Es ist ein einzigartiger Rekordfund: versteinertes Erbrochenes, das rund 290 Millionen Jahre alt ist und über vierzig Fragmente unverdauter Knochen enthält. Gefunden haben es Arnaud Rebillard, Paläontologe am Naturkundemuseum in Berlin und sein Team auf dem Bromacker, im Herzen Mitteldeutschlands.
Der Bromacker ist eine weltweit bedeutende Fossillagerstätte des Tambach-Dietharz im Thüringer Wald.
Durch einen 3-D-Scan konnten die erbrochenen Knochen drei Tierarten zugeordnet werden: zwei kleinen Reptilien – ein neun Zentimeter grosser Thuringothyris und ein zehn Zentimeter grosser Eudibamus – sowie einem Diadectes, einem vierbeinigen Landwirbeltier, das etwa 60 Zentimeter mass.
RTS im Gespräch mit Arnaud Rebillard (mit dt. Untertiteln):
Zu der damaligen Zeit war der Bromacker ein Tal, das von temporären Flüssen und Nadelbäumen durchzogen war.
Es handelt sich um das älteste bekannte Erbrochene von Land-Lebewesen.
Wer hat gekotzt?
Die Forschenden haben auch eine Hypothese aufgestellt, von wem das Erbrochene stammen könnte. Denn es gab zu dieser Zeit nur zwei Raubtiere, die in Frage kommen: Der Dimetrodon und der Tambacarnifex, beides sogenannte Synapsiden, die Vorfahren der heutigen Säugetiere.
Für den Entdecker Arnaud Rebillard ist dieses Fossil eine wahre «Zeitkapsel», die es ermöglicht, das Leben in einer fernen Vergangenheit präzis zu rekonstruieren. «Es ist wie ein Foto von der Vergangenheit, aufgenommen in einem bestimmten Moment», sagt er gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).
Die Entdeckung eröffne neue Perspektiven für das Verständnis urzeitlicher Ökosysteme und bereichere unser Wissen über die Geschichte des Lebens auf der Erde.