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Tourismus Trotz wenig Schnee: «Spektakulärer» Start für Bündner Skigebiete

Die Bündner Tourismusbranche zeigt sich mit den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr sehr zufrieden. Sowohl Bergbahnen als auch Hotellerie verzeichneten ein Plus von 6 Prozent – trotz wenig Schnee.

Der Start der Hochsaison in Graubünden sei zufriedenstellend, so der Tenor der Tourismusbranche. Die Zahlen seien gut – ja, sogar sehr gut. Ernst Wyrsch, Präsident von Hotelleriesuisse Graubünden, spricht sogar von einem «spektakulären Start».

Es seien mehr Leute gekommen und vor allem mehr Leute, die Lust hatten, Geld auszugeben. So sei auch der Umsatz pro Kopf gestiegen, sagte Wyrsch gegenüber dem Radio und Fernsehen der Rätoromanischen Schweiz (RTR).

«Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten sechs Prozent mehr Gäste als im Vorjahr», berichtete Wyrsch. Zu verdanken sei dies vor allem internationalen Gästen und insbesondere US-amerikanischen Touristinnen und Touristen.

Dieser Erfolg sei auch dem guten Wetter zu verdanken, der Möglichkeit, Kunstschnee zu produzieren – und auch dem reichhaltigen Angebot am Pistenrand.

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So bot zum Beispiel die Region Surselva ein Alternativprogramm an. Kevin Burnold, Geschäftsführer von Surselva Tourismus, zeigte sich gegenüber RTR zufrieden mit den letzten beiden Wochen: «Wir hatten diverse Märkte und gutes Wetter. Die Leute schienen trotz wenig Schnee sehr zufrieden zu sein.»

Wie rechtfertigen sich die hohen Preise?

Auf den Schnee warten die Bergbahnen weiterhin. Erst wenn dieser da ist, können sie mehr Pistenkilometer anbieten – oder überhaupt das Skigebiet öffnen.

Eine Diskussion, die in letzter Zeit für viel Kritik gesorgt hat: volle Preise für Tageskarten bei einem reduzierten Angebot – ist das gerechtfertigt?

Blick auf Davos (6.1.2026).
Legende: Blick auf Davos (6.1.2026). KEYSTONE/Gian Ehrenzeller

In der Surselva hätten viele Bergbahnen die Preise reduziert, teilweise um bis zu 20 Prozent, berichtet Brunold. «Die Bergbahnen haben alles getan, um das Gebiet mit viel Investition in Kunstschnee offenzuhalten. Ohne diese Einnahmen wäre es schwierig.» Reklamationen habe es kaum gegeben, die Leute hätten die Situation akzeptiert und seien letztlich froh gewesen, überhaupt Ski fahren zu können.

Auch Ernst Wyrsch ist kritisch gegenüber vollen Preisen bei eingeschränktem Angebot. Dass Bergbahnen über die Feiertage so gut wie möglich profitieren möchten, sei klar – und doch mahnt er: «Es läuft fast zu gut mit dem Bündner Tourismus. Das tut der Tourismusbranche in der Regel nicht gut, da muss man aufpassen.»

RTR Magazin, 07.01.2026, 12:00 Uhr; noes

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