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Einblick in Ausbildungszentrum Crans-Montana: Mentale Gesundheit wird in der Feuerwehr wichtiger

In der Schweiz sind 98 Prozent der Feuerwehrleute Freiwillige. In Crans-Montana waren es sie, die im Einsatz standen. Wie werden sie auf solche Einsätze vorbereitet? Ein Einblick in ein Ausbildungszentrum.

Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, als Marwan Chapuis und Elia Risse sich auf den Weg zum Ausbildungszentrum in Couvet im Kanton Neuenburg machen. Die beiden beginnen eine fünftägige intensive Ausbildung, um freiwillige Feuerwehrleute zu werden.

Dieses Engagement sei «eine Möglichkeit, sich für die Gemeinschaft einzusetzen», sagt Marwan. Eine Art, «mit anderen Menschen im Team zusammenzuarbeiten», ergänzt Elia.

Den Gedanken, in die Feuerwehr zu gehen, hatten sie vor einem Jahr – vor dem Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, bei dem 41 Menschen ums Leben kamen und 115 verletzt wurden. Diese Nacht des 1. Januar 2026 hat Marwan tief erschüttert.

Der Schock von Crans-Montana

«Ich habe gesehen, dass es freiwillige Feuerwehrleute waren, die vor Ort im Einsatz standen. Ich habe mich gefragt, worauf ich mich da einlasse», erzählt der Biologiestudent. Wie die Feuerwehrleute in der Unglücksnacht sind 98 Prozent der Feuerwehrleute in der Schweiz Freiwillige.

«Es ist nicht einfach etwas Cooles. Es ist auch eine Aufgabe mit grosser Verantwortung.»

Mehr als 800 angehende Freiwillige werden jedes Jahr im Ausbildungszentrum in Couvet ausgebildet, einem der modernsten des Landes.

Vor Ort im Ausbildungszentrum Couvet

Während dieser Grundausbildungswoche lernen die Interessenten, wie man Brände unter realen Bedingungen löscht – aber auch, wie sie mit ihren Emotionen umgehen.

Sehr schnell wird dabei der Brand in der Bar «Le Constellation» erwähnt. «Crans-Montana – darüber müssen wir sprechen», sagt Jean-Daniel Zimmerli, Major und Verantwortlicher für den Rettungsdienst in den Neuenburger Bergen. «Was tun wir, wenn wir an einen Ort kommen, der wie ein Kriegsschauplatz aussieht?»

Dabei wird betont, wie wichtig es ist, sich Unterstützung zu holen, wenn ein Einsatz Spuren hinterlässt.

Die Rolle der mentalen Vorbereitung

«Vor fünf Jahren hat man nicht über Emotionen gesprochen», sagt Jérôme Bonvin, Ausbildungskapitän bei der kantonalen Versicherungs- und Präventionsanstalt. «Genau deshalb gibt es diese Ausbildung. Damit sie wissen, dass sie nicht allein sind.» Und der Kanton will noch weiter gehen: Für Anfang 2027 ist eine neue Schulung zur mentalen Vorbereitung geplant.

Diese wird sowohl Freiwilligen als auch Berufsfeuerwehrleuten angeboten. Laut dem Hauptmann kann eine solche Vorbereitung helfen, bei dramatischen Ereignissen wie jenem in Crans-Montana besser zu reagieren.

Dass mentale Gesundheit thematisiert wird, beruhigt Marwan: «Ich stelle mir vor, dass ich am Ende meiner Ausbildung mehr oder weniger in der Lage sein werde, solche Situationen im Team zu bewältigen. Heute kann ich das noch nicht sagen.»

Er muss noch einige Kurse absolvieren, bevor er einsatzbereit ist. Wenn alles gut läuft, wird er ab 2027 zu Einsätzen ausrücken.

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RTS 19h30, 22.4.2026, 19:30 Uhr;weds

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