Ein Frühlingssonntag bei Lausanne: Ein Bub feiert seinen achten Geburtstag. Das Angebot für die 24 anwesenden Kinder ist reichhaltig: zwei Chalets, eine grosse Hüpfburg sowie vier verkleidete Animatorinnen und Animatoren, die für Stimmung sorgen. Auf dem Programm stehen eine Mini-Disco, eine Schatzsuche, ein Lasergame im Freien sowie Fussball und Klettern.
Ein Ausschnitt des Berichts von RTS mit deutschen Untertiteln:
«Ein guter Geburtstag», findet Nicolas Edouard gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Er ist Gründer des Unternehmens «Kids Trip Swiss». Gemäss seiner Beobachtung hat sich das Budget für Kindergeburtstage stetig erhöht.
«Alles wird ein wenig teurer, also werden zwangsläufig auch die Dienstleistungen teurer», sagt er. «Wir versuchen, unsere Preise nicht zu sehr zu erhöhen. Ein Geburtstag kostet in der Regel mindestens 400 bis 500 Franken. Und hier geht es um einen viel grösseren Geburtstag, der ein gewisses Budget benötigt.»
Vielleicht schaffen wir einen Bedarf, der ursprünglich nicht existierte.
Allein die Animatorinnen und Animatoren kosten 2200 Franken. Dazu kommen noch Dekoration, Catering und die Unterkunftsmiete. «Ich glaube, wir bewegen uns bei etwa 10'000 Franken», schätzt Edouard. Die Eltern des Kindes äusserten sich gegenüber RTS nicht dazu.
Entsteht ein sozialer Druck?
Aurélie, Mutter einer fünfjährigen Tochter und eines zehnjährigen Sohnes, beobachtet ebenfalls, dass ihre Kinder öfter zu Geburtstagen eingeladen werden, die nicht mehr schlicht gehalten werden. «Es ist nicht mehr wie früher, als wir klein waren», sagt sie. «Sie werden extern und professionell organisiert, inklusive Dankesgeschenken. Auf mich wirkt das befremdlich.»
Die zweifache Mutter berichtet von einer Form des sozialen Drucks, der auf Eltern ausgeübt wird, ebenfalls solche Geburtstagsfeste zu organisieren. «Wenn man selbst nur vier oder fünf Kinder einlädt und den Nachmittag im Park verbringt, während das eigene Kind in eine Kletterhalle eingeladen wird, sagt man sich, dass die anderen Eltern dies auch erwarten. Und die Kinder auch. Vielleicht schaffen wir einen Bedarf, der ursprünglich nicht existierte.»
Aurélie versucht, sich diesem Trend zu widersetzen. Sie ist sich sicher, dass Kinder nicht zwingend mehr Spass haben, wenn das Angebot teurer oder von externen Veranstaltern stammt.