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Stimmen aus der Community «dialog»-Community zu Grönland: «Unbedingt Stellung beziehen»

Die Drohung von US-Präsident Donald Trump, Grönland zu übernehmen, hat bei der «dialog»-Community eine breite Debatte ausgelöst. Die grosse Mehrheit spricht sich dabei für eine klarere Haltung der Schweiz zugunsten völkerrechtlicher Prinzipien aus.

Bei der nichtrepräsentativen Umfrage auf der SRG-Debattenplattform sprechen sich 91 Prozent der Userinnen und User dafür aus, dass die Schweiz im Rahmen ihrer Möglichkeiten Position beziehen und Grönland diplomatisch unterstützen sollte.

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Diese Haltung zeigt sich etwa im Kommentar von «Change Manager»: «Die Schweiz muss unbedingt für einmal Stellung beziehen, ansonsten besteht das Risiko, dass sie ein ‹US‑Schlupfloch› wird für zukünftige EU‑Sanktionen.»

Immer wieder wird betont, dass die Schweiz eng mit Europa verflochten sei und ihre Aussenpolitik entsprechend ausrichten müsse. «Europa und nicht Amerika bietet uns eine nachhaltige wirtschaftliche sowie auch politische Option», schreibt «Changer Manager».

Auch der User «Intervenant Renseigné» knüpft an diese Perspektive an und fordert eine aktivere Rolle Europas – und der Schweiz:
Die Schweiz «kann nicht länger passive Zuschauerin derjenigen sein, die sie umgeben und gratis schützen.»

Wenn wir Grönland nicht unterstützen, insbesondere wenn seine territoriale Integrität und seine Souveränität angegriffen werden, dann wird nichts einen anderen Staat daran hindern, die Schweiz anzugreifen.
Autor: Uinet propane «dialog»-User

Für diese Stimmen ist klare Positionierung nicht nur ein Ausdruck von Solidarität, sondern ein Schutz vor Präzedenzfällen, die langfristig die Schweiz selbst betreffen könnten.

Blick auf die Bevölkerung Grönlands

Auch die Lage der Bevölkerung Grönlands wird thematisiert. «Was würde in der Zwischenzeit aus den rund 50'000 Grönländern werden, wenn die USA die Insel schlucken würden?», fragt der User «Logographe Exigeant» und verweist auf mögliche Fragen des Passrechts und der Selbstbestimmung.

Der Schutz solcher Grundrechte wird von vielen als Aufgabe angesehen, die der Schweiz aus ihrer aussenpolitischen Tradition heraus nicht fremd sei. «Die Neutralität hat ihre Grenzen, das haben wir bei den Sanktionen gegen Russland gesehen.»

Menschenmenge bei einer Demonstration mit Fahnen.
Legende: Ein Grossteil der «dialog»-Community verlangt, dass die Schweiz hinter Grönland steht. Keystone/Emil Helms

Einige Beiträge verknüpfen die Frage nach der Unterstützung zusätzlich mit Überlegungen zur eigenen Sicherheitspolitik. Der User «Uinet propane» formuliert es so: «Wenn wir Grönland nicht unterstützen, insbesondere wenn seine territoriale Integrität und seine Souveränität angegriffen werden, dann wird nichts einen anderen Staat daran hindern, die Schweiz anzugreifen.»

Zurückhaltung und Abhängigkeiten

Gleichzeitig plädieren einige Stimmen für Zurückhaltung. «Wir sollen ihnen helfen, solange die Schweiz dabei noch neutral bleibt», schreibt der User «Matthias Meier».

Auch mögliche Abhängigkeiten gegenüber den USA werden angesprochen: «Die Schweiz ist ein kleines Land mit wenig militärischer Unterstützung, somit hätten wir keine Chancen, wenn die USA respektive Donald Trump uns ins Sichtfeld nehmen würden.»

Neutralität und Reputationsrisiken

Einige wenige Stimmen lehnen eine Einmischung grundsätzlich ab: «Die Schweiz sollte sich nicht in den Konflikt einmischen. Wir können dazu schlicht nichts beitragen. Alle möglichen Massnahmen wären einfach nur lächerlich», erklärt der User «Jar unik».

Andere plädieren für reine Vermittlung und warnen vor Reputationsrisiken, so etwa der User «Aldobrando Del Lago»: «Ich denke nicht, dass es notwendig ist, dass die Schweiz Grönland unterstützt … die Schweiz muss sich mit der Rolle versöhnen, die sie in der Vergangenheit gespielt hat, als Vermittlerin aufzutreten und sich mit Vernunft und Ausgewogenheit zu präsentieren.»

SRF 4 News, 20.1.2026 ; 

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