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Analyse veröffentlicht Chemiewaffen-Organisation bestätigt Nervengift bei Nawalny

  • Die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hat bestätigt, dass der russische Kremlgegner Alexej Nawalny mit einem chemischen Nervengift der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde.
  • Spuren von verbotenen chemischen Stoffen seien in Nawalnys Blut und Urin gefunden worden.
  • Der Generaldirektor der OPCW, Fernando Arias, bezeichnet die Ergebnisse als «äusserst besorgniserregend».

Die Ergebnisse der von der OPCW beauftragten Referenzlabore stimmten mit den Ergebnissen überein, die bereits durch Speziallabore in Deutschland, Schweden und Frankreich erzielt worden seien, sagte der Sprecher der Deutschen Bundesregierung, Steffen Seibert, in Berlin.

Die Regierung in Deutschland prüft den Angaben zufolge derzeit den Bericht der OPCW zu der Analyse. Über die nächsten Schritte werde es in den kommenden Tagen im Exekutivrat der Kontrollbehörde und im Kreis der EU-Partner einen engen Austausch geben.

Jeder Einsatz von Chemiewaffen ist ein gravierender Vorgang und kann nicht ohne Konsequenzen bleiben.
Autor: Steffen SeibertSprecher der Deutschen Regierung

Auch auf der Tagung des Exekutivrates in Den Haag äusserten sich Vertreter besorgt. «Jeder Einsatz einer verbotenen Chemiewaffe ist für alle ein Anlass grosser Sorge», erklärte der Vertreter Grossbritanniens. Russland wurde aufgefordert, den Fall umfassend zu untersuchen.

Russland: Schlussfolgerungen «voreingenommen»

Kritik an der OPCW-Analyse kam aus Russland. Der Aussenpolitiker Leonid Sluzki sagte der Agentur Interfax zufolge, die Schlussfolgerungen seien politisch voreingenommen. «Sie bestätigen lediglich das, was die Organisatoren der grössten russenfeindlichen Provokation mit dem Namen Nawalnys hören wollten.»

Fall Nawalny

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Nawalny war am 20. August während eines Inlandsflugs in Russland zusammengebrochen. Nach einer Notlandung in der sibirischen Stadt Omsk wurde er zur weiteren Behandlung nach Berlin gebracht. Der 44-Jährige hat das Krankenhaus mittlerweile verlassen und unterzieht sich in der deutschen Hauptstadt einer Reha-Massnahme. Der Oppositionelle ist einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union wollen sich bei ihrem nächsten Gipfel in der kommenden Woche erneut mit dem Fall befassen. Dann könnte es auch um eine gemeinsame Reaktion der 27 Mitgliedstaaten gehen.

SRF 4 News, 6.10.2020, 18:00 Uhr;

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Beerli  (swissneutro)
    April 2018, nach einem angeblichen Giftgasangriff auf den Ort Douma in Syrien, kommt das ursprüngliche OPCW-Untersuchungsteam ins Land, und meldet «ernsthafte Zweifel», ob es «überhaupt einen Angriff mit chemischen Waffen gegeben hatte». Das Team wurde kaltgestellt. Das Ersatzteam, kam zu einem umgekehrten Ergebnis.
    Die erstaunliche Verwandlung des ursprünglichen Untersuchungsberichts wirft ernsthafte Fragen auf: man muss leider somit davon ausgehen, dass die OPCW nicht neutral operieren kann.
  • Kommentar von Hans Klein  (HansKlein)
    Forts.: D.h., es gibt eine viel grössere Zahl an Stoffen, die für die Vergiftung in Frage kommen bzw. genauer: Für das Entstehen der nachgewiesenen Biomarker. Allerdings wies und weist Navalny keines der Symptome auf, die für solche Stoffe typisch sind. – Und für die, die immer wieder Navalnys angeblich lückenlose Überwachung durch den russ. Geheimdienst anführen: Frau Pevtschich konnte aus London direkt zu N., dann mit ihm ausreisen und hat sogar die Giftreste an der Flasche überlebt … *staun*
  • Kommentar von Hans Klein  (HansKlein)
    Schon die Überschrift stimmt so nicht: Die OPCW bestätigte, dass "Biomarker" nachgewiesen wurden, die auf einen Cholinesterase-Hemmer hindeuten. Zu diesen Stoffen zählen sehr viele phosphororganische Verbindungen, u.a. die der Novichok-Klasse, aber auch Sarin und sogar handelsübliche Insektizide. Es wird auf eine vermutliche strukturelle Ähnlichkeit zu zwei Novichok-Vertretern hingewiesen aber nicht gesagt, zu wie vielen anderen solcher Phosphor-Verbindungen ebenfalls Ähnlichkeiten bestehen.