- Unter dem Hashtag «me vs Afghan woman» vergleichen Social-Media-Nutzerinnen weltweit ihr freies Leben mit dem Alltag von Frauen unter den Taliban.
- Die Beiträge beginnen oft mit Frust über Schule, Arbeit oder Kleidung und zeigen im Anschluss eine Afghanin, die diese Freiheiten nicht hat.
- Der Trend lenkt Aufmerksamkeit auf die Unterdrückung, zeigt aber nur einen Ausschnitt aus dem Leben afghanischer Frauen.
Bei zahlreichen anderen Nutzerinnen stösst der Trend auf Kritik: Afghaninnen erscheinen oft als namenlose Opfer, während die Postenden selbst im Mittelpunkt stehen und ihre Privilegien inszenieren.
Gleichzeitig erreicht das Thema somit viele Menschen, die sich sonst kaum mit der Lage in Afghanistan beschäftigen würden.
Seit der Machtübernahme im August 2021 haben die Taliban Frauen fast vollständig aus dem öffentlichen Leben gedrängt. Mädchen dürfen nur bis zur sechsten Klasse zur Schule. Frauen sind von Hochschulen ausgeschlossen und dürfen nur noch in wenigen Berufen arbeiten.
Viele Parks und Sportanlagen sind tabu. Für längere Reisen brauchen sie meist einen männlichen Begleiter. Auch öffentliches Sprechen und Singen ist stark eingeschränkt.