Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Anschlag auf Kremlkritiker Weitere Labore bestätigen Vergiftung von Alexej Nawalny

  • Zwei weitere Speziallabore in Frankreich und Schweden haben einen Nervengift-Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache der Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny festgestellt.
  • Laut der deutschen Regierung sei auch die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) eingeschaltet worden.
  • Deren Experten haben demnach ebenfalls Proben von Nawalny entnommen, die nun durch Referenzlabore untersucht werden sollen.
Video
Aus dem Archiv: Die erste Bestätigung der Vergiftung
Aus 10 vor 10 vom 02.09.2020.
abspielen

«Wir erneuern die Aufforderung, dass sich Russland zu den Geschehnissen erklärt», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert zu den neuen Befunden. Die deutsche Regierung stehe mit ihren europäischen Partnern «in engem Austausch zu weiteren Schritten».

In der Erklärung Berlins heisst es, man habe mit Frankreich und Schweden weitere europäische Partner um eine unabhängige Überprüfung des deutschen Nachweises anhand erneuter Proben von Nawalny gebeten. «Die Ergebnisse dieser Überprüfung durch Speziallabore in Frankreich und Schweden liegen nunmehr vor und bestätigen den deutschen Nachweis», teilte Seibert mit.

«Unabhängig von den noch laufenden Untersuchungen der OVCW haben damit nun bereits drei Labore unabhängig voneinander den Nachweis eines Nervenkampfstoffes aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache der Vergiftung von Herrn Nawalny erbracht.»

Der Fall Alexej Nawalny

Box aufklappenBox zuklappen
Spital.
Legende: Der Krankenwagen, der Alexej Nawalny in die Charité transportiert hat. Keystone.

Der Kreml-Kritiker war am 20. August auf einem Flug in Russland zusammengebrochen und in eine Klinik in Sibirien gebracht worden. Später wurde er auf Drängen seiner Familie in die Charité in Berlin verlegt.

Die deutsche Regierung teilte nach Untersuchungen in einem Spezial-Labor der Bundeswehr mit, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden sei.

Nawalny befindet sich nach wie vor in Spitalpflege in Berlin. Vor einer Woche wurde er jedoch aus dem künstlichen Koma geweckt. Der Patient reagiere auf Ansprache, hiess es in einer Erklärung des Spitals. Langzeitfolgen der schweren Vergiftung seien aber weiterhin nicht auszuschliessen.

International ist der Druck auf Moskau gross, in dem Fall selbst zu ermitteln. Nach Ansicht der deutschen Bundesregierung hat Russland ausreichend Informationen für eigene Untersuchungen. «Russland verfügt über alles Notwendige, um Ermittlungen durchzuführen», sagte Seibert letzte Woche.

«Das gefällt uns nicht»

Moskau hatte vergangene Woche verärgert auf Aufforderungen reagiert, Ermittlungen einzuleiten. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Staatsagentur Tass zufolge, andere Länder sollten Russland nicht sagen, welche rechtlichen Schritte wann und auf welcher rechtlichen Grundlage einzuleiten seien. «Das gefällt uns nicht», sagte er.

SRF 4 News, 14.09.2020, 12:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter M Haller  (Peter M Haller)
    Kann mir jemand erklären, weshalb die russische Regierung Nawalny ausreisen lässt, wenn sie ihn vergiftet haben soll. Und weshalb Wochen nach der Tat, erstmals Beweise vorliegen?
    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      Dieses kaum nachweisbare Nervengift überlebt man nur, wenn man sofort ahnt, um welches Gift es sich handelt, um dann umgehend die RICHTIGEN Massnahmen einzuleiten.
      Ich persönlich kann mir auch nicht vorstellen, dass man noch Reste des Gifts gefunden hat, sondern man lediglich im Ausschlussverfahren auf Novitschok schliessen konnte, aber nicht auf welches Gift GENAU, geschweige denn wo es produziert wurde, und über welche Händel es ans Ziel gelangte.
  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Die Vergiftung von Herr Nawalny ist ein längst bewiesener Fakt. Also bringt es nicht diese weiterhin zu hinterfragen. Jetzt muss man Sie bedingungslos aufklären und die Schuldigen angemessen bestrafen.
    1. Antwort von Kurt Looser  (Dremel)
      Es ist nur nicht klar wo er vergiftet wurde, denn mit Nowitschok in "freier" Umgebung müssten noch weitere Personen Symptome zeigen.
    2. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      An Hr. Looser: Laut dem was man in den Nachrichten gehört zeigte Hr. Nawalny erst im Flugzeug Anzeichen einer Vergiftung. Dass es keine Berichte gibt über weitere Betroffene muss nicht heissen dass es keine gab.
    3. Antwort von Kurt Looser  (Dremel)
      Das Flugzeug mit der kontaminierten Toilette wurde jedenfalls nicht aus dem Verkehr gezogen, deshalb ist der Einsatz von Nowitschok auf diesem Flug sehr unwahrscheinlich.
      Erinnern Sie sich, die Briten hatten das Haus von Skripal unter Schutzvorkehrungen abgebrochen, weil das Gift so gefährlich ist.
  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    "Die deutsche Regierung stehe mit ihren europäischen Partnern «in engem Austausch zu weiteren Schritten»." Leere Drohung ohne Wirkung. Es braucht Massnahmen, welche an BEDINGUNGEN geknüpft sind. Diktaturen verstehen nur diese Sprache. Putin muss verstehen lernen, dass ab sofort fertig lustig ist. Wenn ihm "sein" Russland lieb ist, arbeitet gescheiter mit Europa zusammen als mit China. Allerdings müsste er wieder auf den demokratischen Weg von Boris Jelzin einschwenken. Sonst wirds nichts.
    1. Antwort von David Neuhaus  (Um Neutralität bemüht)
      "demokratischen Weg von Boris Jelzin einschwenken" Sie meinen er sollte das Parlament auch mit Panzer beschiessen, sein Land ausverkaufen und die Menschen verhungern lassen wie Boris Jelzin? Erlauben sie mir die Frage Häberli: Denken sie auch nach bevor sie Forderungen stellen?