Schweizer Flughäfen verzeichnen neue Passagierrekorde. Ein Zeichen für ungebrochene Reiselust, aber auch für wachsende Herausforderungen im Klimaschutz.
Braucht es deshalb eine Flugticketabgabe, um die Umweltkosten besser abzubilden?
Ja, sagen 61 Prozent der «dialog»-Community in einer nicht repräsentativen Umfrage.
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«Es besteht dringender Handlungsbedarf, eine wirklich abschreckende Steuer einzuführen, um Flugreisen unattraktiver zu machen», schreibt ein User mit dem Pseudonym «Jérémy L.». «Wenn die Reisen in diesem Tempo weitergehen, wird das ausgestossene CO₂ die Klimaverschlechterung nur beschleunigen und unser Überleben selbst gefährden.»
Eine Flugticketabgabe ist ein Steuerungsinstrument im Dienste einer besser wahrgenommenen kollektiven Verantwortung
Auch «Sentinelle Civique» ist davon überzeugt, dass die Folgen für die Umwelt aufgrund der «kontinuierlichen Intensivierung des Flugverkehrs» nicht länger ignoriert werden können: «Eine Flugticketabgabe stellt die Reisefreiheit keineswegs infrage, sondern zielt darauf ab, die ökologischen Kosten, die heute unzureichend berücksichtigt werden, in den Ticketpreis zu integrieren», schreibt er.
«Es handelt sich also nicht um eine Bremse für den Fortschritt, sondern um ein Steuerungsinstrument im Dienste einer besser wahrgenommenen kollektiven Verantwortung.»
Da diese Verantwortung heute fehle, müsse Fliegen schlicht teurer werden, findet auch «Hans Wiesmer»: «Dann überlegen es sich einige wohl, ob sie wirklich mit Touristenmassen an einen Badestrand fliegen wollen oder doch besser einmal Ferien mit der Bahn oder in der Schweiz machen.»
Genau an diesem Effekt jedoch zweifeln viele Debattierende. «Viele Leute hatten noch vor Kurzem gesagt, sie würden ihre Gewohnheiten ändern, aber jetzt stelle ich fest, dass manche Leute wegen jedem Mist das Flugzeug nehmen», schreibt «Retraîtée Chroniqueuse».
Eine Flugticketabgabe würde die Ärmsten gegenüber den Reichsten benachteiligen, das wäre grundlegend ungerecht.
Teurere Flugtickets träfen vor allem den ärmeren Teil der Bevölkerung, vermögende Vielreisende würden dadurch nicht abgeschreckt, finden viele Userinnen und User. «Solange die Wohlhabenden den Planeten als Spielplatz betrachten, wird die Zahl der Flüge nicht abnehmen, ganz im Gegenteil», schreibt beispielsweise «Louise Michel».
Eine Flugticketabgabe sei deshalb «grundlegend ungerecht», lautet das Fazit von «Insert Name Here». «Der einzige Weg, eine Veränderung herbeizuführen, ist der kulturelle Weg», ergänzt er.
Ein solcher Weg könnte ein «Gutscheinsystem» sein, schreibt «engagierter Denker»: «Jeder Mensch in der Schweiz bekommt für individuelle Mobilität eine gewisse Menge an Gutscheinen. Wer sie nicht braucht, kann sie verkaufen. Ein kleiner Schritt zu einem etwas gerechteren System.»
Einen anderen Vorschlag hat «Hartnäckiger Denker»: «Es müsste eine progressive Meilensteuer geben. Denn ein Grossteil der Emissionen im zivilen Bereich wird von den Gutbetuchten verursacht, ein erheblicher Teil dabei sogar von Privatmaschinen.»
Die Stimmen aus der «dialog»-Community zeigen: Die meisten sind sich einig, dass Fliegen teurer werden muss. Wie genau das geschehen soll, bleibt jedoch offen – und weiter umstritten.