Zum Inhalt springen

Header

Audio
Russland will mehr von der Arktis
Aus HeuteMorgen vom 26.11.2019.
abspielen. Laufzeit 01:04 Minuten.
Inhalt

Ansprüche in der Arktis Der eisige Norden als Arena für Machtkämpfe

Russland fordert zusätzliche 1.2 Millionen Quadratkilometer der Arktis. Es geht dabei um mehr als nur um weiteres Territorium.

Russland will ein grösseres Stück von der Arktis. Ein viel grösseres Stück. Es hat bei der zuständigen UNO-Kommission in New York umfangreiches Datenmaterial eingereicht, das belegen soll, dass der grösste Teil des Nordpolarmeeres Moskau zusteht. Das UNO-Gremium dürfte im kommenden Februar entscheiden.

Neu ist die russische Forderung nicht. Schon 2001 gelangte Moskau erstmals damit an die UNO, blitzte aber ab. Zu wenig gut belegt seien Russlands Ansprüche, befand die UNO-Kommission über die Grenzen der Kontinentalsockel.

Grosse Summen investiert

Seither betont Präsident Wladimir Putin unermüdlich, sein Land sei eine arktische Nation. Mit mehr Eisbrechern, mehr Militär, mehr Handelsrouten und mehr Infrastruktur markiert er im hohen Norden Präsenz.

Um seine Ansprüche zu untermauern, investierte Russland grosse Summen und sammelte über Jahre Datenmaterial. Nun könne man ein detailgetreues Modell des Arktisbodens nachbauen, heisst es aus dem Verteidigungsministerium – und so zweifelsfrei beweisen, dass 1.2 Millionen zusätzliche Quadratkilometer Moskau zustünden. Es geht also um eine Fläche, die 30 Mal so gross ist wie die Schweiz.

Bisher internationales Gewässer

Die UNO muss sich nun erneut mit der heiklen Angelegenheit befassen, nachdem jahrelang Ruhe geherrscht hatte. Eine Entscheidung ist umso schwieriger, als dass sich Russlands Ansprüche mit denen anderer Arktis-Anrainerstaaten überschneiden. Nämlich mit jenen von Kanada und Dänemark. Allen kann die UNO-Kommission nicht recht geben.

Aus Sicht all jener Länder, die nicht an die Arktis grenzen, stellt sich ohnehin die Frage, warum das Nordpolarmeer, das bisher zu einem grossen Teil als internationales Gewässer galt, plötzlich den Anrainerstaaten allein zugeschlagen werden soll.

Video
Aus dem Archiv: Goldrausch im hohen Norden
Aus Rundschau vom 13.11.2019.
abspielen

Die USA, die jahrzehntelang wenig Interesse an der Arktis zeigten, obschon sie mit Alaska an sie grenzen, sind auf einmal alarmiert. So meinte etwa Aussenminister Mike Pompeo, die Arktis sei zu einer Arena von Machtkämpfen und Rivalität geworden. Vorbei die Zeiten, als der Norden bloss für die Wissenschaft interessant war.

Tatsächlich prallen seit dem Auftauen der Eismassen wegen des Klimawandels und wegen der Gier nach Rohstoffen die Interessen mächtiger Staaten immer heftiger aufeinander.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

16 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.