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Aber: Vorsicht bei Kindern Kein Hinweis auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch Handystrahlung

Handystrahlung verursacht gemäss den verfügbaren wissenschaftlichen Studien keinen Krebs, erklärt die französische Agentur für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz Anses. Sie empfiehlt jedoch Vorsicht bei Kindern.

Ob Handystrahlung gefährlich ist oder nicht und ob sie das Krebsrisiko erhöht – darüber wurde in den letzten Jahren viel diskutiert. Nach Auswertung von 250 Schlüsselstudien sieht die französische Gesundheitsbehörde Anses derzeit keine überzeugenden Belege für ein erhöhtes Krebsrisiko durch Mobilfunkstrahlung.

«Wir haben uns mit den Strahlen befasst, die von drahtloser Kommunikation, TV, Radio, Mobiltelefonie, kommunizierenden Objekte usw. ausgehen», erklärt Olivier Merckel, Leiter der Abteilung für die Bewertung von Risiken physikalischer Einwirkungen bei der Anses. Nicht befasst hat sich die Gesundheitsbehörde mit Niederfrequenzen, die von Hochspannungsleitungen ausgehen.

Der Experte erklärt die Studienresultate (mit dt. Untertiteln)

«Es geht um eine Frage der öffentlichen Gesundheit: Alle sind dieser Strahlung ausgesetzt – und das zunehmend schon in jungen Jahren. 98 Prozent der über 12-Jährigen nutzen ein Mobiltelefon, dessen Technologien sich weiterentwickeln, etwa 4G und 5G», sagt der Experte gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).

Eine andere Übersichtsstudie ist vor einem Jahr zum gleichen Ergebnis gelangt: Es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch die Handynutzung.

Experimentelle Studien

Natürlich bleibe ein Zusammenhang möglich, räumt Olivier Merckel ein. «Unsere Schlussfolgerung basiert auf dem aktuellen Wissensstand.»

Experimentelle Studien zeigten zwar Veränderungen von Zellen, diese seien jedoch vorübergehend. Auch bei Tieren sind die Hinweise auf Krebs durch Mobilfunkstrahlung «begrenzt».

Mädchen liegend am Handy
Legende: Erhöhen Smartphones das Krebsrisiko? Es gibt derzeit keine belastbaren Belege für einen Zusammenhang. IMAGO / HalfPoint Images

Epidemiologische Studien am Menschen liefern «keine überzeugenden Belege für ein erhöhtes Krebsrisiko», erklärt Merckel. Auch wenn man die kleinen Signale aus Laborstudien nicht völlig ignorieren dürfe.

Vorsicht geboten

Für Kinder, die als besonders empfindlich gelten, sind die Empfehlungen dennoch eindringlich. Der Experte empfiehlt, das Mobiltelefon nicht direkt am Körper zu tragen und beim Telefonieren möglichst die Freisprechfunktion zu nutzen.

Die nächtliche Nutzung sei ebenfalls nicht empfehlenswert – nicht nur wegen der Strahlung, sondern auch wegen der Auswirkung des Bildschirms auf den Schlaf.

«Wir haben zum Beispiel Studien zum blauen Licht durchgeführt (…). Wir wissen, dass das Einschlafen dadurch erschwert wird», erklärt Merckel. Die Behörde weist zudem auf die gesundheitlichen Folgen übermässiger Nutzung hin, etwa die Förderung eines sitzenden Lebensstils.

RTS Forum, 26.11.2025, 18 Uhr ; 

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