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6000 Fussballfelder gross In Äthiopien entsteht der grösste Flughafen Afrikas

Schon ab 2030 sollen bis zu 110 Millionen Passagiere pro Jahr das Reise-Drehkreuz nutzen. Aber das Projekt hat auch Schattenseiten.

Darum geht es: Äthiopien baut einen Mega-Flughafen in der Nähe der Hauptstadt Addis Abeba. Der Bishoftu International Airport soll ab 2030 neue Massstäbe setzen: Mit einer Grösse von rund 6000 Fussballfeldern und jährlich 110 Millionen Fluggästen soll er mindestens der grösste Flughafen Afrikas, womöglich sogar der ganzen Welt werden. Zum Vergleich: Der Flughafen Zürich fertigte letztes Jahr knapp 33 Millionen Passagiere ab.

Es geht bei dem Mega-Flughafen natürlich auch ums Prestige.
Autor: Bettina Rühl Journalistin und Korrespondentin, lebt in Afrika

Die Hintergründe: Addis Abeba soll das neue Drehkreuz für Luftfracht in Afrika werden, so die Pläne der äthiopischen Regierung. Der Flughafen bringe dem Land und der Region neue wirtschaftliche Chancen, auch durch mehr Exportmöglichkeiten, heisst es. Auch sollen wegen des Flughafens Investoren angezogen werden. «Aber es geht natürlich auch ums Prestige», sagt Bettina Rühl. Die Journalistin lebt in Afrika.

Schon 2030 soll der Airport in Betrieb gehen

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Im Rahmen des Flughafenprojekts, das mit umgerechnet elf Milliarden Euro veranschlagt ist, sind auch Restaurants, Geschäfte, Fitnessstudios und Lounges geplant. 30 Prozent der Kosten übernimmt die staatliche Fluggesellschaft Ethiopian Airlines. Daneben seien Investoren aus dem Nahen Osten, den USA, aus China und Europa interessiert, heisst es. Schon 2030 soll der Flughafen fertiggestellt sein

Den Plänen zufolge soll der Bishoftu-Flughafen – er liegt rund 40 Kilometer ausserhalb von Addis Abeba – auch ökologische Kriterien berücksichtigen. So wird durch offene Fassaden der vier Gebäudeflügel des Flughafens eine natürliche Belüftung angestrebt, um den Energieverbrauch zum Kühlen zu reduzieren. Zudem sollen zwischen den Terminals Bäume angepflanzt und Gärten angelegt werden.

Der Bishoftu-Flughafen ist nicht das einzige Prestige-Projekt Äthiopiens: Letzten September wurde der neue Nil-Staudamm eröffnet. Er gilt als grösstes Wasserkraftwerk Afrikas und spielt eine wichtige Rolle für die Energieversorgung des Landes. Äthiopien will damit zeigen, dass es Mega-Bauprojekte umsetzen kann.

Die Voraussetzungen: Äthiopien ist ein Binnenland, die Anbindung an den Welthandel läuft über den Hafen in Dschibuti, was teuer ist für Äthiopien. Auch darum ist das Land sicher auf einen potenten Flughafen angewiesen. Der gegenwärtige Airport mit rund zehn Millionen Passagieren pro Jahr spielt schon jetzt eine wichtige Rolle als Drehkreuz für Afrika. Ein Ausbau liegt also auf der Hand, wenn auch die geplante Grösse sehr ambitioniert erscheint.

Die Vertreibungen: Wegen des Flughafenbaus verlieren tausende Menschen ihr Land. Doch darüber werde in Äthiopien kaum offen gesprochen, so Journalistin Rühl. Denn: «Um die Pressefreiheit ist es nicht so gut bestellt.» Zwar seien für 2000 Familien neue Häuser gebaut worden, doch das dürfte bei Weitem nicht reichen, um alle Vertriebenen unterzubringen. «Und ein Haus ist noch keine Einnahmequelle.» Mit ihrem Land hätten die Menschen ihren Lebensunterhalt bestritten, was ohne dieses für viele zum Problem werden könnte, sagt Rühl.

Grosse Gegensätze in Äthiopien

Land der Gegensätze: In Äthiopien sind kürzlich wieder Kämpfe aufgeflammt, das Land droht wegen des seit Jahren schwelenden Konflikts unter verschiedenen Volksgruppen auseinanderzufallen. «Es gibt auch einen krassen wirtschaftlichen Unterschied zwischen der Hauptstadt und den Regionen», betont Journalistin Rühl. Zudem gebe es viel Kriminalität, vor allem in der Hauptstadt-Region. Dies sei einerseits ein Zeichen von Armut, aber auch eines der fehlenden Durchsetzungskraft des Staates. Das sei keine gute Voraussetzung für das riesige Bishoftu-Projekt.

 

SRF 4 News aktuell, 4.3.2026, 7:25 Uhr ; 

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