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Asteroiden und Meteoriten Asteroiden: Wie viele die Erde treffen und welche gefährlich sind

Dass Bruchstücke aus dem All die Erde treffen, passiert gar nicht mal so selten. Aber nur sehr wenige sind gross genug, dass sie Folgen für die Menschheit haben. So gefährlich und häufig sind die Weltall-Geschosse wirklich.

Was ist der Unterschied zwischen Asteroid und Meteorit? Die meisten Meteoriten sind Bruchstücke von Asteroiden. Sobald sie den Boden der Erde berühren, heissen sie Meteoriten.

Kraterähnliches Gestein
Legende: Asteroiden wie Eros (Bild) sind kleinere, meist felsige Objekte, die die Sonne umkreisen. Nasa

Nach Bezeichnung von Don Yeomans, NEO-Programm der Nasa, findet auch eine Grösseneinteilung statt: Asteroiden sind meist felsige Körper, die die Sonne umkreisen und einen Meter oder grösser sind, während ein Meteorit weniger als einen Meter gross ist.

Was ist der Unterschied zwischen Meteor, Meteoroid und Meteorit?

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Sie sind alle mit den Lichtblitzen verwandt, die man manchmal als «Sternschnuppen» über den Himmel ziehen sieht. Es sind verschiedene Namen für ein und dasselbe Objekt, je nachdem, wo es sich befindet.

Meteoroide: Meteoroide sind Objekte im Weltraum, die in ihrer Grösse von Staubkörnern bis hin zu kleinen Asteroiden reichen. Man kann sie sich als «Weltraumgestein» vorstellen.

Meteore: Wenn Meteoroide mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre (oder die eines anderen Planeten wie dem Mars) eindringen und verglühen, werden die Feuerbälle oder «Sternschnuppen» als Meteore bezeichnet.

Meteoriten: Wenn ein Meteoroid die Reise durch die Atmosphäre überlebt und auf dem Boden aufschlägt, nennt man ihn einen Meteoriten.

Wie häufig treffen Meteoriten die Erde? Grössere Meteoriten sind sehr selten. Mittelgrosse Meteoriten gibt es etwa ein halbes Dutzend pro Jahr. Kleinere Meteoriten fallen aber täglich auf die Erde herunter, die sind häufig nur so klein, dass man sie gar nicht bemerkt. Viele landen auch im Meer oder in unbewohnten Gebieten. Die Karte, Link öffnet in einem neuen Fenster der Nasa zeigt Feuerbälle seit 1988 bis heute und misst ihre Einschlagenergie. Nur ein Meteorit, der durch seine Grösse auch als Asteroid bezeichnet werden kann, überstieg seit dem die Aufprallenergie von 100 Kilotonnen (roter Punkt, Tscheljabinsk).

Karte mit vielen Punkten
Legende: Nasa

Wo schlugen bereits Asteroiden oder Meteoriten in die Erde ein? Die Earth Impact Database (EID) umfasst eine Liste von bestätigten Einschlagstrukturen aus der ganzen Welt, Link öffnet in einem neuen Fenster. Bis heute befinden sich 190 bestätigte Krater von Einschlägen in der Datenbank, sie wird von Wissenschaftlern aber laufend erweitert.

Was waren die grössten Einschläge im 20. und 21. Jahrhundert? Im Jahr 1908 kam es in Tunguska, Sibirien, wahrscheinlich zu einem für die Natur verheerenden Einschlag durch einen Asteroiden. Durch die Explosion wurden schätzungsweise 80 Millionen Bäume umgenietet. Zum letzten Einschlag eines grösseren Meteoriten (etwa 20 Meter) kam es im Jahr 2013 im Gebiet rund um die russische Millionenstadt Tscheljabinsk im Ural.

Karte von Tscheljabinsk
Legende: SRF

Die enorme Druckwelle liess Fensterscheiben zerbersten, dadurch gab es viele Verletzte und hunderte beschädigte Gebäude. Ein sechs Meter breiter Krater wurde später rund 80 km westlich am Ufer des Tschebarkul-Sees entdeckt.

Sind Asteroiden-Einschläge gefährlich für die Menschheit? Experten der Nasa gehen davon aus, dass im Durchschnitt ungefähr alle 10'000 Jahre Asteroiden, die grösser als 100 Meter sind, die Erdoberfläche erreichen können. Dabei sind lokale Katastrophen oder Flutwellen möglich, die niedrig gelegene Küstengebiete überschwemmen können. Etwa alle 100'000 Jahre könnte ein Asteroid, der grösser als ein Kilometer ist, die Erde treffen. Solch ein Asteroid hätte global verheerende Folgen – besonders durch die Schockwelle eines solchen Aufpralls, aber auch durch Flutwellen, Brände oder sauren Regen.

Experten stufen aber die Gefahr eines Asteroiden im Vergleich zu anderen, menschengemachten Existenzbedrohungen wie Kriegen, Klimawandel und Krankheiten als eher klein ein.

Sternschnuppe an dunklem Himmel
Legende: Schön anzuschauen und ungefährlich: Ein Meteor streift durch den Himmel von Hongkong im 17. November 1998. Keystone

Woher wissen wir, wann ein Asteroid die Erde trifft? Europas Weltraumagentur ESA und die Nasa kategorisieren sogenannten Neo's («near earth objects»). Mithilfe des hochautomatisierten Kollisionsüberwachungssystem Sentry wird gemessen, wenn Neo's der Erde nahekommen. So können deren Umlaufbahnen berechnet und die Wahrscheinlichkeit einer Kollision mit der Erde geschätzt werden.

Sentry-Kollisionsüberwachungssystem

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Sentry, Link öffnet in einem neuen Fenster ist ein hochautomatisiertes Kollisionsüberwachungssystem, das den aktuellsten Asteroidenkatalog kontinuierlich auf mögliche zukünftige Einschläge auf der Erde in den nächsten 100 Jahren überprüft. Wann immer ein potenzieller Einschlag entdeckt wird, wird er analysiert und die veröffentlicht.

Letztes prominentes Beispiel eines der Erde nahe kommenden Asteroiden ist Apophis. Lange galt er als der für die Erde gefährlichste Asteroid. Erst kürzlich wurde klar, dass Apophis bei der Annäherung an die Erde im Jahr 2029 nicht verhängnisvoll abgelenkt wird. Ein Einschlag kann laut ESA für mindestens 100 Jahre ausgeschlossen werden.

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Berechnete Bahn von Apophis im Jahr 2029 (NASA/JPL-Caltech)
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Tagesschau, 27.4.21, 19:30 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Erik Eisermann  (ECATWEAZLE)
    Guten Tag.

    wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Ding die Erde trifft?
    Wie wäre es mit Fokus auf weit wichtigere Dinge, die wir zu erledigen haben, anstatt hier Millionen auszugeben.
    Freundliche Grüsse, ee
  • Kommentar von Peter Isler  (SchweizerQualität)
    @SRF Kleines Detail: Wenn die Definition stimmt und ein Meteorid erst nach dem Aufprall zum Meteorit wird - Heisst dass nicht dass dementsprichend die Antwort auf "Wie häufig treffen Meteoriten die Erde? " "Nie" ist? ;)
    1. Antwort von Charles Grossrieder  (View)
      Wohl eher „nie“ für Meteroiden, wenn schon. Zugegeben, liesst sich kompliziert.
      Denke die Frage sollte lauten:
      „Wie oft werden Meteroiden zu Meteroriten?“