- Der somalische WM-Schiedsrichters Omar Artan durfte wegen Sicherheitsbedenken nicht in die USA einreisen.
- Die Überprüfung am Flughafen in Miami habe bei Artan «Verbindungen zu mutmasslichen Mitgliedern terroristischer Organisationen» ergeben, teilte ein namentlich nicht genannter Vertreter der US-Regierung dem Nachrichtensender CNN mit.
Somalia gehört zu den 39 Staaten, deren Staatsangehörige von den verschärften Einreisebestimmungen der US-Regierung von Präsident Donald Trump betroffen sind. Bürger dieser Länder werden bei der Einreise zusätzlichen Überprüfungen unterzogen. Die Grenzschutzbehörde CBP hatte im Fall Artan «Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung» angeführt, ohne nähere Angaben zu machen.
«Ich hatte das richtige Visum»
Artan war 2025 als Afrikas bester männlicher Schiedsrichter ausgezeichnet worden. Der afrikanische Fussballverband hatte ihn als einen von sieben afrikanischen Unparteiischen für die diesjährige Weltmeisterschaft ausgewählt. Er wäre der erste Somalier gewesen, der bei einer WM als Schiedsrichter im Einsatz ist.
Nach seiner verweigerten Einreise in die USA hatte sich Artan «sehr, sehr enttäuscht» gezeigt. Er sei «einfach nur ein Schiedsrichter», der versuche, sich mit der WM-Teilnahme den grössten Traum seines Lebens zu erfüllen, sagte er der «New York Times». Formelle Fehler seien ihm nicht unterlaufen: «Ich hatte die richtigen Papiere und alles andere. Ich hatte das richtige Visum.»
Artan wollte den Angaben zufolge am Samstag in Miami in die USA einreisen. Seine Reise habe in Nairobi begonnen, wo er auf die erforderlichen Reisedokumente gewartet habe. Anschliessend sei er über Istanbul nach Miami geflogen, um an einem Vorbereitungstreffen der FIFA-Schiedsrichter teilzunehmen.
Befragung zur Terrormiliz Al-Shabaab
US-Grenzbeamte hätten ihn zu seiner Reise sowie zur politischen Lage in Somalia befragt, vor allem zur islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab, die in Teilen des Landes aktiv ist und seit Jahren gegen die somalische Regierung kämpft.
Das somalische Ministerium für Jugend und Sport kritisierte die Entscheidung der US-Behörden. Omar Artan sei die Einreise in die USA «ohne einen triftigen Grund» verweigert worden, hiess es in einer Stellungnahme. Die somalische Regierung habe sofort Kontakt zu den US-Behörden und zur Fifa aufgenommen, bislang aber keine Lösung gefunden.
Fifa: «Wir entscheiden nicht über Visaanträge»
Die Fifa teilte weiter mit: «Die Fifa ist nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschliesslich der Entscheidung über Visaanträge.» Wie bei vorherigen Turnieren habe das Gastgeberland das ultimative Recht, über die Visavergabe zu entscheiden.
Die WM-Unparteiischen trainieren gemeinsam in Miami und werden dort auf die Spiele vorbereitet. So ist ein Einsatz von Artan auch in den weiteren Gastgeberländern Mexiko und Kanada derzeit ausgeschlossen.