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US-Präsident Trump an Wahlkampfveranstaltung in Florida
Aus Tagesschau vom 13.10.2020.
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Auftritt in Florida Trump zurück im Wahlkampf: «Ich fühle mich so stark»

  • US-Präsident Donald Trump hat nach seiner Erkrankung den Wahlkampf wieder aufgenommen.
  • Er hat sich bei von seinen Anhängern im US-Bundesstaat Florida bei einem einstündigen Auftritt in Florida feiern lassen.

«Ich fühle mich so stark», sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) in Sanford bei Orlando. «Ich werde jeden in diesem Publikum küssen. Ich werde die Kerle und die schönen Frauen küssen (...). Ich werde euch einfach allen einen dicken, fetten Kuss geben.» Florida ist ein möglicherweise entscheidender Bundesstaat für die Präsidentenwahl am 3. November.

Der 74-Jährige betonte damit wie schon am Wochenende, er sei nun immun gegen das Coronavirus. Entsprechende Tweets wurden von Twitter mittlerweile gekennzeichnet, weil sie potenziell verharmlosend seien.

Ist Trump tatsächlich immun?

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Die Frage nach der Immunität nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 ist nach wie vor weitgehend ungeklärt. Obwohl nach einer Infektion Antikörper gebildet werden, stellt sich die Frage, wie robust und dauerhaft diese sind. Neben den Antikörpern spielen noch weitere Faktoren wie die generelle Stärke des Immunsystems eine wichtige Rolle beim Schutz vor dem Virus, und die sogenannte T-Zell-Antwort. Möglich ist nach wie vor auch, dass sich die Dauer der Immunität von Mensch zu Mensch unterscheidet, wie es vom Robert Koch-Institut heisst.

Leibarzt sagt, Trump sei nicht mehr ansteckend

Trumps Leibarzt Sean Conley hatte zuvor mitgeteilt, dass mehrere Corona-Schnelltests an «aufeinanderfolgenden Tagen» bei Trump negativ ausgefallen seien. Neben den Antigentests seien auch andere Labordaten hinzugezogen worden, um zu ermitteln, dass der Präsident nicht mehr ansteckend sei.

Wann Trump das erste Mal negativ getestet wurde und wie oft, blieb unklar. Auch erklärte Conley nicht, warum Trump offenbar nicht mit der üblicherweise durchgeführten PCR-Methode getestet wurde, die im Vergleich zu Antigentests als zuverlässiger gilt.

Wegen seiner Anfang Oktober bekannt gewordenen Coronainfektion musste Trump seine Wahlkampfauftritte abrupt auf Eis legen. Er wurde drei Tage lang in einem Militärkrankenhaus bei Washington behandelt.

Trump verzichtete bei seiner Reise nach Florida auf das Tragen einer Maske, wie Fotos von der Abfahrt zeigten. Der Republikaner hat sich seit Beginn der Pandemie äusserst selten öffentlich mit Mund-Nasen-Schutz gezeigt.

Trump wieder im Wahlkampfmodus

«Normales Leben, das ist alles, was wir wollen», sagte Trump vor seinen Anhängern. Er behauptete, sein demokratischer Herausforderer Joe Biden würde der Erholung von der Krise ein Ende bereiten, einen Impfstoff verzögern und die Pandemie verlängern. Zudem wolle Biden für Florida einen «drakonischen, unwissenschaftlichen Lockdown». In Wirklichkeit verspricht Biden, die Pandemie mit einer nationalen Strategie eindämmen und dabei dem Rat von Wissenschaftlern und Gesundheitsexperten folgen zu wollen, um die Menschen zu schützen. Er betont immer wieder die Bedeutung von Masken.

Biden kritisierte Trump am Montag nicht nur wegen dessen Umgang mit der Pandemie insgesamt. «Sein rücksichtsloses persönliches Verhalten seit seiner Diagnose war skrupellos», sagte Biden bei einem Auftritt in dem ebenfalls umkämpften Bundesstaat Ohio.

Streit mit Experte Anthony Fauci

Unterdessen setzte sich der Streit zwischen Trumps Wahlkampfteam und dem US-Gesundheitsexperten Anthony Fauci fort. Der Immunologe machte beim Sender CNN deutlich, dass er im Wahlkampf nicht für Trump-Werbung herhalten will. Das Wahlkampfteam solle einen Werbespot, für den Äusserungen Faucis ohne dessen Zustimmung und zusammenhangslos verwendet wurden, nicht weiter nutzen. «Ich denke, es ist wirklich bedauerlich und wirklich enttäuschend, dass sie das getan haben», sagte Fauci.

Der Immunologe äusserte sich auch kritisch über Wahlkampfveranstaltungen, von denen Trump in dieser Woche noch weitere abhalten will: In den kommenden Tagen soll Trump nach Pennsylvania, Iowa, North Carolina, Georgia und erneut nach Florida reisen. «Wir wissen, dass das zu Problemen führt», sagte Fauci mit Blick auf Ansammlungen vieler Menschen ohne Maske, wie sie bei Trump-Auftritten üblich sind.

Pandemie in USA weiterhin nicht unter Kontrolle

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  • In den vergangenen sieben Tagen kamen im Durchschnitt täglich rund 50'000 nachgewiesene Neuinfektionen hinzu.
  • Seit Beginn der Pandemie wurden rund 7.8 Millionen Ansteckungen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen.
  • Mehr als 215'000 Menschen starben nach einer Infektion.
  • Auch das Weisse Haus hatte mit einem Ausbruch zu kämpfen: Neben Trump wurden auch zahlreiche andere Mitarbeiter und Gäste der Regierungszentrale positiv getestet.

SRF 4 News, 13.10.2020, 06.00 Uhr;

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Von Beginn seiner Präsidentschaft an hat Donald Trump die amerikanische Gesellschaft gespalten, er hat einzelne Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufgehetzt, Konkurrenten beleidigt und kritische Journalisten als "Feinde des Volkes" beschimpft. Jetzt, in der schwersten Krise der USA seit Jahrzehnten, verschärft Donald Trump seinen polarisierenden Regierungsstil noch. In der Corona-Krise ignoriert er Fakten, er lügt wiederholt und schiebt die Schuld für die Misere Joe Biden in die Schuhe.
  • Kommentar von Mariette Schelker  (Grosi)
    Weil er doch so guet zwäg ist, könnte er gleich noch Mr. Julian Assange und Mr. Edward Snowden begnadigen. Sie wären einer herzlichen Umarmung von Mr. President bestimmt nicht abgeneigt.
    1. Antwort von Marti Müller  (Co2=Leben)
      Kommt noch...
    2. Antwort von Mariette Schelker  (Grosi)
      @M.Müller: Heute?
  • Kommentar von Mariette Schelker  (Grosi)
    Was sind das wohl für Ärzte /Coronavirchen/Mittelchen welche ihn so schnell auf die Beine und auf diesen "Schmusekurs" brachten? Der westlich gekleidete Nordkoreanische Machthaber wird kurz vor ihm bei einer Ansprache um Mitternacht eigenartig emotional...
    ...ein Schelm, wer Böses dabei denkt.