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Asien-Sicherheitstreffen Wenn zwei Giganten sich besser verstehen

Auf Asiens wichtigstem sicherheitspolitischen Treffen, liefern sich China und die USA üblicherweise einen Showdown. Doch ihre neue Annäherung ist längst nicht für alle gut.

Ein paar verbale Scharmützel zwischen Peking und Washington gab es auch diesmal. Aber kein Vergleich mit den verbalen Kraftmeiereien bis vor Kurzem. Das Reizthema Taiwan sprachen die USA nicht einmal an.

China und USA: Entspannung nach Pekings Gusto

Aus chinesischer Sicht liegt die neue Milde daran, dass US-Präsident Donald Trump offenbar und auf einmal China als zweite Supermacht akzeptiert und anders als seine Amtsvorgänger nicht auf Prinzipien wie Demokratie, Völkerrecht oder Menschenrechte herumreitet. Kurz: Das bilaterale Verhältnis verbessert sich gerade, und zwar nach Pekings Gusto. Viele amerikanische Beobachter ausserhalb des Trump-Lagers sehen das ebenso. Und fragen sich, welche Vorteile das den USA bringt.

Wenn die beiden mächtigsten Länder der Welt ihren Konflikt herunterkochen, statt ihn zu einem Krieg hochzuschaukeln, ist das weltpolitisch eine gute Sache. Das sieht man durchaus auch in den Ländern im indopazifischen Raum so – von Japan über die Philippinen und Australien bis Indien. Zumal politische Stabilität stets vorteilhaft ist für den wirtschaftlichen Aufschwung – und der steht für die meisten Regierungen hier ohnehin im Vordergrund.

Skepsis gegenüber der neuen Milde

Trotzdem sehen sie die neue amerikanisch-chinesische Annäherung mit einiger Skepsis, ja gar Sorge. Das wurde auf dem Sicherheitsgipfel in Singapur klar.

Denn zum einen führt sie wohl dazu, dass sie sicherheitspolitisch weniger von den USA unterstützt werden. Als Verbündete gegen China und für die Projektion der US-Macht nach Asien werden sie weniger gebraucht. Zum andern dürfte der machterpichte Xi Jinping Chinas Dominanz im asiatisch-pazifischen Raum nun erst recht zementieren wollen und zementieren können, wenn es für die USA weniger prioritär ist, China in Schach zu halten.

G2-Weltordnung: Die Angst der Kleineren vor dem Recht des Stärkeren

Das Problem für die Staaten der Region ist, dass sowohl in Washington als auch in Peking Regierungen an der Macht sind, die auf das Prinzip Recht vor Macht pfeifen, vielmehr auf das Recht des Stärkeren pochen. Es entspricht weder Xis noch Trumps Vorstellung, mit kleinen und mittelgrossen Ländern Partnerschaften auf Augenhöhe zu pflegen – nicht in Europa, nicht in Lateinamerika, nicht in Asien und Australien.

Trump vertritt gar explizit die Idee einer von den G2, also den beiden Supermächten, geführten Welt. Die Chinesen sind klug genug, das nicht laut zu sagen, aber sie sehen es ähnlich.

Eine Annäherung zwischen den beiden Grossen ist also für all die Kleineren keine reine Freude.

Fredy Gsteiger

Diplomatischer Korrespondent

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Fredy Gsteiger ist diplomatischer Korrespondent und stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er Auslandredaktor beim «St. Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».

Hier finden Sie weitere Artikel von Fredy Gsteiger und Informationen zu seiner Person.

Info3, 31.5.2026, 17:00 Uhr

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