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Attacke in Moskau Anschlag auf Russlands Militärgeheimdienst-Vize – kein Einzelfall

Attentat in Moskau: Der stellvertretende Chef des russischen Armeegeheimdienstes, Wladimir Alexejew, ist bei einem Anschlag schwer verletzt worden. Der 64-Jährige wurde in seinem Wohnhaus angeschossen und ins Spital eingeliefert. Der Täter ist laut Ermittlern auf der Flucht. Der Anschlag fällt in eine politisch heikle Phase des Ukraine-Kriegs.

Hohe Ziegelgebäude mit rot-weissem Absperrband im Vordergrund.
Legende: Der stellvertretende Chef des russischen Armeegeheimdienstes Wladimir Alexejew soll gemäss Behördenangaben in diesem Gebäude im Nordosten Moskaus vor dem Lift gestanden haben, als ihn der unbekannte Täter dreimal von hinten in Rücken und Bein schoss. imago images/Grigory Sysoev

Das ist passiert: In einem Wohnhaus im Nordosten Moskaus ist der stellvertretende Chef des russischen Armeegeheimdienstes, Wladimir Alexejew, am frühen Morgen mehrfach in den Rücken geschossen worden. Mindestens drei Kugeln trafen ihn, er verlor viel Blut. Laut Ermittlungsbehörden läuft eine Fahndung, ein Strafverfahren wegen versuchten Mordes ist eröffnet. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach von einer ernsten Lage und verwies auf die Schutzpflicht der Geheimdienste, diese müssten selbst für die Sicherheit ihres Personals sorgen.

Das ist Wladimir Alexejew: Alexejew wurde im Gebiet Winnyzja in der heutigen Ukraine geboren, machte seine militärische Karriere jedoch vollständig in Russland. Er stieg bis zum Vizechef des Militärgeheimdienstes GRU auf. International gilt er als einflussreicher Strippenzieher im Sicherheitsapparat und als enger Vertrauter der Führung in Moskau.

Dafür ist Alexejew eingesetzt worden: Während des Syrien-Kriegs leitete Alexejew die Geheimdienstoperationen des russischen Militärs vor Ort. Nach Beginn des von Wladimir Putin befohlenen Kriegs gegen die Ukraine war er an der Organisation sogenannter Freiwilligenbataillone beteiligt. Kiew macht ihn zudem für die Bereitstellung von Zieldaten für Luftangriffe mitverantwortlich.

Das weiss man über den Täter: Offiziell ist über den Angreifer kaum etwas bekannt. Russische Medien berichten von einem gezielten Anschlag im Treppenhaus des Wohnblocks. Hinweise auf das Motiv oder mögliche Auftraggeber nennen die Behörden bislang nicht. Die Ermittlungen laufen, der Täter gilt weiterhin als flüchtig.

Das ist der grössere Kontext: Der Anschlag ereignete sich kurz nach einer neuen Verhandlungsrunde zum Ukraine-Krieg in Abu Dhabi. Die russische Delegation führte Igor Kostjukow, Alexejews direkter Vorgesetzter. Zwar gelten die Gespräche als konstruktiv, zentrale Streitpunkte wie Gebietsansprüche bleiben jedoch ungelöst.

Ähnliche Angriffe auf russische Machtträger: In den vergangenen Monaten wurden mehrere hochrangige Militärs Ziel von Attentaten. Im April 2025 starb Generalleutnant Jaroslaw Moskalik bei einer Autobombenexplosion. Im Dezember 2024 wurde ABC-Abwehrchef Igor Kirillow getötet. Russland spricht von Terrorismus und macht ukrainische Dienste verantwortlich.

Rendez-vous, 06.02.2026, 12:30 Uhr ; 

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