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Umweltverschmutzung in Afrika Senegals Plastikmann und sein Schweizer Schüler

Ein senegalesischer Umweltaktivist reist durchs Land, um gegen die omnipräsenten Abfallberge zu kämpfen. An seiner Seite: Ein 22-jähriger Zürcher, der eigentlich zum Surfen kam.

Mit seinen kilometerlangen Stränden wäre Dakar eigentlich der perfekte Badeort. Doch die Realität vor Ort ist eine andere: Plastikmüll überall.

Der senegalesische Umweltaktivist Modou Fall will das nicht einfach hinnehmen. In einem Kostüm aus Hunderten von zusammengesammelten Plastiksäcken geht er durchs Land, um die Plastikgefahr anzuprangern.

Zwei Personen in bunten Kostümen aus Plastik auf einer belebten Strasse.
Legende: Setzen auf Bildung bei den Jüngsten: Modou Fall mit Niklas Bruggeman. RTS

«Am Anfang war es etwas kompliziert, weil die Leute meine Botschaft nicht verstanden haben», sagt er gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Aber jetzt, wenn ich rausgehe, wollen alle ein Foto mit mir machen, weil sie es verstanden haben. Es ist eine Ehre, dem Plastikmann auf der Strasse zu begegnen und mit ihm zu diskutieren.»

Ein junger Zürcher begleitet ihn auf seiner ökologischen Pilgerreise: Niklas Bruggeman kam zum Surfen in den Senegal und blieb, um sich zu engagieren.

Unterwegs im Senegal mit Fall und Bruggeman

«Wir sind aus zwei Generationen, von zwei Kontinenten, aber zusammen kämpfen wir gegen die Plastikverschmutzung, weil sie keine Grenzen kennt», sagt er.

Dafür hat Bruggeman in weniger als einem Jahr Französisch und die lokale Sprache Wolof gelernt. «Ich musste etwas tun, weil ich den Senegal liebe und möchte, dass dieses Land sauberer und gebildeter wird», so Bruggeman.

Aufklärung in den Schulen

Der Senegal hat 2020 ein Gesetz verabschiedet, das Einwegplastik verbietet. Angewendet wird es aber noch immer nicht, und so gibt es auch keine Sanktionen. Also setzen Modou Fall und Niklas Bruggeman auf Aufklärung.

Zum Beispiel in einer Schule in Guédiawaye, einem Arbeiterviertel in der Hauptstadt Dakar. «Bis 2050 könnte es mehr Plastik als Fische im Meer geben. Möchtet ihr, dass das Nationalgericht des Senegal weiterhin Reis mit Fisch bleibt, oder dass es zu Reis mit Plastik wird?», fragt Niklas Bruggeman die vor ihm versammelten Schulkinder. «Mit Fisch!», antworten die Kinder im Chor. «Reduzieren, recyceln, wiederverwenden, ablehnen, das ist das System», ergänzt Modou Fall.

Ihre Botschaft tragen die beiden bis in den äussersten Süden des Senegal – und über die sozialen Medien auch in die ganze Welt, um auf die Plastikplage aufmerksam zu machen.

RTS, 19h30, 4.5.2026, 19:30 Uhr;liea

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