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Bis alle geimpft sind, wird es Frühling
Aus Tagesschau vom 02.12.2020.
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Als erstes Land Grossbritannien erteilt Zulassung für Biontech-Impfstoff

  • Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel hat eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer erteilt.
  • Bereits in der kommenden Woche solle der Impfstoff im Land erhältlich sein, teilte die Regierung mit.
  • Es ist weltweit die erste Zulassung für den Impfstoff BNT162b2.

«Hilfe ist auf dem Weg», schrieb der britische Gesundheitsminister Matt Hancock auf Twitter.

In den meisten Ländern der Welt steht noch kein Impfstoff für die breite Anwendung zur Verfügung. Unter anderem China und Russland impfen aber schon seit einiger Zeit bestimmte Bevölkerungsgruppen.

Biontech und Pfizer betonten, dass ihr Impfstoff auf Basis von Daten aus einer grossen klinischen Studie mit Zehntausenden Probanden zugelassen wurde.

Die ersten Lieferungen sollen schon in wenigen Tagen im Vereinigten Königreich eintreffen, bestätigten Biontech und Pfizer. Sie haben demnach mit Grossbritannien eine Lieferung von insgesamt 40 Millionen Impfstoffdosen für Dezember und im kommenden Jahr getroffen.

95-prozentiger Schutz gegen Covid-19

Für den Biontech/Pfizer-Impfstoff ergaben umfangreiche Testreihen nach Angaben der Unternehmen eine Wirksamkeit, die einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 bietet. Der Impfstoff funktioniere über alle Altersgruppen und andere demografische Unterschiede hinweg ähnlich gut und zeige praktisch keine ernsten Nebenwirkungen, teilten die Firmen mit.

Viel Arbeit für die Regierung Johnson

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Viel Arbeit für die Regierung Johnson
Legende:Keystone

Es sei nicht davon auszugehen, dass sich die zuständigen britischen Wissenschaftler von Premier Johnson zu einem übereilten Entscheid bei der Impfstoff-Zulassung hätten hinreissen lassen, sagt SRF-Korrespondent Patrik Wülser in London. Sicher aber sei: «Johnsons Regierung wird froh sein, endlich einmal positive Schlagzeilen zu generieren.»

Grund für die rasche Zulassung des Impfstoffs in Grossbritannien sei die Möglichkeit einer Notfallzulassung gemäss Gesetz. Für die Regierung stünden jetzt «zwei riesige Brocken» zur Bewältigung an, so Wülser weiter. Neben der Impfaktion, bei der Dutzende Millionen Britinnen und Briten zweimal geimpft werden müssen, kommt der Brexit hinzu, der – falls nicht in letzter Sekunde noch ein Anschlussabkommen mit der EU in Wirtschaftsfragen erzielt werden kann – eine immense Logistik an Grenzkontrollen und entsprechendem Personal nötig machen wird.

Der Impfschutz bei Menschen, die über 65 Jahre alt sind, liege bei über 94 Prozent. Diese positiven Ergebnisse beziehen sich auf den Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung. Inwiefern das Vakzin auch vor der Infektion und einer möglichen Weitergabe des Virus schützt, ist noch nicht klar.

EU will vorwärtsmachen

Für die EU will die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema noch im Dezember über eine Zulassungsempfehlung für den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer entscheiden.

Bis spätestens 29. Dezember solle ein Ergebnis der Prüfung vorliegen, hatte die Agentur am Dienstag mitgeteilt. Deutschland und die EU haben bereits einen Rahmenvertrag über den Kauf von bis zu 300 Millionen Dosen des Impfstoffs abgeschlossen.

Militär hilft impfen

Grossbritannien ist besonders stark von der Pandemie getroffen und viele der chronisch unterfinanzierten Spitäler haben ihre Kapazitätsgrenzen erreicht.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind fast 60'000 Menschen im Vereinigten Königreich bereits an Covid-19 gestorben. Es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet. Premierminister Boris Johnson wird vorgeworfen, zu spät und unzureichend auf die Coronakrise reagiert zu haben.

Für den Impfstart stehen 50 Spitäler sowie Impfzentren bereit. Mit den 40 Millionen Impfstoffdosen können 20 Millionen Menschen geschützt werden – das Mittel muss zweimal verabreicht werden. Grossbritannien hat knapp 67 Millionen Einwohner. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hilft das Militär bei der Logistik.

Heute Morgen, 02.12.2020, 9 Uhr;

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73 Kommentare

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  • Kommentar von Claudia Beutler  (Claudia)
    Ich verstehe die Skepsis gegenüber den Impfstoffen nicht. Es ist ja nicht so, dass diese Impfstoffen noch nie gemandem gespritzt wurde. Es gab ja immerhin 10.000 oder noch mehr Test personen, die alle keine Schäden davongetragen haben. Wenn es bei 10.000 gut war, warum dann nicht auch beim 10.001?
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  • Kommentar von Hans Meuri  (hmeuri)
    Die Parlamentarier feiern lieber im Bundeshaus und tragen so das Virus weiter als dafür zu sorgen, dass der Impstoff auch in der Schweiz bald verfügbar ist. Und vor den täglich über hundert Todesopfern verschliesst man auch weiterhin die Augen.
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  • Kommentar von Armin Spreter  (aspre)
    Es gibt sicherlich ernst zu nehmende Argumente für ein FÜR oder GEGEN das Impfen, niemand weiß bis jetzt etwas genaues. Fragt man allerdings die Börsen - und diese haben sich in der großen Vergangenheit nur sehr selten geirrt - dominiert das FÜR ganz eindeutig.
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    1. Antwort von Nico Bucher  (N.B.)
      Ist denn die Börse in Gesundheitsfragen so aussagekräftig, dass Sie das grosse GEGEN, "Impfsicherheit", eindeutig in den Schatten rücken kann?
      Heisst für mich im Umkehrschluss, dass rein wirtschaftliche Argumente hier stärkeres Gewicht haben als andere
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    2. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Ich habe noch kein ernstzunehmendes Argument gegen das Impfen gehört. Nicht vor zwanzig Jahren, noch jetzt.
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    3. Antwort von Nico Bucher  (N.B.)
      Es ist noch nie etwas passiert, dann passiert auch jetzt nichts, das ist eine gute Einstellung
      Wir haben im Moment eine andere Situation, selten wurde soviel Druck auf die Impfstoffforschung gemacht wie heute denke ich.
      "Gewährung der Impfsicherheit" ist kein ernstzunehmendes Argument?
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