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Crans-Montana Reynard: «Alle, die Verantwortung haben, müssen sie übernehmen»

Drei Monate nach der Tragödie von Crans-Montana zieht der Walliser Regierungspräsident Mathias Reynard Bilanz – und äussert sich zu einer allfälligen Anklage gegen den Kanton.

Er habe noch immer «fast täglich» Kontakt mit Familien von Opfern, sagte der Walliser Regierungspräsident Mathias Reynard gestern Mittwoch gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Auch drei Monate nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana sei es seine Aufgabe, «sie zu begleiten und ihnen mit meinen Teams jede mögliche Unterstützung zu bieten.»

«Die Solidarität trägt uns»: Mathias Reynard im Interview

Reynard war ab den ersten Stunden der Katastrophe präsent. Als Gesicht der Kantonsregierung, der Behörden im Allgemeinen, machte er in der öffentlichen Wahrnehmung einen guten Eindruck – in einem Kontext, in dem es viel Kritik gab.

Auch ihn habe die Tragödie geprägt, sagt er, «aber was ich erlebe, ist nicht viel im Vergleich zu dem, was die Familien der Opfer erleben.»

Der Bedarf an Hilfe für die Opfer des Brandes und ihre Familien sei immer noch beträchtlich, zum Beispiel, um die langfristige Pflege und medizinische Versorgung zu finanzieren oder um Angehörigen zu helfen, die ihre verletzten Kinder betreuen und deshalb Einkommenseinbussen haben.

«Wir tun das Maximum»

Mathias Reynard findet, man habe die nötigen Anstrengungen unternommen, um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden: «Ich glaube, wir erfüllen unsere Aufgabe. Jedenfalls tun wir das Maximum dafür.»

Auch die Familien der 41 Todesopfer hätten Unterstützung nötig, betont der Politiker: «Wir dürfen sie nicht vergessen. Wir müssen langfristig an ihrer Seite sein.»

Reynard erwähnt die kurzfristigen Finanzhilfen, die der Kanton Wallis und der Bund zur Finanzierung der Bestattungskosten und der Gesundheitskosten eingerichtet haben. Die langfristige Hilfe laufe über das Opferhilfegesetz sowie die Stiftung, die alle Opfer unterstützen werde.

Der Regierungspräsident unterstreicht die Bedeutung der internationalen Solidarität bei der Betreuung der Verletzten. Von den 38 Personen, die noch immer hospitalisiert sind, werden 21 im Ausland behandelt. Sechs davon sind Schweizerinnen oder Schweizer.

Auf die laufende Strafuntersuchung zur Brandkatastrophe und eine allfällige Anklage gegen die kantonalen Behörden angesprochen, sagt Reynard: «Wenn der Kanton eines Tages zur Verantwortung gezogen werden sollte, wird er seine Verantwortung übernehmen müssen. Die Justiz muss ihre Arbeit in völliger Unabhängigkeit tun, und alle diejenigen, die eine Verantwortung haben, müssen sie übernehmen.»

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RTS, 19h30, 1.4.2026, 19:30 Uhr;weds

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