Zum Inhalt springen

Header

Video
Grossbritannien will Obergrenze für Atomsprengköpfe erhöhen
Aus Tagesschau vom 16.03.2021.
abspielen
Inhalt

Atomwaffen-Arsenal Grossbritannien plant atomare Aufrüstung

  • Erstmals seit Jahrzehnten der Abrüstung will die britische Regierung wieder einen Ausbau ihres Atomwaffenarsenals ermöglichen.
  • Das geht aus einem Dokument zur strategischen Neuausrichtung des Landes nach dem Brexit hervor.
  • Demnach soll die Begrenzung der Anzahl von Atomsprengköpfen von 180 auf bis zu 260 erhöht werden.

Die Regierung bezeichnete die sogenannte «Integrated Review» als radikalste Neubewertung des britischen Platzes in der Welt seit dem Ende des Kalten Krieges. Ziel des Projekts sei es, «das Vereinigte Königreich stärker, sicherer und wohlhabender» zu machen, sagte der britische Regierungschef Boris Johnson.

London will sich zudem geopolitisch stärker nach Asien und zum Pazifikraum ausrichten. Bis 2030 rechnet die britische Regierung demnach mit einer weiteren Entwicklung zu einer multipolaren Welt und einer Verlagerung des Schwerpunkts in den indopazifischen Raum.

Video
24 Milliarden Pfund will Johnson in die Streitkräfte investieren (engl.)
Aus News-Clip vom 16.03.2021.
abspielen

Dem solle mit der Entsendung des Flugzeugträgers «HMS Queen Elizabeth» in den Pazifik und einer Reise Johnsons nach Indien später in diesem Jahr Rechnung getragen werden.

Grossbritannien bleibe aber der Nato und der als «Five Eyes» bezeichneten Geheimdienstkooperation mit den englischsprachigen Ländern USA, Australien, Kanada und Neuseeland verbunden, betonte Johnson.

Im europäisch-atlantischen Raum sei Russland derzeit die «akuteste Bedrohung», hiess es in dem Dokument.

Schwerpunkt Terrorbekämpfung

Ebenfalls weiterhin als grosse Bedrohung betrachtet London die Gefahr durch Terroristen. Die britische Regierung schätzt dem Dokument zufolge einen erfolgreichen terroristischen Angriff mit chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Waffen bis zum Jahr 2030 als «realistische Möglichkeit» ein.

Um dem zu begegnen, solle ein Anti-Terror-Zentrum eingerichtet werden, kündigte Johnson an. Eine nationale Cyber-Einheit, die offensive Operationen gegen Terroristen, Staaten und kriminelle Banden ausführe, solle im Nordwesten Englands angesiedelt werden. Als Lehre aus der Pandemie will London zudem ein regierungsübergreifendes Lagezentrum schaffen.

Einschätzung von SRF-Korrespondentin Henriette Engbersen

Box aufklappenBox zuklappen

Grossbritannien richtet seine Sicherheitspolitik neu aus und spricht gar von der wichtigsten Anpassung seit dem Ende des Kalten Krieges. In jedem Fall sind es sehr ambitionierte Pläne, findet Grossbritannien-Korrespondentin Henriette Engbersen.

«Jahrelang war die britische Aussenpolitik geprägt von den Beziehungen zu den USA und der EU. Das ändert sich nun. Den Brexit-Wählern muss Boris Johnson zeigen, dass er Grossbritannien globaler ausrichtet, denn er hatte nichts Geringeres versprochen.

Der Fokus auf Asien ist richtig und spannend, dort ist wirtschaftliches Potenzial und mit China auch eine mögliche Gefahr. Aber zwei kritische Fragen bleiben: Könnte man die EU als wichtigsten Handels-Partner aus den Augen zu verlieren? Und: Übernimmt sich Grossbritannien nicht mit den grossen Plänen im Fernen Osten?»

Video
Grossbritannien auf dem Weg zu militärischen Grossmacht
Aus Tagesschau vom 16.03.2021.
abspielen

SRF 4 News 16.03.2021; 15.30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

29 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Pascal Noti  (Noti)
    Inwiefern GB nukleare Waffen aufrüstet, ist unklar.

    Aus keinem Nachrichtensender und auch nicht auf Regierungswebseiten (inklusive des neue Sicherheitsberichtes, 16 März 2021: "the Integrated Review of Security, Defence, Development and Foreign Policy") wie die Anzahl nuklearer Sprengköpfe erhöht werden soll.
    Da nukleare Sprengköpfe unterschiedliche Massen haben, könnte auch durch Umverteilung der Massen mehr Sprengköpfe erreicht werden. Die Zunahme der Köpfe könnte Propaganda sein.
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    @ Thomas Leu
    Wie man das Elekrizitätsnetz flachlegt und zwar langfristig:
    Doppelangriff, mit Hacking + konventionelle cruise missiles, Ziele: Turbinen, Transfo Stationen, Hochspannungsmasten.
    In einer digitalen Welt geht nichts mehr, kein Internet, kein Zahlungsverkehr, Kühlung von Lebensmitteln in Supermärkten weg, keine Rotlichter mehr, kein SBB, kein Tram, nichts. So viele Generatoren gibt's gar nicht.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Patrick Janssens: Sie beschreiben den 3. Weltkrieg. Die Atomwaffen dienen der Abschreckung, um einen atomaren Erstschlag eines Gegners zu verhindern; ähnlich wie im kalten Krieg wo das funktioniert hat und die Welt vor dem 3. Weltkrieg bewahrt hat. Im Beitrag steht aber auch, dass die Terrorbekämpfung ein Schwerpunkt wird und ein Anti-Terror-Zentrum eingerichtet wird mit einer nationale Cyber-Einheit. Das ist sehr realistisch und entspricht den globalen Gegebenheiten. Nichts von Träumerei!
  • Kommentar von Udo Gerschler  (UG)
    Frieden schaffen mit A-Waffen.Schade um die schöne Insel und deren Menschen.Von wem wird den England bedroht?Es sollte jeden bewusst sein das es kein Europa mit Menschen nach einen Abwurf und Gegenschlag egal von welcher Seite mehr gibt.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Udo Gerschler: Es wurden bis jetzt zwei Atombomben abgeworfen. Die erste am 6. August 1945 über Hiroshima und die zweite am 9. August 1945 über Nagasaki. Das hat der Menschheit gereicht, die Schrecken eines Atomkrieges zu erfassen und die Finger davon zu lassen. Hätte aber die NATO im kalten Krieg nicht glaubwürdig mit einem nuklearen Gegenschlag drohen können, dann würden Sie heute russisch statt englisch als erste Fremdsprache lernen.
    2. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Weitgereister)
      Das heisst es gibt kein Japan und keine Japaner mehr?
    3. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      PS
      Und der Staat Israel wäre schon längst von seinen Gegnern "plattgewalzt" worden. (Wenn er nicht über ein (rel. stattliches) Atomwaffenarsenal zu seinem Selbstschutz verfügen würde.)

      So paradox das tönen mag: Die Dinger können tatsächlich (wie gesagt: unter "engen Ausnahmebedingungen" (!) und auf eine paradoxe Art) "Leben retten" und Kriege verhindern.

      Si vis pacem para bellum.