100 Millionen Soforthilfe für deutsche Milchbauern

Wie in der Schweiz, stehen auch die Milchbauern in Deutschland unter Druck. Angesichts der drastisch gesunkenen Preise sollen sie nun mindestens 100 Millionen Euro Soforthilfe erhalten. Der Bund stellt jedoch klar: Was es braucht, sind strukturelle Änderungen auf dem Milchmarkt.

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Staatliche Hilfe für Milchbauern in Deutschland

1:53 min, aus Tagesschau vom 30.5.2016

Laut dem deutschen Branchenverband braucht ein Bauer mindestens 35 Cent pro Liter Milch, um seine Kosten decken zu können. Der Preis für einen Liter Milch ist jedoch teilweise unter 20 Cent gefallen. Nun will Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) den in Not geratenen Milchbauern mit mindestens 100 Millionen Euro unter die Arme greifen.

«  Ein ‹weiter so› kann es nicht geben. »

Christian Schmidt (CSU)
Bundeslandwirtschaftsminister

Diese Mittel würden vom Bund bereitgestellt, sagte Schmidt in Berlin nach einem Treffen mit Vertretern der Milchwirtschaft und des Einzelhandels. Er werde Gespräche mit Finanzminister Wolfgang Schäuble, der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und den Bundesländern führen, um zusätzliche Mittel für die Milchviehhalter über diese 100 Millionen Euro hinaus zu mobilisieren. Die Mittel sollten den Landwirten in Form von Liquiditätshilfen und anderen Entlastungen zugute kommen.

Grundsätzlich seien jedoch strukturelle Änderungen auf dem Milchmarkt nötig, betonte der Minister: «Ein ‹weiter so› kann es nicht geben.» Die über 70'000 Milchbauern in Deutschland drohen als Folge des Preiszerfalls in existenzielle Nöte zu geraten.

Milchviehhalter protestieren

Parallel zum «Milchgipfel» protestierte der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter mit einer Aktion am Brandenburger Tor. Gummistiefel auf dem Pflaster symbolisierten aufgegebene Höfe.

Der Vorsitzende Romuald Schaber sagte: «Wenn den Bauern Geld zur Verfügung gestellt wird, dann muss es an die Bedingung geknüpft werden, dass sie weniger produzieren.» Um Mengen zu senken, fordert der Verband unter anderem einen Bonus von 30 Cent für das Nichtproduzieren eines Liters Milch.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Geld aus der Bundeskasse für Milchproduktion

    Aus Tagesschau vom 27.5.2016

    Der Milchpreis befindet sich wegen Überproduktion und sinkender Nachfrage, im Dauertief. Das lässt den Unmut und die Sorgen bei den Bauern steigen. Am heutigen Krisengipfel, haben sich Direkt Beteiligte getroffen und mehr Geld aus der Bundeskasse gefordert.