Beim sogenannten Slickback werden die Haare stark nach hinten gezogen, etwa zu einem Pferdeschwanz oder Dutt. Die Frisur ist auf sozialen Netzwerken beliebt, zahlreiche Tutorials zeigen, wie sie gelingt. Damit die Haare halten, kommen oft grosse Mengen Gel oder Haarspray zum Einsatz.
Trendfrisur: So verzögern Sie den Haarausfall
Wird diese Frisur jedoch über längere Zeit getragen – aus ästhetischen Gründen oder wegen beruflicher Vorgaben –, kann es zu schleichendem Haarverlust kommen. Betroffen sind vor allem junge Frauen, aber auch Sportler mit langen Haaren.
Eine Frisur mit Mass
«Zu uns kommen oft Mütter mit ihren Töchtern, die wegen eines plötzlichen Haarverlusts besorgt sind», berichtet Neda Barouti gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS. Barouti ist FMH‑Dermatologin mit Spezialisierung auf Kopfhauterkrankungen an der Klinik Rive Gauche in Genf. In der Dermatologie spreche man dabei von Traktionsalopezie.
«Kopfhaut und Haarfollikel sind lebendes Gewebe», erklärt Barouti. «Zug, Stylingprodukte, wiederholtes Kämmen und Vitaminmangel wirken zusammen. Irgendwann reagiert die Kopfhaut und sagt: ‹Jetzt reicht es.›»
Gleichzeitig gibt die Dermatologin Entwarnung: «Wenn man die Haare einmal oder während eines Monats streng zurückkämmt, passiert nichts.» Viele Betroffene spürten am Abend sogar eine Erleichterung, sobald sie die Haare lösten. Entscheidend sei deshalb Zurückhaltung. Barouti empfiehlt, diese Frisur nur gelegentlich zu tragen – etwa zu einem Anlass.
Hinzu kommt, dass der Haarverlust nicht sofort sichtbar ist. «Viele verspüren Schmerzen an der Kopfhaut und nehmen das wahr», sagt Barouti. «Doch weil der Haarverlust sehr langsam verläuft, bemerken sie ihn zunächst nicht.»
Ernährung spielt eine wichtige Rolle
In gewissen Berufsfeldern, etwa im Luxusverkauf, in der Hotellerie oder in der Gastronomie, ist diese Frisur teilweise vorgeschrieben. Wer sie regelmässig tragen muss, sollte besonders auf die eigene Gesundheit achten.
«Haare sind oft ein Spiegel unseres inneren Zustands», erklärt Barouti. Stress, Müdigkeit, Nährstoffmängel oder hormonelle Veränderungen zeigten sich auch im Haar. Eine ausgewogene Ernährung sei deshalb zentral.
Was tun bei beginnendem Haarausfall?
Wer erste Anzeichen bemerkt, sollte vor allem eines tun: den Zug auf die Haare reduzieren. Zusätzlich könne eine sanfte Massage der Kopfhaut die Durchblutung fördern. Auch stärkende Pflegeprodukte oder eine Mesotherapie mit Vitaminen kämen infrage.
«Sehr wichtig ist zudem eine Ernährung mit ausreichend Eisen, Zink und Proteinen», betont Barouti. So lasse sich der Haarverlust zumindest bremsen.