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OECD-Studie: Wohlstandskrankheit kommt den Westen teuer zu stehen
Aus Echo der Zeit vom 10.10.2019.
abspielen. Laufzeit 02:37 Minuten.
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Alarmierende Gesundheitsstudie Die Hälfte hat Übergewicht – jeder Vierte ist fettleibig

Mehr Prävention dringend nötig: Die OECD warnt vor dem hohen Preis falscher Ernährung für Mensch, Staat und Wirtschaft.

In den meisten westlichen Ländern ist inzwischen über die Hälfte der Bevölkerung übergewichtig. Fast jede vierte Person ist sogar fettleibig. Das sagt die neuste Studie der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit OECD.

Kinder vor Übergewicht bewahren

Vor allem Kinder bezahlen einen hohen Preis: Sie sind tendenziell schlechter in der Schule und erlangen seltener einen höheren Ausbildungsabschluss als Kinder ohne Übergewicht. Zudem sind sie unzufriedener im Leben. Im Erwachsenenalter drohen dann verschiedene chronische Krankheiten, die durch Fettleibigkeit begünstigt werden: Diabetes, Herzleiden, ein hoher Blutdruck oder Krebs.

Immense Kosten, kürzeres Leben

Das geht ins Geld. So werfen die OECD-Länder heute im Durchschnitt rund 8.5 Prozent ihrer Gesundheitskosten für die Behandlung von Krankheiten auf, die durch Übergewicht verursacht wurden. Kommt hinzu, dass Fettleibigkeit die durchschnittliche Lebenserwartung verkürzt – Und zwar um fast drei Jahre bis 2050, so die Prognose der OECD.

Übergewicht hat auch handfeste Folgen auf dem Arbeitsmarkt. So fehlen übergewichtige Menschen öfter am Arbeitsplatz und sind weniger produktiv. Zudem laufen sie eher Gefahr, später ohne Job dazustehen als normalgewichtige Menschen. All das bremst das Wirtschaftswachstum in den OECD-Ländern: Laut Prognose im Durchschnitt um jährlich 3.3 Prozent bis ins Jahr 2050.

Mehr Prävention und Werbebeschränkungen

OECD-Staatssekretär Angel Gurría ruft nun die Mitgliedsländer zum Handeln auf: Es brauche mehr Prävention. Denkbar wäre beispielsweise, Werbung für ungesunde Lebensmittel einzuschränken. Oder Lebensmittel im Laden mit einer «Lebensmittel-Ampel» zu versehen; damit können gesunde von ungesunden Artikeln einfacher unterschieden werden. Das gibt es bereits in Frankreich, in der Schweiz werden sie diskutiert.

Mehr Mittel für die Prävention können sich letztlich für die Staaten finanziell auszahlen. Die Ökonomen der OECD sagen, dass jeder Dollar, der in die Prävention investiert wird, volkswirtschaftlich einen Nutzen von bis zu sechs Dollar bringt. Das mag eine gewagte Berechnung sein. Aber nichts tun gegen diese Wohlstandskrankheit dürfte die Gesellschaft teuer zu stehen kommen. Nicht nur finanziell.

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38 Kommentare

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  • Kommentar von max baumann  (phönix)
    Wer nimmt endlich die Nahrungsmittel-Industrie aufs Korn ? Zusatzstoffe die Allergien verursachen, Dickmacher usw. ! Aber für diese Produkte der Nahrungsmittel - Chemie hat ja dann die Pharma - Chemie ein Mittelchen !!
  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Bei einigen Schreibern werde ich den Verdacht nicht los, dass sie sich als selbst Betroffene wehren. Es sind etliche Relativierungen, Verharmlosungen, Ausflüchte und eigenartige Vergleiche zu lesen, die mich darauf bringen.
    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Und wenn es so ist? Ein spezielles Problem damit oder wirkt es nur so, als würden Sie diese Menschen abwerten?
  • Kommentar von Nicola Harrison  (Nicola Harrison)
    Alles deutet darauf hin, dass die Pharmaindustrie und die Lebensmittelindustrie eine Einheit bilden und dass es eine Verschwörung gibt, bei der sie sich gegenseitig helfen, den Profit zu fördern. Je mehr Menschen krank sind, desto höher sind die Gewinne der Pharmaindustrie. Und nur um mehr Kranke zu „produzieren“, ist so viel Junk Food notwendig, wie die Lebensmittelindustrie produzieren kann.