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Kryokonservierung Immer mehr Frauen lassen ihre Eizellen einfrieren

Das Einfrieren der Eizellen stösst bei Frauen in der Schweiz auf wachsende Nachfrage. Eine eingefrorene Eizelle garantiert allerdings nicht, dass eine spätere Schwangerschaft tatsächlich gelingt.

Die Kryokonservierung von Eizellen: ein Trend, der seit Jahren an Bedeutung gewinnt – und die Schweiz bildet dabei keine Ausnahme. Junge Frauen wollen damit die Chance erhöhen, auch nach dem 40. Lebensjahr ein Kind zu bekommen.

Die Daten des Bundesamts für Statistik sprechen eine klare Sprache: Zwischen 2019 und 2023 hat sich die Zahl der Frauen, die ihre eigenen Eizellen einfrieren liessen, von 841 auf 2551 verdreifacht. Die Zahlen für das gesamte Jahr 2024 liegen noch nicht vor.

Warum immer mehr Frauen ihre Eizellen einfrieren (dt. Untertitel)

Doch warum entscheiden sich Frauen für diesen Schritt? «Wenn junge Frauen keinen Partner haben und merken, dass sie auf die 35 zugehen – also in ein Alter, in dem die Fruchtbarkeit sinkt –, überlegen sie sich oft: ‹Vielleicht ist es besser, die Eizellen jetzt einfrieren zu lassen, um später eine zusätzliche Option zu haben›», erklärt Marina Bellavia gegenüber dem Radio und Fernsehen für die italienischsprachige Schweiz (RSI). Sie ist medizinische Leiterin der Fruchtbarkeitsklinik ProCrea in Lugano.

Die Entwicklungen in westlichen Gesellschaften führen seit Jahren dazu, dass Frauen immer später Mütter werden. In der Schweiz liegt das Durchschnittsalter der Erstgebärenden bei über 31 Jahren. Gleichzeitig ist bekannt, dass die Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter sinkt.

Ablauf und Risiken

Das Einfrieren der Eizellen bietet die Möglichkeit, Zeit zu gewinnen. Dennoch wirft der Prozess Fragen und Ängste auf – vor allem wegen möglicher Risiken und Nebenwirkungen der hormonellen Stimulation, die zur Eizellentnahme notwendig ist.

Person bedient ein Mikroskop im Labor.
Legende: Ein Embryologe arbeitet an einem Mikroskop bei der Vitrifizierung von Eizellen für die Kryokonservierung. Keystone/Michael Buholzer

Bellavia beruhigt jedoch: «Der schmerzhafte Teil ist die Entnahme der Eizellen. Sie findet unter Betäubung statt, sodass die Patientin nichts spürt. Die Stimulation selbst ist nicht schmerzhaft. Die Injektionen erfolgen mit einer sehr feinen, subkutanen Nadel, die die Patientinnen normalerweise gut vertragen – selbst jene mit Nadelphobie. Nach 48 Jahren Erfahrung in der In-vitro-Fertilisation wissen wir klar, dass diese Hormone weder kurz- noch langfristige Risiken verursachen.»

Nutzungschancen und Kosten

Trotzdem ist das Verfahren keine Garantie. Eine eingefrorene Eizelle bedeutet nicht automatisch eine spätere Schwangerschaft. Auch werden viele der konservierten Eizellen später nicht verwendet.

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«Die Nutzungsrate dieser Eizellen wurde gerade veröffentlicht», sagt Bellavia. «Sie gilt weiterhin als niedrig und liegt zwischen 15 und 30 Prozent. Die Hauptgründe dafür sind entweder eine spontane Schwangerschaft oder das Fehlen eines Partners. Deshalb bleiben die Eizellen oft länger eingelagert. Sie sind aber wichtig, weil mit der Zeit die Chance auf eine natürliche Schwangerschaft sinkt. Dann kann jede eingefrorene Eizelle entscheidend sein.»

Die Kryokonservierung kann mehrfach wiederholt werden. Die Kosten belaufen sich auf Beträge von rund 5000 Franken aufwärts.

RSI, Telegiornale, 8.2.2026, 20 Uhr; herb

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