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Legende: Video Auch Russland setzt den INF-Vertrag aus abspielen. Laufzeit 01:30 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.02.2019.
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Abrüstungsabkommen von 1987 Russland setzt INF-Vertrag ebenfalls aus

  • Nachdem die USA das INF-Abrüstungsabkommen von 1987 am Freitag aufgekündigt hatten, zieht nun Russland nach.
  • Präsident Putin erklärte, Russland werde den INF-Vertrag ebenfalls aussetzen. Grund seien Vertragsverletzungen seitens der USA.
  • Zudem hat Putin sein Aussen- und Verteidigungsministerium angewiesen, keine Abrüstungsgespräche mit den USA aufzunehmen.

«Die amerikanischen Partner haben die Aussetzung ihrer Teilnahme an dem Vertrag erklärt, und wir setzen ihn ebenfalls aus», sagte Putin bei einem Treffen mit Aussenminister Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Nach den Worten Putins sollen keine neuen Verhandlungen mit den USA zu dem Thema geführt werden. «Wir wollen warten, bis unsere Partner reif genug sind, um mit uns einen gleichwertigen und sinnvollen Dialog über dieses wichtige Thema zu führen.»

Putin betonte, dass Russland nun auch an neuen Raketen arbeiten werde. «Gleichzeitig wollen wir nicht in ein teures Wettrüsten hineingezogen werden», sagt der Staatschef.

Gegenseitiger Vorwurf des Vertragsbruchs

US-Präsident Donald Trump und Aussenminister Mike Pompeo hatten am Freitag in Washington angekündigt, dass sich die USA von diesem Samstag an nicht mehr an die Verpflichtungen des Vertrags gebunden fühlten. Sie werfen Russland Vertragsuntreue vor.

Der Vertrag verbietet Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern und untersagt auch die Produktion und Tests solcher Systeme. Die Abkürzung INF steht für «Intermediate Range Nuclear Forces», auf Deutsch: nukleare Mittelstreckensysteme. Die USA und die damalige Sowjetunion hatten den Vertrag 1987 geschlossen.

Lawrow betonte der Mitteilung zufolge, die USA würden den Vertrag seit 1999 verletzen. Zudem würde Washington mit dem Einsatz von Raketenabwehrsystemen in Europa gegen das Abkommen verstossen.
Russland habe alles unternommen, um den Vertrag zu retten und den Dialog mit den USA mehrfach gesucht, sagte der Chefdiplomat. «Die Amerikaner haben jegliches Interesse verloren.»

China drängt auf ein Ende des Streits

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Chinas Führung ruft die USA und Russland auf, ihren Streit um den INF-Vertrag zu überwinden. «China lehnt den US-Rückzug ab und drängt die Vereinigten Staaten und Russland, ihre Differenzen durch einen konstruktiven Dialog beizulegen», sagte der Sprecher des chinesischen Aussenministeriums, Geng Shuang, in Peking.

«Der einseitige US-Rückzug kann eine Serie negativer Folgen auslösen, und China wird die weitere Entwicklung aufmerksam beobachten», sagte er weiter. Das Land halte den Vertrag für sehr bedeutsam, um die Spannungen zwischen den Weltmächten zu mindern und den Frieden zu wahren, fügte Geng Shuang hinzu.

Legende: Video USA setzen INF-Vertrag aus abspielen. Laufzeit 00:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.02.2019.
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23 Kommentare

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  • Kommentar von Sinisa Markovic  (Mr. Markovic)
    Die USA haben diverse Verträge schon verletzt wie z.B. NATO-Osterweiterung, Abwehr-Systeme in Polen und Tschechien, Militärstützpunkte in den Baltischen-Staaten, u.v.m.
    So auch mit dem INF nun. Die EU und Staaten wie die Schweiz sollten den politischen Druck auf die USA erhöhen in Form von Politischen- und Witschaftlichen-Sanktionen! Die USA sind bereit auch einen Weltkrieg anzuzetteln im eigenen Interesse, aus diesem Grund sollte Europa endlich erwachen. Die Bomben werden bei uns fallen!
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  • Kommentar von Rolf Romano  (roro)
    Man könnte beinahe meinen, ein paar Spielsüchtige reden über Strategien zu einem Kriegs-Videospiel, bei welchem nach dem "Game-over" neu gestartet werden kann. Weit gefehlt! Hier "planen" machtgierige Militärköpfe und Staatsoberhäupter mit REALEN Massenvernichtungswaffen Abschreckungs-, bzw. Kriegsszenarien bei welchen der Eine zuerst schiesst, aber trotzdem als Zweiter stirbt und wo nach dem "Game-over" keine belebbare Spieloberfläche zurück bleibt!
    Handeln so intelligente Menschen?
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Als Bürger der neutralen Schweiz bin ich gegen jegliche Art von Gewalt, physische wie psychische. Trotzdem ist es momentan, wo alles chaotisch zu geht auf der Kugel, vielleicht vorübergehend besser, wenn wieder 2 starke Blöcke entstehen. Dadurch konnte ein 3. Weltkrieg
    verhindert werden: Keiner der beiden Blöcke wusste wie stark der andere wirklich war. Das aktuelle Misstrauen zur Einhaltung des INF-Vertrages ist vermutlich gefährlicher, als wenn jeder wieder sein eigenes Süpplein kocht.
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