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Teilen macht Sinn, in der Praxis gibt es noch Hürden (SRF 3).
Aus Digital vom 21.09.2022.
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Kreislaufwirtschaft Sharing Economy: Mieten statt besitzen oder wegwerfen

Ressourcen sind beschränkt, weniger konsumieren ist nachhaltig. Doch die Hürden zur Sharing Economy sind hoch.

Um das Prinzip der Sharing Economy zu erklären, wird oft das Beispiel der Bohrmaschine herangezogen: Wer ein Bild aufhängen will, muss nur die Schraube in der Wand besitzen. Auf die Bohrmaschine kann man dagegen verzichten, sobald die Schraube in der Wand steckt. Es ist darum sinnvoll, die Bohrmaschine auszuleihen, statt zu kaufen. Das spart nicht nur Platz und Geld, es schont auch die Umwelt.

Die Idee ist nicht neu. Die Schweizer Online-Plattform Sharely bringt seit 2013 Vermieter und Mieterinnen von Gegenständen zusammen. Doch auch wenn man auf der Webseite Gegenstände mieten kann, die in der Praxis sinnvoller sind als die oft bemühte Bohrmaschine, blieb der Grosserfolg bis jetzt aus.

Bewusstsein schaffen

Dafür gebe es verschiedene Gründe, sagt Ivo Kuhn, Co-Geschäftsführer von Sharely: Für ein dreitägiges Open Air kauften sich viele ein billiges Zelt, das schnell kaputtgeht und das zu viele gleich auf dem Festivalgelände entsorgen.

Dabei könnte man über Sharely für die Dauer des Festivals für 50 Franken ein hochwertiges Zelt mieten, so Ivo Kuhn. Doch die Idee sei bei den Leuten einfach noch nicht angekommen. Damit sich das ändert, braucht es eine Plattform mit einem möglichst breiten Angebot von möglichst vielen Vermietern, damit man auch tatsächlich fündig wird.

Erfolgreiche Unternehmen der Sharing Economy wie Airbnb oder Mobility haben es einfacher, weil sie sich auf Nischen konzentrieren. Sucht man für ein paar Tage eine Unterkunft oder für ein paar Stunden ein Auto, so ist klar, wo man sie findet.

Sharing Economy: Nicht nur für Laien

Um das Angebot zu erweitern, arbeitet Sharely mit Unternehmen zusammen, zum Beispiel mit einem bekannten Hersteller von Hochdruckreinigern. Die Geräte bleiben im Besitz des Herstellers, Sharely kümmert sich um den Transport, die Abrechnung und die Versicherung.

Von dieser Dienstleistung profitiert auch die Migros, die nun Geräte und Werkzeug für Gärtnerinnen oder Heimwerker über Sharely vermietet. Abholen kann man die Kreissäge oder den Rasenmäher in einer Filiale – und sich dort vielleicht auch noch mit Dünger oder Holzfarbe eindecken, so die Hoffnung des Grossverteilers.

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Sharing Economy: Teilen statt kaufen
01:04:01 min
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Auch Sportgeschäfte sind an einer Zusammenarbeit interessiert. Sie können Skiausrüstungen oder Mountainbikes auf der Online-Plattform anbieten, werden so schneller gefunden und brauchen sich nicht um die Administration zu kümmern.

Komfort ist entscheidend

«Bequemlichkeit ist der ausschlaggebende Faktor, wenn es darum geht, ob ich etwas kaufen oder mieten soll», meint Ivo Kuhn: Wie viele Klicks braucht man, bis man das gesuchte Produkt gefunden hat? Wie weit muss man fahren? Wie lange muss man warten?

Zusammen mit den SBB testete die Plattform in einem Pilotversuch einen effizienten Weg für die Übergabe der Gegenstände. In verschiedenen Bahnhöfen in der Schweiz wurden Schliessfächer installiert, die sich mit einer App öffnen lassen.

So kann der Vermieter auf dem Weg zur Arbeit die Kamera am Bahnhof deponieren und dem Mieter übers Internet einen Code schicken, mit dem sich das Fach öffnen lässt. Die Übergabe klappt so auch ohne gemeinsamen Termin.

Mit innovativer Logistik und einem möglichst breiten Angebot soll die Sharing Economy in der Schweiz zum Erfolg werden.

SRF3, 21.9.2022, 13:15 Uhr

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44 Kommentare

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  • Kommentar von SRF (SRF)
    Guten Abend liebe Community, vielen Dank für die spannende Debatte - für heute schliessen wir die Kommentarspalte und wünschen Ihnen einen schönen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Anna Kissling  (Cristalmix)
    Wenn das wirklich Schule machen würde, könnten wir x-tausende von Arbeitsplätzen vergessen.
    Man stelle sich vor, wenn nur noch die Hälfte produziert würde.
    1. Antwort von Peter Zurbuchen  (drpesche)
      Eine durchaus schöne Vorstellung, Frau Kissling!
    2. Antwort von Anna Kissling  (Cristalmix)
      Ich wollte nur darauf aufmerksam machen.
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Sharing Economy bemerkenswerte Wortkombination. Was sie also nicht bedeutet, ist das die Economy und ihre Kapitäne ihre Gewinne mit der Bevölkerung teilen.
  • Kommentar von Jörg Dieter  (jorgd)
    Warum können Computerprogramme, elektronische Bücher, Games, IP und Software nicht zwischen Menschen getauscht werden und haben himmelhohe Gemeinkosten? Das sollte der erste und einfachste Teil der Sharing Economy sein. Es sieht so aus, als ob Software-Giganten vor der Realität geschützt sind.
    1. Antwort von Andi Raschle  (aras)
      Herr Dieter: Ich verstehe was Sie meinen. Nur leider finde ich, dass das am Problem Littering bzw. Wegwerfgesellschaft vorbeigeht. OK bei Computergames könnte man noch über Datenträger diskutieren. Tatasächlich aber ist es doch so, dass wenn ein virtuelles Gut "entsorgt" wird, dies einfach gelöscht wird und keine Abfall im üblichen Sinn entsteht. Das Sharing von Werkzeugen, Campinggegenstände und Ähnlichem ist in jedem Fall sinnvoll. Auch Secondhand sollte wieder mehr genutzt werden.
    2. Antwort von Peter Zurbuchen  (drpesche)
      Elektronische Bücher können Sie, gleich wie physische Bücher, in der Bibliothek ausleihen, Herr Dieter.
      Die Bibliothek ist ein uraltes Beispiel dafür, dass Sharing Economy möglich ist.