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UNO-Gipfeltreffen: Nichts ist dieses Jahr wie üblich
Aus HeuteMorgen vom 21.09.2020.
abspielen. Laufzeit 01:38 Minuten.
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75 Jahre Vereinte Nationen UNO-Gipfeltreffen – doch keiner geht hin

Normalerweise versammeln sich für die UNO-Gipfelwoche gegen 140 Staats- und Regierungschefs am UNO-Hauptsitz in New York. Dazu kommen hunderte von Ministern, die Chefs der wichtigsten Nichtregierungsorganisationen und jene der weltweit tätigen Konzerne. «Crazy Week» nennen das die New Yorker – nie brummt die US-Metropole dermassen wie jeweils in dieser Septemberwoche.

Voraufgezeichnete Videoaufnahmen statt Atmosphäre

Doch diesmal ist fast nichts so wie üblich. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres sagt es so: «Die Coronakrise ist anders als jede, die wir zu Lebzeiten mitbekommen haben – und deshalb ist auch die diesjährige UNO-Gipfelwoche anders als alle bisherigen.»

Die vielen Gipfeltreffen finden zwar statt. Doch die Herren Trump, Macron oder Putin, Xi oder Modi, die Damen Merkel oder Sommaruga werden alle diesmal bloss voraufgezeichnete Videoreden im riesigen Saal der UNO-Generalversammlung halten.

Ein Video nach dem anderen wird abgespult. Das bedeutet: null Dynamik, keine bi-, tri- oder multilateralen Treffen, kein Zusammenraufen zu gemeinsamen Lösungen, keine Atmosphäre, keine Kreativität, aber auch keine Zusammenstösse – alles durch und durch steril.

Keine Impulse von einer virtuellen Konferenz

Die Coronakrise drückt auch der internationalen Politik ihren Stempel auf. Sie schwächt sie beträchtlich, wie im Verlauf des Jahres die virtuell stattfindenden Treffen der G7-, der G20- oder der EU-Staaten gezeigt haben. Routineentscheidungen lassen sich zwar fällen, doch mutige Weichenstellungen bleiben aus.

Dabei sind fast alle aktuell brisanten Themen solche, bei denen jede Nation allein überfordert ist. Es bräuchte länderübergreifende Ansätze: Ob nun Pandemiebekämpfung, Klimawandel, Migration, Digitalisierung oder Entwicklung – es fällt schwer, sich vorzustellen, dass da von der bloss virtuellen UNO-Gipfelwoche die nötigen Impulse ausgehen.

Fredy Gsteiger

Fredy Gsteiger

Diplomatischer Korrespondent, SRF

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Der diplomatische Korrespondent ist stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er Auslandredaktor beim «St. Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».

Heute Morgen, 21.09.2020, 6 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    "Doch die Herren Trump, Macron oder Putin, Xi oder Modi, die Damen Merkel oder Sommaruga werden alle diesmal bloss voraufgezeichnete Videoreden ....." Super, da wird die Wirkung von Verpflichtungen noch tiefer als bei direktem Augenkontakt. Und - wo ist Greta Thunberg? - auf dem Bundesplatz in Bern findet aktuell ein Demo gegen die Klimaerwärmung statt. Die Schweiz könnte wenigstens ein diesbezüglichen Video einspielen.
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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Es ist einfach unglaublich und beschämend dass es nicht mal die UNO fertigbringt ein kollaboratives Diskussions- und Begegnungsportal zu bauen mit dem man konstruktiv ARBEITEN und nicht nur einfach online meeten kann.
    Was wir brauchen sind Strukturierungswerkzeuge und Systeme für die Orchestrierung von Schwarmintelligenz, welche nicht nur labern, sondern primär in konkretes, mehrheitsfähiges und transparentes Umsetzen kommen sollte.
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  • Kommentar von Mark De Guingois  (MDG)
    Das verstehe ich nicht. Im Homeoffice haben wir jeden Tag Videokonferenzen, und diese Leute schauen sich Videobotschaften an, die vorher aufgenommen wurden? Das ist doch lächerlich...
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    1. Antwort von Peter Zuber  (Hä nuuh)
      Mit „persönlichen Begegnungen“ waren auch die Bordellbesuche und die ausgelassenen Partys gemeint. Auch die schicken Erstklassflüge fallen dann weg. Sehr selten bringen diese Konferenzen sachlich gesehen Resultate, Reine Geldverschwendung der ganze Laden. Unser Beitritt war ein schwarzer Tag für die Schweiz.
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