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Iran-Krieg «Mulmiges Gefühl» – Verunsicherung bei Auslandschweizern am Golf

Der Iran-Krieg verunsichert auch die Schweizerinnen und Schweizer in der Region. Viele schwanken zwischen Alltag und Ausnahmezustand.

Tausende Schweizer Staatsangehörige leben und arbeiten in den Ländern, die der Iran derzeit angreift.

Das EDA ruft Schweizer Staatsangehörige dazu auf, die Anweisungen der lokalen Behörden zu befolgen, Sicherheitsvorkehrungen zu beachten und ihre Kontaktdaten über den Onlineschalter für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer zu aktualisieren.

Organisierte Ausreisen sind derzeit nicht vorgesehen.

Flughafen, im Hintergrund ist schwarzer Rauch zu sehen.
Legende: Rauch steigt am 1. März nach einem iranischen Angriff über Dubai auf: Der Luftraum über Dubai und in Teilen der Golfregion bleibt vorübergehend gesperrt. Keystone / AP

Bisher habe es auch keine Rückführungsanfragen gegeben, sagt Marianne Jenni, Direktorin der Konsularischen Direktion des EDA, an einer Medienkonferenz.

Wie aber fühlt es sich an, wenn Warnmeldungen auf dem Handy eingehen und am Himmel Leuchtspuren zu sehen sind?

Stimme aus Dubai: «Es ist ein mulmiges Gefühl»

Rosy Pangari (52) ist im November nach Dubai ausgewandert. Sie lebt wenige Gehminuten vom Wolkenkratzer Burj Khalifa entfernt.

Am ersten Tag der Eskalation packten sie Angstzustände. «Ich hatte Panik», sagt sie gegenüber SWI swissinfo.ch. «Ich habe meine Wohnung seit Samstag nicht mehr verlassen, aber Freunde berichten, dass die Restaurants voll seien. Würde man die Explosionen nicht hören, könnte man meinen, da ist nichts.»

Gleichzeitig lese sie Berichte über Einschläge und abgefangene Raketen. «Das Abwehrsystem soll funktionieren – man sagt, es seien nur Trümmer, die vom Himmel runterkommen.» Dennoch bleibt ein Unbehagen: «Es ist ein mulmiges Gefühl zu wissen, dass über unsere Köpfe Raketen fliegen.»

An eine Ausreise denkt Pangari derzeit nicht. «Ich möchte nicht in einem Flugzeug sitzen in diesem Luftraum – da fühle ich mich am Boden sicherer.»

Stimme aus Doha: «Gefahr für Zivilisten schätze ich gering ein»

Etwas anders klingt es bei einem Auslandschweizer in Katar. Der 54-jährige Solothurner möchte aus Sicherheitsgründen nicht mit Namen genannt werden. Derzeit verantwortet er ein Projekt im Energiesektor in der katarischen Hauptstadt Doha.

«Man hört gelegentlich ein dumpfes Grollen, wie ein Gewitter. Heute war es eine Serie von Detonationen.»

Am Himmel seien gelegentlich Raketen- oder Abwehrspuren sichtbar. Das mache ihm nichts aus, er sei ja nicht die Zielscheibe. «In meinem Hotel fühle ich mich ausreichend geschützt.»

Warnmeldungen erhält er direkt aufs Mobiltelefon. Am Samstag seien in der Hotellobby Dutzende Alarme eingegangen mit der Aufforderung, drinnen zu bleiben. Bei der Schweizer Botschaft ist er registriert und erhält die Hinweise und Meldungen des EDA.

Mit Blick auf die geopolitische Dimension sagt er: «Dieser Konflikt hat das Potenzial für einen Megakonflikt. Aber ich glaube nicht, dass jemand wirklich Interesse daran hat.»

Stimme aus dem Oman: «Weit weg vom Schuss – alles ruhig»

Franz Feldmann (61) ist mit seiner Frau Pia seit September 2024 auf Reisen – aktuell im Oman. Er berichtet, dass sie sich im Moment weit entfernt von den grösseren Städten aufhalten und die Lage schwer einzuschätzen sei.

Berichte über Beschüsse, etwa auf die Hafenstadt Dukum, hätten sie registriert – im Land selbst haben sie jedoch nichts gehört. «Alles ist sehr ruhig, die Läden sind voll und die Menschen wirken unaufgeregt. Es fühlt sich an wie vorher.»

Aktuell sind über 4000 Schweizer Touristinnen und Touristen in den betroffenen Ländern gestrandet. Das EDA steht in Kontakt mit der Swiss. Konkrete Massnahmen werden aber erst möglich, wenn der Luftraum wieder offen sei.

Wichtig sei nun, dass alle Reisenden auf der Travel-Admin-App registriert seien.

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SRF 4 News aktuell, 3.3.26, 10:05 Uhr;liea

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