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Repräsentative Studie Autoscheinwerfer blenden jede dritte Person in der Schweiz

Für ein Drittel der Autofahrenden wird das Lenken im Dunkeln zur Qual. Falsch eingestellte Scheinwerfer und die LED-Technologie sind Teil des Problems.

Welches Auto wird ihn blenden? Nachts am Steuer ist es für Florian Vuigner ein bisschen wie eine Lotterie. «Autos mit Halogen-Scheinwerfern blenden mich. Aber sogar wenn sie schlecht eingestellt sind, sind diese weniger aggressiv als Xenon- oder LED-Scheinwerfer», berichtet er dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).

In der Schweiz geben 36 Prozent der Autofahrerinnen an, dass sie regelmässig von den Scheinwerfern entgegenkommender Autos geblendet werden. Das zeigt eine internationale und repräsentative Umfrage, die der Touring Club Schweiz (TCS) zusammen mit anderen internationalen Automobil-Clubs im Jahr 2024 durchgeführt hat.

Der Original-Beitrag von RTS zum Thema (dt. Untertitel):

Im Fall von Florian Vuigner ist das nur lästig. Aber für manche Menschen wird es zu einem echten Handicap. Sein Vater etwa möge nachts überhaupt nicht mehr Auto fahren, sagt Vuigner: «Sein Sehvermögen lässt nach und er wird viel schneller geblendet.»

Stärkere Lichter, höhere Autos

Die neuen LED-Scheinwerfer sind Teil des Problems. Das menschliche Auge hat mehr Mühe, sich an ihr weisses und intensiveres Licht anzupassen, erklärt TCS-Sprecher Laurent Pignot. Der Vorteil dieser Scheinwerfer: Wenn die LED-Technologie korrekt funktioniert, könnten sie «präziser, adaptiv und dynamisch gesteuert werden». Das könne den Blendeffekt verhindern oder zumindest verringern.

Neben der Technologie spielten mehrere Faktoren eine Rolle, so Pignot: «Der erste ist die falsche Einstellung der Scheinwerfer. Der zweite ist die Höhe der Fahrzeuge, die zugenommen hat, insbesondere bei SUVs. Und drittens haben wir auch schmutzige Scheinwerfer oder Windschutzscheiben.» Eine nasse Fahrbahn verschlimmere die Lage zusätzlich.

Regelmässige Kontrollen helfen

Um andere nicht zu blenden, empfiehlt die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) den Fahrern «eine regelmässige Kontrolle der Einstellung der eigenen Scheinwerfer und die Überprüfung, dass sie korrekt ausgerichtet sind».

Und für Betroffene gibt BFU-Sprecher Lucien Combaz einige Ratschläge: «Die wichtigste Empfehlung ist, nicht direkt in die Lichtquelle zu schauen, sondern den Blick eher auf den rechten Fahrbahnrand zu richten. Ausserdem ist es wichtig, sicherzustellen, dass man eine saubere Windschutzscheibe hat. Das hilft, Spiegelungen zu vermeiden, die das Blendungsrisiko erhöhen.»

Schliesslich empfiehlt die BFU, bei Sehschwierigkeiten beim nächtlichen Fahren regelmässige Sehkontrollen durchzuführen und bei Bedarf Brillengläser mit Entspiegelung zu verwenden.

Internationale Regeln

Das Bundesamt für Strassen (Astra) sagt, man sei sich bewusst, dass falsch eingestellte Scheinwerfer und LED-Licht ein Problem darstellen. Es seien internationale Studien dazu im Gang, deren Empfehlungen auf internationaler Ebene umgesetzt werden müssten. Denn Fahrzeuge mit EU-Typengenehmigung werden auch direkt in der Schweiz zugelassen. Der TCS unterstützt eine Anpassung der betreffenden Regelungen.

RTS, 19h30, 27.12.2025, 19:30 Uhr

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