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In über 1700 Metern Tiefe Blauer Mini-Oktopus vor den Galápagos-Inseln entdeckt

  • Vor den Galápagos-Inseln im Pazifik haben Forschende eine neue, winzige Tiefsee-Oktopusart entdeckt.
  • Das Tier ist blau, kaum grösser als ein Golfball und hat kurze, rund drei bis vier Zentimeter lange Ärmchen.
  • Entdeckt wurde der Oktopus vor rund elf Jahren in über 1700 Metern Tiefe durch einen ferngesteuerten Unterwasserroboter.

Die Entdeckung geht auf eine Tiefsee-Expedition mit einem Forschungsschiff im Jahr 2015 zurück. Nahe der Isla Darwin im äussersten Nordwesten des Galápagos-Archipels steuerte die Besatzung einen ferngesteuerten Unterwasserroboter (ROV) über den Meeresboden. In einer Tiefe von rund 1773 Metern filmte die Kamera an einem Unterwasserberg den kleinen Kraken.

Kleiner Oktopus auf sandigem Meeresboden.
Legende: Die neue Spezies hat den Namen «Microeledone galapagensis» erhalten. PD

Videoaufzeichnungen der Mission dokumentieren die Begeisterung der Wissenschaftler: «Er ist winzig» und «Er ist blau», hielten sie ihre ersten Eindrücke fest. Während der Expedition wurden zwei weitere Exemplare beobachtet, ein weibliches Individuum wurde für Untersuchungen eingefangen.

Janet Voight, Expertin für Tintenfische am Field Museum in Chicago und Hauptautorin der Studie, erkannte sofort die Besonderheit des Fundes. «Ich hatte so etwas noch nie gesehen», sagte sie. Die Oktopusse haben kurze, rund drei bis vier Zentimeter lange Ärmchen mit jeweils etwa 30 Saugnäpfen.

CT-Scan statt Aufschneiden für Artbeschreibung

Da das Team nur ein Tier der neuen Art gefangen und einen weiteren Fang als unwahrscheinlich erachtet hatte, stand es vor einer wissenschaftlichen Herausforderung. Für eine klassische Artbeschreibung müssen normalerweise typische Merkmale wie Mundwerkzeuge und Organe untersucht und beschrieben werden, was das Aufschneiden von Exemplaren erfordert hätte. Voight und Stephanie Smith, Leiterin des CT-Labors am Field Museum, nutzen stattdessen hochauflösende Mikro-Computertomografie (Mikro-CT).

Durch diese Methode wurden tausende Röntgen-Schnittbilder digital zu einem präzisen 3D-Modell zusammengesetzt. So konnten feinste Details der inneren Organe und des Mundes sichtbar gemacht werden, ohne das seltene Exemplar zu zerlegen.

Wissenschaftliche Publikation zur neuen Spezies zum Nachlesen (engl.)

Transparenzhinweis

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In einer ersten Fassung haben wir geschrieben, dass das Tier nicht getötet worden sei. Das ist nicht korrekt. Tatsächlich wurde der Oktopus nach dem Einfangen in Ethanol konserviert. Ausserdem haben die Forschenden Tentakel abgetrennt. Die Motivation für das Vorgehen mit Mikro-Computertomografie war laut dem wissenschaftlichen Bericht, dass nur ein Exemplar gefangen und ein weiterer Fang als unwahrscheinlich erachtet wurde. Wir haben den Text entsprechend angepasst.

SRF 4 News, 25.05.2026, 10:00 Uhr ; 

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