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Bedrohte Pressefreiheit Handschellen statt Schreibzeug für Journalisten weltweit

  • Wegen ihrer Arbeit im Journalismus sitzen weltweit laut einer Erhebung mindestens 387 Männer und Frauen im Gefängnis.
  • Das geht aus der Jahresbilanz der Pressefreiheit hervor, welche die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) am Montag veröffentlicht hat.
  • Mehr als die Hälfte dieser Inhaftierten verteilt sich demnach auf nur fünf Länder: China, Saudi-Arabien, Ägypten, Vietnam und Syrien.
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Aus dem Archiv: Zum Tode verurteilter Journalist erhängt
Aus Tagesschau am Vorabend vom 12.12.2020.
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54 Journalisten gelten nach Angaben von RSF derzeit als entführt, 4 seien 2020 verschwunden. Einige von ihnen hätten einfach nur über Corona berichtet.

Mehr als 130 Medienschaffende in allen Teilen der Welt seien seit dem Frühjahr wegen ihrer Berichterstattung zur Corona-Krise willkürlich verhaftet worden, so Reporter ohne Grenzen, «viele nur für Stunden oder wenige Tage, andere für Wochen. Aktuell sind noch mindestens 14 von ihnen im Gefängnis».

Berichterstattung über Corona im Visier

Regierungen in allen Teilen der Welt versuchten, eine unabhängige Berichterstattung über die Corona-Krise und ihre Folgen zu unterdrücken. Mehr als 370 meist kürzere Verhaftungen gab es in Belarus seit der umstrittenen Präsidentenwahl.

«Die sehr hohe Zahl inhaftierter Journalistinnen und Journalisten weltweit wirft ein grelles Schlaglicht auf die aktuellen Gefahren für die Pressefreiheit», sagte die Vorstandssprecherin der Organisation, Katja Gloger.

Prozesse, Haft, Misshandlung

«Viel zu viele Regierungen reagieren auf Proteste, Missstände oder eine Krise wie die Covid-19-Pandemie mit Repressalien gegen die Überbringerinnen und Überbringer der schlechten Nachrichten. Hinter jedem einzelnen dieser Fälle steht das Schicksal eines Menschen, dem Strafprozesse, lange Haft und oft Misshandlung drohen, weil er sich Zensur und Repression nicht gebeugt hat.»

Hopewell Chin'ono verlässt den Gefangenen-Transporter in Handschellen.
Legende: Der regierungskritische Journalist Hopewell Chin'ono verlässt am 6. November 2020 in Simbabwe einen Gefangenen-Transporter. Keystone

Zum Stichtag 1. Dezember sassen dieses Jahr nur zwei Medienschaffende weniger im Gefängnis als zum selben Zeitpunkt 2019, als diese Zahl das dritte Mal in Folge deutlich gestiegen war und mit 389 einen Höchststand erreicht hatte.

Todesstrafe droht

Allein die Zahlen inhaftierter Journalistinnen und Journalisten in China (117 Inhaftierte), Saudi-Arabien (34), Ägypten (30), Vietnam (28) und Syrien (27) summieren sich auf 61 Prozent aller Fälle weltweit.

42 der derzeit inhaftierten Medienschaffenden weltweit (11 Prozent) sind Frauen. Das sind 35 Prozent mehr als vor einem Jahr. Besonders viele Journalistinnen (jeweils 4) sitzen in Belarus und im Iran im Gefängnis.
Fünf Journalisten drohte zum Stichtag 1. Dezember akut die Vollstreckung ihrer Todesstrafen: Vier von ihnen sind in der Gewalt von Rebellen im Jemen, den Blogger Ruhollah Sam liess die Justiz in Iran am vergangenen Samstag hinrichten.

SRF 4 News, 14.12.2020, 06:00 Uhr;

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Rothenbühler: Sie suggerieren mit Ihrem Kommentar, dass Milosz Matuschek wegen dem Inhalt seines letzten Artikels in der NZZ fallen gelassen wurde. Dem ist nicht so. Herr Matuschek und die NZZ hatten verschiedene Ansichten über das Urheberrecht seines Artikels. Das hat er selber per Tweet mitgeteilt, also bitte bei den Tatsachen bleiben. Genau so werden Unwahrheiten in die Welt gesetzt.
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  • Kommentar von Ueli Meier  (meimei)
    Nicht vergessen sei der kritische Journalist und Autor Niklaus Meienberg. Wegen seiner Wortgewalt gefürchtet und geachtet wurde er 1976 wegen eines Textes über den Fürst von Liechtenstein vom Tagi Verleger (gegen die Redaktion) mit einem langjährigen Schreibverbot belegt. Nicht eingesperrt, zensuriert. Ein Damoklesschwert schwebt über unseren Köpfen, je nachdem was man und wie man und wo man es aufgreift. Die Schweiz sei ein Loch wo Berge sich erheben wie Bretter vor dem Kopf, so Meienberg.
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    1. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Zeitungen haben oftmals Besitzer und/oder Redaktionen mit bestimmten politischen Ausrichtungen. Wer als Journalist bei einer Zeitung arbeitet, die z.B. dem Freisinn nahe steht, macht sich bei der Leitung bestimmt nicht beliebt wenn er den Sozialismus hochjubelt. Wenn er beim Verleger deswegen in Ungnade fällt, ist das noch lange nicht vergleichbar mit Gefängnis, Folter und Hinrichtung.
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  • Kommentar von Andi Raschle  (aras)
    Pressefreiheit ist bedroht. So, so? Dass das in totalitären Staaten der Fall ist wissen wir alle. Bedenklich ist jedoch auch, dass neuerdings kritische Stimmen hierzulande einfach mundtot gemacht werden. Auf neudeutsch nennt sich das "Cancel Culture"... Wir legen kritische Journalisten oder auch nur Andersdenkende zwar noch nicht in Ketten, aber zu Wort kommen mit einer "abweichlerichen" Meinung wird schon sehr schwierig.
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