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Abkommen in Sicht? USA und Taliban zeigen sich optimistisch

  • Im Golfemirat Katar hat eine möglicherweise entscheidende Gesprächsrunde zwischen den USA und den Taliban über künftigen Frieden in Afghanistan begonnen.
  • Beide Seiten zeigten sich in den vergangenen Tagen optimistisch, ein Abkommen zu erzielen.
Legende: Video Aus dem Archiv: Willensbekundung der Taliban an Konferenz in Doha abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.07.2019.

«Die Taliban signalisieren, dass sie eine Vereinbarung abschliessen möchten. Wir sind bereit für ein gutes Abkommen», schrieb der US-Chefunterhändler Zalmay Khalilzad in der Nacht zu Samstag auf Twitter.

Rascher Abzug statt Friedensabkommen?

Den USA war in den vergangenen Wochen vorgeworfen worden, mit dem Abschluss eines Abkommens mit den radikalislamischen Taliban vor allem einen raschen Truppenabzug aus dem Land erreichen zu wollen. US-Präsident Donald Trump hat deutlich gemacht, dass er die Truppen nach Hause bringen möchte.

«Washington verfolgt ein Friedensabkommen, das einen Rückzug ermöglicht, und kein Abzugsabkommen», schrieb Khalilzad deswegen weiter auf Twitter. Die US-Präsenz in Afghanistan sei von den Bedingungen im Land abhängig, und jeglicher Truppenabzug basiere ebenso auf diesen.

Langwierige Verhandlungen

Seit Juli 2018 verhandeln die USA direkt mit hochrangigen Vertretern der Taliban über eine politische Lösung des fast 18 Jahre dauernden Konflikts. Dabei geht es vor allem um Truppenabzüge und Garantien der Taliban, dass Afghanistan nicht zu einem sicheren Hafen für Terroristen wird.

Die Gespräche sollen in offizielle Verhandlungen der Regierung in Kabul mit den Taliban münden. Die Taliban lehnen diese bisher ab, da sie die Regierung als Marionette des Westens betrachten. Auch ein Waffenstillstand wird angestrebt.

1500 Opfer in einem Monat

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Allein im Juli stieg die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan vorläufigen Ergebnissen zufolge auf mehr als 1500. Dies sei die höchste Zahl binnen eines Monats seit Jahresbeginn und auch seit Mai 2017, teilte die UNO-Mission in Afghanistan (Unama) mit. Der Anstieg sei vor allem regierungsfeindlichen Kräften zuzurechnen. Die Taliban hätten erheblich mehr militärische Ziele in städtischen Gebieten angegriffen.

«Mit der Intensivierung der Friedensbemühungen in den vergangenen Wochen hat auch der Konflikt vor Ort zugenommen», erklärte der UNO-Sondergesandte für Afghanistan, Tadamichi Yamamoto, den Angaben zufolge. Er forderte die Konfliktparteien auf, die militärische Eskalation zur Verbesserung der Verhandlungsposition in den Friedensgesprächen zu unterlassen. Es sei an der Zeit, Zurückhaltung und echten Respekt für das Leben der Zivilbevölkerung zu zeigen.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    ACHTUNG: Donald Trump hat mit den Taliban neue Freunde gefunden; jetzt ist Kim Jong Un nicht mehr alleine „bester Freund“.
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  • Kommentar von S. Borel  (Vidocq)
    Das ist dann doch eher Kapitulation denn „Frieden“... wie die Taliban „herrschen“ weiss man doch. Mir tun die Afghanen leid, die mit so einer Ausrichtung des Korans nichts am Hut haben, erst recht die Mädchen und Frauen, die die ersten Leidtragenden sein werden. Der „Westen“, sind ja nicht nur de USA, lässt sie einmal mehr im Stich.
    Beschämend und dann fragt man sich, wieso die Menschen aus dieser Region nicht besonders gut auf „uns“ zu sprechen sind.
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    1. Antwort von Edwin Schaltegger  (Edwin Schaltegger)
      Warum haben dann die Talibans so viele Anhänger in Afghanistan?
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  • Kommentar von Walter Freiburghaus  (sophisticated)
    Interessant hier, wie immer: Niemand befürwortet einen Krieg in Afghanistan. Wenn die USA sich nun zurückziehen wollen, auch mit opportunistischen Lösungen (verhandeln mit Terroristen), ist erst recht niemand einverstanden. Krass!
    Präsident Trump schaut berechtigterweise nicht erst, ob er's Jemandem recht machen kann, das kann er nämlich mit Sicherheit nicht.
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