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4 Jahre Ukraine-Krieg Es gab Warnungen vor Russlands Plänen, aber …

Vor vier Jahren überfällt Russland die Ukraine. Das Land und viele EU-Staaten sind überrascht – dabei gab es klare Zeichen.

Beginn der Planung: Der Plan zur Eroberung der Ukraine begann für Russlands Präsidenten Wladimir Putin bereits im Jahr 2020. Das zeigen Akten des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA und des britischen Geheimdienstes MI6, die die britische Zeitung «The Guardian» diese Woche in einer langen Recherche zusammengetragen hat. Damals hat sich der russische Präsident Wladimir Putin aus Angst vor Covid monatelang isoliert, in der Zeit viele Geschichtsbücher gelesen und sich über seinen eigenen Platz in der Geschichte Gedanken gemacht, wie SRF-Russland-Korrespondent Calum MacKenzie sagt.

Anzeichen verdichten sich: Monate vor dem Krieg verdichten sich die Zeichen, dass Russland die Ukraine überfallen will, wie russische Kommunikation zeigt, die CIA und MI6 abfangen konnten. Ausschlaggebend war offenbar eine Reise des damaligen CIA-Direktors Bill Burns nach Moskau im November 2021, wie Russland-Korrespondent MacKenzie sagt. Burns wollte mit Putin über die Kriegsanzeichen reden und ihn von einem Angriff auf die Ukraine abhalten. Aber Putin wollte nur per Telefon mit Burns sprechen, zudem verhielt er sich abweisend und kalt. Und das hat den CIA-Direktor sehr beunruhigt. Ab dem Moment glaubte man in Washington offenbar, dass eine russische Invasion bevorsteht.

Von Europa ignoriert: Europäische Staaten, allen voran Deutschland und Frankreich, glaubten nicht an einen drohenden Krieg. Man sei sich sicher gewesen, dass Russlands Armee zu veraltet und zu klein sei für ein solches Unterfangen, sagt Fredy Gsteiger, SRF-Experte für internationale Diplomatie. Zudem sei man davon ausgegangen, dass Putin rational handle und kein derartiges Risiko eingehen würde. Und letztlich: «Ist es schlicht bequemer gewesen, nicht an einen drohenden Überfall zu glauben, denn so hat man auch nicht handeln müssen», so Gsteiger.

Selenski glaubte nicht an Gewalt: Auch der neue ukrainische Präsident Wolodimir Selenski glaubte lange nicht an einen drohenden Angriff – den Warnungen von CIA und MI6 und jenen seiner eigenen Leute zum Trotz. Selbst als sich die Anzeichen verdichteten, wie Judith Huber sagt, die für SRF über die Ukraine berichtet: «Er wollte offenbar keine Panik auslösen.» Selenski sei überzeugt gewesen, dass Russland vor allem drohe, um die Ukraine zu destabilisieren und so Kontrolle über das Land zu erlangen, ohne militärische Gewalt anzuwenden.

Glückskette ruft zu Spenden für die Ukraine auf

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Angesichts der humanitären Krise in der Ukraine sammelt die Glückskette Spenden für die betroffene ukrainische Bevölkerung. Millionen Menschen – vor allem Kinder, Frauen und ältere Menschen – sind bereits geflohen und suchen Zuflucht in den Nachbarländern oder in Gebieten im Landesinnern, die von Kämpfen verschont geblieben sind. Die Glückskette unterstützt geflüchtete Menschen über ihre Partnerorganisationen innerhalb der Ukraine, den Nachbarländern Polen, Rumänien, Moldau und Ungarn sowie in der Schweiz.

Spenden können unter www.glueckskette.ch oder auf das Postkonto 10-15000-6, Vermerk «Krise in der Ukraine», getätigt werden.

Die Lehren: Seit dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine habe man in Europa dazugelernt, sagt SRF-Experte Fredy Gsteiger. «Man nimmt Russland und die russische Bedrohung inzwischen deutlich ernster als vor vier Jahren.» Darum versuche man, die Verteidigungsfähigkeit wiederherzustellen, die man nach dem Ende des Kalten Krieges verloren hat. Gsteiger setzt allerdings ein Fragezeichen hinter die Frage, ob man heute so viel mehr ausrichten könnte gegen die Bedrohung. Ob der Wehrwille ausreiche, damit junge Menschen für die Verteidigung ihrer Heimat in den Krieg ziehen würden. Und ob die EU genügend geeint wäre, um gemeinsam etwas gegen eine Bedrohung von aussen zu unternehmen.

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SRF 4 News, 24.2.2026, 12:30 Uhr ; 

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