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«Le Constellation»-Brand Eltern zweier Schwerverletzter: «Bitte, meldet euch weiterhin!»

Zwei der drei Kinder der Familie Micheloud liegen nach der Katastrophe in Crans-Montana schwer verletzt im Spital. Wie die Familie in dieser schweren Zeit den Kopf über Wasser hält.

Die Familie Micheloud wurde gleich doppelt von dieser Katastrophe getroffen. Zwei Töchter von Alain und Leila Micheloud waren am Silvesterabend in der Bar «Le Constellation». Nun liegen Farah (20 Jahre) und Meissa (18 Jahre) mit Verbrennungen im Spital.

Die Familie lebt in der Walliser Gemeinde Chalais bei Sitten und reist zurzeit täglich nach St. Gallen. Hier wurde zuerst die ältere Tochter Farah behandelt, mittlerweile wurde auch Meissa hierhin verlegt – damit sie näher bei ihrer Schwester ist. Die Situation für die Eltern ist belastend – und steht exemplarisch für zwei von aktuell noch 80 Fällen.

Bericht von RTS über das Ehepaar Micheloud (mit dt. Untertiteln)

«Wir sind in Kontakt mit einigen Eltern aus der Freundesgruppe unserer Töchter. Es sassen etwa zehn Leute am Tisch (der Bar). Es gibt keine verschonte Familie. Alle im Wallis kennen jemanden, haben Bekannte, die von diesem Drama betroffen sind», sagen die Eltern gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).

Grosse Solidarität

Die Opferfamilien erleben zurzeit eine Welle der Solidarität. Es gibt Spendenkampagnen, und Alain und Leila Micheloud erhalten unzählige Nachrichten, etwa über die sozialen Medien. «Wir sind betroffen, wir müssen mit dieser Tragödie leben», betont Leila Micheloud. «Wir versuchen, den Kopf über Wasser zu halten. Solche Nachrichten sind Rettungsringe für uns. Bitte, hört nicht auf, euch zu melden, denn wir sind gerade am Boden zerstört! Und ich spreche nicht nur für mich, sondern für alle Mütter und Väter, für alle betroffenen Familien.»

Um die täglichen Reisen vom Wallis nach St. Gallen überhaupt stemmen zu können, ist das Ehepaar auch auf Unterstützung der Arbeitgeber angewiesen. Leila, sie arbeitet als Pflegefachfrau und Übersetzerin, hat in ihren beiden Jobs den ganzen Januar freibekommen. Auch Alain, der als Küchenmonteur arbeitet, hat verschiedene Alternativen vorgeschlagen bekommen, damit er oft nach St. Gallen pendeln kann. «Ich bin wirklich zufrieden mit diesem Angebot», sagt er dazu.

Ist das Ehepaar zurück im Kanton Wallis, steht ein Anwaltstreffen auf dem Terminplan. Sie hoffen, dass eines Tages die Schuldigen identifiziert werden können. «Sie haben unseren Kindern wehgetan. Das ist schwerwiegend, und sie werden dafür bezahlen», betont Alain Micheloud. Auch seine Frau hofft, dass die Justiz ihre Arbeit erledigt und die Politik unnachgiebig bleibt. «Ich bin überhaupt keine hassgetriebene Person, aber wir müssen Gerechtigkeit erlangen. Die Verantwortlichen müssen bestraft werden.»

RTS 19h30, 11.1.2026, 19:30 Uhr;liea

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