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Stimmen aus der Community «dialog»-Community zu UBS: «Eine Bank darf nie so mächtig werden»

Die Skepsis gegenüber der UBS wächst: Eine klare Mehrheit der «dialog»-Community sieht in ihrer Grösse ein Risiko.

Zwischen dem Bundesrat und der UBS haben sich die Fronten verhärtet.

Und auch die «dialog»-Community blickt skeptisch auf die Grossbank, die kürzlich mit einem riesigen Quartalsgewinn von 3.04 Milliarden US-Dollar überrascht hat.

So eine «Megabank» sei ein zu grosses Risiko für die Schweiz, sagen 70 Prozent der Userinnen und User von «dialog» in einer nicht repräsentativen Umfrage.

«Ein systemisches Risiko, das die Grenzen überschreitet und das gesamte Bank- und Finanzwesen, dann die Wirtschaft und dann eine revoltierende Bevölkerung erreicht», sagt beispielsweise die Userin mit dem Pseudonym «Débatteur Résolu».

Im Bankwesen wie in der Architektur bedroht das, was zu massiv ist, manchmal seine eigenen Fundamente. 
Autor: «Sentinelle Civique» «dialog»-User

«Ohne bekanntes Unterstützungsabkommen riskiert man eine Panikbewegung, die weder das Eigenkapital noch die Finma eindämmen können. Die Steuerzahler der kleinen Schweiz müssen nicht allein die Welt versichern.»

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Es sei an sich nichts Schändliches, dass eine prosperierende Nation ein grosses Finanzinstitut beherberge, gibt «Sentinelle Civique» zu bedenken: «Aber dass sie von einem Koloss abhängt, dessen Fall gegen das Allgemeininteresse verstossen würde, ist besorgniserregend. Dann bekommt das Prinzip der Verantwortung Risse», sagt er.

Und schlägt vor, dass «die Schweiz, Heimat der Vorsicht, die verstreute Solidität der fragilen Grösse vorziehen» soll. «Im Bankwesen wie in der Architektur bedroht das, was zu massiv ist, manchmal seine eigenen Fundamente.» 

Eine Megabank wie die UBS verstärkt die gefährliche Too-big-to-fail-Mentalität.
Autor: «Margarita P» «dialog»-Userin

Die meisten Userinnen und User fragen sich, wie die UBS überhaupt so gross werden durfte. «Wir dürfen nicht damit rechnen, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat», schreibt «Tom der Vernünftige» und erhält dafür unter anderem Zustimmung von «Margarita P»: «Erste Bank Konkurs, zweite Bank Konkurs – irgendwann muss die Schweiz daraus Konsequenzen ziehen. Eine Megabank wie die UBS verstärkt die gefährliche Too-big-to-fail-Mentalität», schreibt sie.

«Mittel- und langfristig besteht die Gefahr, dass sie wieder grössere Risiken eingeht als kleinere Banken. Denn sie weiss: Wenn sie scheitert, kann der Staat sie kaum fallen lassen, weil sonst die ganze Schweizer Volkswirtschaft gefährdet wäre, aber eine einzelne Bank darf nicht so mächtig werden, dass sie faktisch eine Staatsgarantie besitzt.»

Genau deshalb fordert die «dialog»-Community auch die strengstmögliche Überwachung: «Auch wenn die UBS damit nicht einverstanden ist. Denn sollte sie zusammenbrechen, würde das ganze Land zusammenbrechen», sagt «Retraîtée chroniqueuse». «Wir haben bereits alle Probleme gesehen, die es mit den Banken gegeben hat, also ist Wachsamkeit das Beste für alle.»

Mensch vor UBS-Gebäude.
Legende: Für viele «dialog»-Userinnen und -User ist die Megabank UBS kein Sicherheitsanker, sondern ein Unsicherheitsfaktor. Keystone/Claudio Thoma

Solche Risiken können kontrolliert werden, sagen die rund 30 Prozent der Userinnen und User, die eine Megabank wie die UBS als Vorteil für die Schweiz sehen: «Genau das setzt der Bundesrat um», sagt «Nospe Clairvoyant». «Der Vorteil ist, dass diese Bank weiterhin zu den grössten Banken der Welt gehört, was auch Teil unseres Wohlstands und unserer Bekanntheit ist.»

Die Debatte müsse deshalb auch weniger emotional geführt werden: «Die Wichtigkeit der Megabanken wird völlig überschätzt, es sind schon einige davon in der jüngeren Geschichte eingegangen und trotzdem stehen die Börsenkurse höher denn je», schreibt beispielsweise «Renato X». «Es sollte einfach ein Gesetz geschaffen werden, das besagt, dass es absolut keine Staatshilfe im Konkursfall gibt.»

 

Echo der Zeit, 29.4.26, 18 Uhr;liea

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