- Nach dem Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff sind laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sechs Infektionen mit dem Virus laborbestätigt.
- Dazu würden auch jene drei Fälle zählen, bei denen die Menschen daran gestorben sind, heisst es von der WHO. Bei ihnen handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland.
- Bei weiteren zwei Personen gelte eine Infektion zudem als wahrscheinlich.
- Am Sonntag soll das betroffene Kreuzfahrtschiff in Teneriffa eintreffen.
Beim Erreger handelt es sich um den sogenannten Andes-Typ des Hantavirus. Bei diesem Stamm konnte eine Übertragung von Mensch zu Mensch bereits in der Vergangenheit in Einzelfällen dokumentiert werden. Symptome könnten laut WHO aufgrund der langen Inkubationszeit bis zu sechs Wochen nach einer Infektion auftreten.
Die WHO hält das Risiko für die Allgemeinheit jedoch für gering. Zwar hat sie wiederholt betont, dass es sich bei dem Hantavirus-Ausbruch um eine ernste Entwicklung handle, aber keinesfalls um den Beginn einer Pandemie. Hantaviren werden üblicherweise durch infizierte Nager wie Ratten oder Mäuse übertragen.
Keine weiteren Passagiere mit Symptomen bekannt
Das vom Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff «Hondius» soll voraussichtlich am Sonntagmorgen im Hafen von Granadilla auf Teneriffa ankommen, wie der Veranstalter Oceanwide Expeditions mitteilt. Die Planungen für die Ankunft, inklusive Untersuchungen und Quarantäne-Prozeduren, würden von verschiedenen Organisationen verantwortet, darunter die WHO sowie niederländische und spanische Gesundheitsbehörden.
Der Betreiber erklärte, derzeit zeige niemand auf der «Hondius» Symptome. Nach dem Anlegen in dem Hafen der spanischen Insel vor der Westküste Afrikas lägen die medizinischen Schritte und die mögliche Heimreise der Passagiere in der Hand der Behörden. Oceanwide Expeditions sei dann nicht mehr involviert.
Schiff «Hondius» seit Anfang April unterwegs
Das Schiff war am Mittwochabend von Kap Verde in Richtung der Kanarischen Inseln aufgebrochen. Zu dem Zeitpunkt gab der Betreiber für die Überfahrt eine voraussichtliche Dauer von drei bis vier Tagen an. Ursprünglich hatte die «Hondius» ihre Reise Anfang April im Süden Argentiniens begonnen.