitig eine relativ tiefe Impfquote. «Dennoch kann man davon ausgehen, dass nicht alle, die bisher ihr Votum abgegeben haben, Gegnerinnen und Gegner des Covid-Gesetzes sind.»

Gegner brauchen enorme Mobilisierung

Anzeichen für einen Abstimmungskrimi am Sonntag gibt es nur bedingt. Denn mitentscheidend für den Ausgang dürfte der Impfstatus sein. Laut gfs.bern sind rund 70 Prozent der stimmberechtigten Bevölkerung (über 18 Jahre alt, Schweizer Bürgerin oder Bürger) geimpft.

«Wir können davon ausgehen, dass die meisten Leute, die geimpft sind, für das Covid-Gesetz stimmen werden», sagt Jans. «Die Gegnerschaft müsste also fast doppelt so stark mobilisieren wie die Befürworter, um das Ja zu kippen.»

«Blinde Flecken» auf dem Land

Auch die zweite SRG-Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern deutete wenig Potenzial für ein Nein an: 61 Prozent der Befragten sprachen sich Mitte November für das Gesetz aus, 38 dagegen.

Bemerkenswert: Die Mehrheitsverhältnisse hatten sich gegenüber der ersten SRG-Umfrage zu Beginn des Abstimmungskampfs kaum verändert. Nur wenige Stimmberechtigte liessen sich demnach in den letzten Wochen von Gegnern oder Befürwortern der Vorlage umstimmen. Die Meinungen sind gemacht.

Die grosse Unbekannte für gfs.bern bleibt aber die Mobilisierung auf dem Land. «Es gibt immer noch blinde Flecken auf der Schweizer Karte, was die Stimmbeteiligung angeht. Eine grosse Überraschung kann man also nicht unbedingt ausschliessen – im Moment sieht es aber nicht danach aus», schliesst die Forscherin.

Heute Morgen, 26.11.2021, 6 Uhr;

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167 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, vielen Dank für die spannende Debatte unter diesem Artikel. Für heute schliessen wir die Kommentarspalte und wünschen einen schönen Abend! Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Dorothee Meili  (DoX.98)
    Was mir schon zu schaffen macht, ist die "Nein-Mobilisierung" in diesen letzten Tagen und Stunden. Sogar in meiner Postfiliale wird prominent und mit Leuchtreklame zwischen den Schaltern das Nein beworben. Dies, mit den ewig falschen Argumenten. - Dürfen die das überhaupt? Und wenn: müsste man dann nicht ein BR-Ja auch aufleuchten lassen? Ich weiss nicht, aber die Kultur rund um Abstimmungen ist dieser Tage nicht unbedingt besser geworden.
    1. Antwort von Kris Kronig  (Kris)
      Frau Meili

      Sie sprechen einen guten Punkt an. Eine Überprüfung der Belastbarkeit von Argumenten und Aussagen von Wahlwerbung wäre aus meiner Sicht wünschenswert. Mehr Redlichkeit würde Wahlkampf sachlicher und differenzierter machen.
    2. Antwort von Reto Weber  (SPQR)
      Sehr geehrte Frau Meili, was haben Sie denn erwartet, das die Gegner des Gesetzes still und heimlich in ihren Kämmerchen das Abstimmungs Resultat abwarten? So funktioniert der Abstimmungskampf in der Schweiz nun mal. Aber machen Sie sich trotzdem nicht zu viele Sorgen, das Gesetz wird mit deutlicher Mehrheit angenommen, da die kollektive Intelligenz in der Schweiz immer noch in der Mehrheit ist. Zumindest die Druck-und Plakat Industrie kann davon etwas profitieren. MFG
  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Das Schweizervolk wird am 28.11.2021 das Covid-Gesetz bestätigen. Bitte liebe Covid-Gesetz Gegner, seit mit den Ja sagen nachsichtig und akzeptiert den Volksentscheid!
    1. Antwort von Thea Renner  (Ret)
      Lieber Herr von Allmen, vor was oder wem haben Sie Angst? Es handelt sich um einen demokratischen Entscheid, den es zu akzeptieren gilt. Ich muss auch mit Entscheidungen leben, wo das Stimmvolk ja/nein gesagt hat. Wer die Demokratie nicht akzeptiert egal wie das Voting ausgeht, sollte sich überlegen, ob er hier richtig ist.
    2. Antwort von Bernhard Haeuser  (Bernie H)
      Liebe Ja Sager, bitte akzeptiert den Volksentscheid, auch wenn es ein Nein sein könnte.