Fans berichten von Einreiseproblemen in die USA – und auch einige Fussball-Nationalmannschaften müssen mit Einschränkungen klarkommen.
Der Fall Embolo:
Der Nati-Stürmer Breel Embolo sorgte letzte Woche für Schlagzeilen: Er durfte zunächst nicht in die USA reisen – offenbar wurde seine Einreisegenehmigung (ESTA) von US-Seite genauer überprüft, weil er kürzlich wegen einer Drohung rechtskräftig verurteilt worden war. Inzwischen ist Embolo bei seinen Nati-Kollegen in den USA angekommen – doch der Fall zeigt: Im Zusammenhang mit der Fussball-WM kann es durchaus Probleme geben bei der Einreise in die USA – und niemand ist sicher, dass er auch wirklich problemlos einreisen kann.
Probleme für Iraker:
Davon kann auch der irakische Fussballspieler Aymen Hussein ein Lied singen: Er wurde nach seiner Ankunft mit seinem Team am Flughafen O'Hare in Chicago fast sieben Stunden lang festgehalten und verhört. Schliesslich durfte der Stürmer, der das entscheidende Tor für die WM-Qualifikation des Iraks geschossen hatte, in die USA einreisen. Dem irakischen Mannschaftsfotografen wurde die Einreise dagegen verweigert. Gründe nannten die US-Behörden keine. In sozialen Netzwerken sind Videos zu sehen, wie sich am Samstag irakische Fans am Flughafen versammelt hatten, um ihre Mannschaft zu empfangen, die sich erstmals seit 1986 für eine WM-Endrunde qualifizieren konnte.
Irakische Fussballer bei Einreise stundenlang verhört
Strenge Regeln für den Iran:
Der Iran nimmt trotz des immer noch nicht beendeten militärischen Konflikts mit den USA und Israel in der Heimat an der WM-Endrunde teil. Das Fussball-Nationalteam ist am Wochenende in Mexiko eingetroffen, wo es sein Hauptquartier während der WM bezogen hat. Die Mannschaft darf nur für die Spiele in die USA reisen und muss das Land gleichentags wieder verlassen, wie die US-Behörden gemäss dem iranischen Botschafter verfügt haben. Der Iran spielt in der Gruppe G, Gegner sind Neuseeland und Belgien (Spielort: Los Angeles) und Ägypten (Spielort: Seattle). Und: Noch immer wartet die iranische Delegation auf die US-Visa für 15 ihrer offiziellen Begleiter.
Iraner müssen USA nach jedem Spiel verlassen
Einschränkungen für Fans aus Afrika:
Schwierig wird es für Fussballfans aus ärmeren Ländern: Wer aus einem der 50 Länder kommt, die auf der US-Liste der erschwerten Einreisebestimmungen aufgeführt sind, muss bei der Einreise eine Kaution von bis zu 15'000 Dollar hinterlegen. Für die Zeit der WM sind jene Fans von der Kaution ausgenommen, die aus einem der fünf afrikanischen Länder stammen, die sich für die Endrunde in Nordamerika qualifiziert haben und auf der Liste aufgeführt sind. Das sind Algerien, Kap Verde, Elfenbeinküste, Senegal und Tunesien. Bürgerinnen und Bürger dieser Länder können mit Visum ohne Kaution einreisen, sofern sie dabei Tickets für Spiele ihrer Mannschaft vorweisen können. Zudem führt die Schliessung von US-Konsulaten in 30 Ländern zu erheblichen Problemen für dortige WM-Fans, berichtet die BBC.
Enttäuschte Fans in Schottland:
Die BBC berichtet von schottischen Fans, die 28 Jahre darauf gewartet haben, dass sich ihre Mannschaft wieder einmal für eine WM-Endrunde qualifiziert, und planten, zu den Spielen in die USA zu reisen. Sie buchten Flüge und kauften Tickets für die Spiele Schottlands in den USA. Doch ihre ESTA- oder Visa-Anträge wurden kurz vor Reiseantritt abgelehnt. Und damit ist der Traum vom Mitfiebern mit dem Nationalteam im Stadion ausgeträumt. Ausserdem bleiben die Betroffenen wohl auf den meisten Auslagen für den Trip in die USA sitzen – was womöglich in die Tausende von Pfund geht.