Was ist passiert? Ein Mann, der von einer Kreuzfahrt in Südamerika zurückkehrte, wurde in der Schweiz positiv auf das Hantavirus getestet. Er wird derzeit im Universitätsspital Zürich USZ behandelt, wo er umgehend isoliert wurde. Auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» war es zuvor zu einem Ausbruch der Krankheit mit mehreren Todesfällen gekommen. Der Mann begab sich laut Weltgesundheitsorganisation WHO ins USZ, nachdem er ein E-Mail des Schiffsbetreibers erhalten hatte, in der die Passagiere über den Ausbruch informiert wurden. Der Zustand des Patienten ist laut USZ stabil und hat sich seit Eintritt ins Spital nicht verändert.
Wie kommt der Mann vom Schiff nach Zürich? Er war laut Bundesamt für Gesundheit BAG mit seiner Frau bis Ende April auf Reisen. Sie waren bereits zurück in der Schweiz, als das Schiff in Quarantäne gesetzt und der Ausbruch international bekannt wurde. Erst nachdem der Mann Krankheitssymptome bemerkt hatte, begab er sich nach telefonischer Absprache mit seiner Hausärztin zur Abklärung ins USZ. Die Ehefrau des Patienten zeigt gemäss BAG bisher keine Symptome und hat sich vorsorglich in Selbstisolation begeben.
Könnten weitere Menschen in der Schweiz betroffen sein? Nach aktuellem Kenntnisstand des BAG und der Reederei befanden sich keine weiteren Schweizer Staatsangehörigen auf dem Schiff. Da die Passagierliste aber nach Staatsbürgerschaft und nicht nach Wohnort geführt wird, kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich Personen mit Wohnsitz in der Schweiz an Bord befanden. Die kantonalen Behörden klären derzeit ab, ob der Patient während der Krankheitsphase Kontakt zu weiteren Personen hatte.
Welche Gefahr besteht für die Bevölkerung in der Schweiz? Das BAG stuft das Risiko als gering ein und hält das Auftreten weiterer Fälle für unwahrscheinlich. Die Behandlung des Patienten erfolge unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. Das USZ sei auf solche Fälle vorbereitet. Ausserdem sind Hantavirus-Fälle laut dem BAG in der Schweiz selten. In den letzten Jahren gab es 0 bis 6 gemeldete Fälle pro Jahr. Von diesen wenigen Fällen war die grosse Mehrheit auf Ansteckungen im Ausland zurückzuführen.