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Widerstand gegen Tech-Gigant Die Kampagne «QuitGPT» ruft zum Boykott von ChatGPT auf

Eine Kampagne unter dem Namen «QuitGPT» fordert die Nutzerinnen und Nutzer von ChatGPT dazu auf, die Plattform zu verlassen. Es ist eine von mehreren Initiativen, die versuchen, wegen ihrer Nähe zur Regierung Trumps Druck auf die US-Tech-Giganten zu machen.

ChatGPT ist der meistgenutzte Chatbot mit künstlicher Intelligenz, mit weltweit fast 900 Millionen wöchentlich aktiven Nutzerinnen und Nutzern.

Er gibt aber auch immer wieder Anlass zu Kritik: wegen der angeblich geringeren Leistung des Modells GPT-5.2, Mängeln beim Datenschutz, dem Platzieren von Werbung auf der Benutzeroberfläche oder den Risiken für die psychische Gesundheit.

Für die Initiantinnen und Initianten der Bewegung «QuitGPT» ist das Hauptmotiv jedoch politischer Natur. Sie prangern die Verbandelungen des Unternehmens mit der Regierung Trumps an. Nach ihren Angaben haben Greg Brockman, Mitgründer von OpenAI, der Mutterfirma von ChatGPT, und seine Ehefrau je 12.5 Millionen Dollar (9.6 Millionen Franken) an die Kampagne des amerikanischen Präsidenten gespendet.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Beteiligung von OpenAI an gewissen Regierungsaktivitäten. Die ICE, die Polizeieinheit, die massenhaft Migrantinnen und Migranten aus den USA ausschafft, nutzt ein von GPT-4 betriebenes Tool für die Rekrutierung neuer Beamter. So steht es in einem Inventar der Systeme mit künstlicher Intelligenz, das im Januar vom amerikanischen Ministerium für Innere Sicherheit veröffentlicht wurde.

Von 700’000 Personen geliket

Die Organisatoren der Kampagne bezeichnen sich selbst als «Kollektiv von Aktivistinnen und Aktivisten für die Demokratie». Sie haben Anfang Februar ihre eigene Website quitgpt.org lanciert, auf der sie die Nutzerinnen und Nutzer dazu einladen, ChatGPT vollständig zu deinstallieren, ihre bezahlten Abonnemente zu kündigen und die Information über soziale Netzwerke zu teilen, um mehr Menschen darauf aufmerksam zu machen.

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Auf ihrer Website empfehlen sie auch «datenschutzfreundliche und Open-Source-Alternativen» wie Confer, Alpine, Lumo oder auch Claude.

Die Organisatoren behaupten, dass sich über 17’000 Personen auf der Website der Kampagne registriert haben und 700’000 ihre Sympathie dafür bekundet haben. Zu den Unterstützern gehören Prominente wie der Schauspieler Mark Ruffalo.

Wirkung dürfte gering sein

Was die Kampagne tatsächlich bewirkt, ist jedoch schwer messbar. «Es gibt zahlreiche Beispiele für gescheiterte Kampagnen dieser Art, aber wir haben auch grosse Wirksamkeit festgestellt», sagte die Soziologin Dana Fisher von der American University dem Magazin «MIT Technology Review».

Eine Boykottwelle beeinflusse selten das Verhalten eines Unternehmens, es sei denn, sie erreiche eine kritische Masse, präzisierte sie. «Der potenzielle Kipppunkt liegt im Konsumverhalten, wenn genügend Kundinnen und Kunden ihr Geld einsetzen, um ihre politischen Meinungen auszudrücken.»

In dieselbe Richtung wie «QuitGPT» zielt die Initiative «Resist and Unsubscribe» (widersteht und kündigt), die vom amerikanischen Unternehmer Scott Galloway lanciert wurde. Sie richtet sich gegen mehrere Tech-Giganten wie Google, Meta oder OpenAI wegen deren angeblicher Verbindung zur Politik von Donald Trump.

Heute Morgen, 16.2.2026, 8 Uhr

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