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US-Einreise-Prüfung Embolos Probleme bei US-Einreise: So funktioniert ESTA

Nati-Stürmer Embolo sitzt wegen ESTA-Problemen fest. Wie das System funktioniert – und was die Stolpersteine sind.

Stürmer-Star Breel Embolo konnte gestern nicht mit seinen Nati-Kollegen in die USA fliegen. Grund sind Probleme mit seiner Einreisebewilligung.

Laut dem Schweizerischen Fussballverband SFV erhielt man kurz vor Abreise die Information, dass die US-Behörden Embolos bis dahin gültige ESTA-Prüfung noch einmal abklären.

Im ESTA-Formular, kurz für Electronic System for Travel Authorization, mit dem man die visumsfreie Einreise in die USA beantragt, lautet eine Frage: «Wurden Sie jemals verhaftet oder verurteilt für eine Straftat, bei der andere Personen ernsthaft zu Schaden gekommen sind?»

Möglicherweise ist es diese Frage, die aktuell die Reise von Breel Embolo an die WM in den USA blockiert. Denn seit April ist der Nati-Star rechtskräftig verurteilt, wegen Drohung. Ob ein Zusammenhang besteht, ist aktuell allerdings reine Spekulation.

Gruppe von Menschen in roten Hemden auf einer Rolltreppe in einem Gebäude.
Legende: Das Nati-Kader auf dem Weg zum Flieger – ohne Breel Embolo. Keystone / Claudio Thoma

ESTA ist die automatisierte Sicherheitsprüfung für das «Visa Waiver Program» der USA. Im Rahmen des Programms können Bürgerinnen von aktuell über 40 Staaten visumsfrei für maximal 90 Tage am Stück in die USA einreisen, darunter auch die meisten EU-Staaten und die Schweiz.

Für die Vorab-ESTA-Prüfung füllt man ein Onlineformular aus, üblicherweise ist das Okay schon nach wenigen Stunden oder sogar Minuten da – viel schneller also als bei einem regulären Visum. Hat man einmal grünes Licht vom ESTA-System, gilt die Prüfung eigentlich für zwei Jahre – in diesem Zeitraum kann man visumsfrei für maximal 90 Tage am Stück in die USA reisen.

Einen Anspruch auf Einreise gibt es dadurch aber noch nicht – die Entscheidung liegt am Schluss immer bei den Beamten, die bei der Ankunft den Pass kontrollieren.

Ablehnung ist selten

Abgelehnt wird der ESTA-Antrag, wenn Voraussetzungen nicht erfüllt sind, also wenn etwa ein Pass ungültig ist. Abgelehnt wird aber auch, wenn das System Risiken ausmacht:

  • Wenn man zum Beispiel einen Eintrag in einer Sicherheitsdatenbank hat.
  • Wenn man früher schon einmal seinen Aufenthalt in den USA überzogen hat.
  • Wenn die US-Behörden den Verdacht haben, dass man nicht mehr ausreist.
  • Wenn man in bestimmten Ländern wie Kuba, Iran oder Syrien war.

Oder wenn man etwa bei der Frage nach den Vorstrafen das Häkchen bei «Ja» setzt. Wobei es stark auf die Art der Vorstrafe ankommt, ob man abgelehnt wird.

Auch bestehende und geltende ESTA-Prüfungen können die US-Behörden jederzeit überprüfen und widerrufen. Konkrete Gründe für Ablehnung oder ESTA-Entzug geben die USA kaum an.

Wie oft ESTA-Anträge abgelehnt oder gültige ESTA-Reisegenehmigungen neu überprüft werden, dazu gibt es keine offiziellen Zahlen. Generell geht man von sehr niedrigen Ablehnungsraten aus. Denn im «Visa Waiver Program» sind ohnehin nur Länder, deren Bürgerinnen in den allermeisten Fällen keine Probleme haben dürften.

Einspruch nicht möglich

Wer keine ESTA-Reisegenehmigung bekommt oder wem diese entzogen wird, kann keinen Einspruch oder Rekurs erheben. Die Alternative: Ein reguläres Visum beantragen. Das dauert deutlich länger als ein ESTA-Antrag. In der Regel muss man mit seinem Pass zu einem Termin auf der US-Botschaft in Bern, danach wird einem der Pass mit Visum zugestellt – alles in allem kann das mehrere Wochen dauern.

Gut möglich, dass es im Fall von Breel Embolo schneller geht. «Wir stehen nun in Kontakt mit den Behörden», schreibt der SFV.

SRF zwei, Sportflash, 02.06.2026, 20 Uhr ; 

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