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Frauen unter den Taliban «Me vs Afghan woman»: Unterdrückung als Social-Media-Trend

  • Unter dem Hashtag «me vs Afghan woman» vergleichen Social-Media-Nutzerinnen weltweit ihr freies Leben mit dem Alltag von Frauen unter den Taliban.
  • Die Beiträge beginnen oft mit Frust über Schule, Arbeit oder Kleidung und zeigen im Anschluss eine Afghanin, die diese Freiheiten nicht hat.
  • Der Trend lenkt Aufmerksamkeit auf die Unterdrückung, zeigt aber nur einen Ausschnitt aus dem Leben afghanischer Frauen.

Bei zahlreichen anderen Nutzerinnen stösst der Trend auf Kritik: Afghaninnen erscheinen oft als namenlose Opfer, während die Postenden selbst im Mittelpunkt stehen und ihre Privilegien inszenieren.

Gleichzeitig erreicht das Thema somit viele Menschen, die sich sonst kaum mit der Lage in Afghanistan beschäftigen würden.

Wenn Luxusprobleme Leben retten

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Besonders wertvoll kann Aufmerksamkeit durch solche Trends werden, wenn sie zu einer konkreten Handlung führt – etwa zu Spenden, zum Teilen von Beiträgen afghanischer Frauen oder zu Unterstützung für Hilfsorganisationen.

Wie das gehen kann, zeigte sich beispielsweise 2012 unter dem Hashtag #FirstWorldProblems. Zwei Jahren nach dem verheerenden Erdbeben lasen Menschen in Haiti dabei banale Beschwerden über schlechtes WLAN oder kalte Autositze vor. Die Organisation hinter dem Video verband die virale Aufmerksamkeit direkt mit Spenden für sauberes Wasser.

Seit der Machtübernahme im August 2021 haben die Taliban Frauen fast vollständig aus dem öffentlichen Leben gedrängt. Mädchen dürfen nur bis zur sechsten Klasse zur Schule. Frauen sind von Hochschulen ausgeschlossen und dürfen nur noch in wenigen Berufen arbeiten.

Eine Person in einem weissen Gewand geht vor mehreren Personen im Freien.
Legende: Eine Frau in Burka flieht im November 2001 aus Khanabad, während US-Kampfflugzeuge Taliban-Stellungen bei Kunduz bombardieren. Die Burka prägt bis heute viele Bilder über Afghanistan – zeigt aber nur einen Teil der Lebensrealität afghanischer Frauen. Getty Images / Sion Touhig

Viele Parks und Sportanlagen sind tabu. Für längere Reisen brauchen sie meist einen männlichen Begleiter. Auch öffentliches Sprechen und Singen ist stark eingeschränkt.

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