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Besuch bei Irish Guards Kriegstaktik gegen Drohnenwissen: Wie Briten von Ukrainern lernen

Im Krieg gegen Russland bauen ukrainische Soldaten aus einfachsten Komponenten Drohnen und setzen sie erfolgreich ein. Ihr Wissen ist auch bei westlichen Armeen gefragt – unter anderem in Grossbritannien.

In Aldershot, westlich von London, trainiert das 1. Bataillon der Irish Guards im Häuserkampf.

Hier setzen sie Technik und Erfahrungen ein, die sie in gemeinsamen Trainings mit ukrainischen Soldaten im Rahmen der «Operation Interflex» erprobt haben.

Die Rolle der Irish Guards bei «Operation Interflex»

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Die Irish Guards sind ein Infanterieregiment, das im Jahr 1900 gegründet wurde. In beiden Weltkriegen waren die Bataillone des Regiments im Einsatz. Neben Einsätzen auf der ganzen Welt bilden sie auch die Garde der königlichen Familie. Prinzessin Kate ist ihre Regimentskommandantin.

Im Jahr 2025 wurde das 1. Bataillon der Irish Guards im Rahmen der Operation Interflex eingesetzt, dem vom Vereinigten Königreich geleiteten Training ukrainischer Soldaten. Während des gesamten Jahres waren Soldaten der Irish Guards für die Durchführung von Führungskräftetrainings für ukrainische Soldaten verantwortlich. Sie vermittelten ihnen die Fähigkeiten, Übungen und Doktrinen, die sie als Zug- und Gruppenführer benötigen.

Die Irish Guards hatten bereits 2023 an Interflex mitgewirkt, wo sie im Rahmen einer sechsmonatigen Rotation die Grundausbildung der Rekruten übernahmen. Die Operation Interflex hat mit den Irish Guards, anderen Kompanien der britischen Armee und Soldaten aus dreizehn Partnerländern seit 2022 über 62'000 ukrainische Soldaten in verschiedenen Kursen ausgebildet, von der Grundausbildung für Rekruten bis hin zu Ausbilder- und Führungskursen.

Seit Beginn des Ukrainekrieges kamen über 60'000 ukrainische Soldaten nach Grossbritannien und bekamen hier Nato-Kriegstaktik vermittelt. Im Gegenzug gaben sie den Briten ihre Erfahrungen mit neuer Kriegstechnologie weiter.

Zwei Soldaten in Tarnkleidung zielen mit Gewehren.
Legende: Ukrainische Soldaten nehmen im Rahmen des Interflex-Programms an einer von den britischen Streitkräften durchgeführten Übung im Osten Englands teil. (24.02.2024) AFP/Henry Nicholls

Letzten Juni schlossen das Vereinigte Königreich und die Ukraine ein Abkommen über den Austausch von Kriegstechnologie. Damit soll die Drohnenproduktion der Ukraine angekurbelt und die britische Verteidigungsindustrie mit der an der Ukrainefront entwickelten Spitzentechnologie verbunden werden.

Investition in Drohnentechnologie

Im Drohnenlabor, einem umfunktionierten Büro auf dem Gelände, experimentieren die Irish Guards an Drohnen und reparieren weitere unbemannte Flugsysteme. Privatpersonen oder Firmen spenden Komponenten und Software.

Elektronik-Arbeitsplatz mit Drohne, Oszilloskop und Schaltkreis.
Legende: Im Drohnenlabor wird an Flugsystemen gearbeitet. SRF / Saya Bausch

Hier werden unter anderem sogenannte First-Person-View-Drohnen mit 3D-Druckern produziert. Diese können mit Sprengstoff bestückt werden. Das besondere an den FPV-Drohnen: Die Piloten können die Umgebung mittels Videobrille aus der Perspektive der Drohne steuern.

Ein 3D-Drucker produziert Drohnen.
Legende: Mit einem 3D-Drucker werden die Drohnen im umfunktionierten Büro produziert. SRF / Saya Bausch

«Die Inspiration für die Drohnen stammt ausschliesslich aus der Ukraine. Ohne die russische Invasion vor einigen Jahren hätte diese Art der Kriegsführung für uns keine so grosse Bedeutung erlangt», sagt Ben Irwin-Clark, Oberstleutnant und Kommandant des Irish-Guards-Bataillon I.

Die Irish Guards haben von den ukrainischen Soldaten gelernt, wie die Flugfähigkeiten trainiert werden können. An einem Simulator werden die Soldaten im Umgang mit den Drohnen geschult.

Person in Tarnuniform sitzt am Schreibtisch mit Computermonitor.
Legende: Im Drohnenlabor trainiert ein Soldat die Bedienung einer FPV-Drohne. SRF / Saya Bausch

Das Ziel: Alle Soldaten sollten mit dem Einsatz der Drohnen vertraut und als Bediener oder Ausbilder qualifiziert sein, erklärt Ben Irwin-Clark. Die Dichte und Vielfalt an Drohnen wie in der Ukraine lasse sich nicht simulieren. «Die Front in der Ukraine ist der einzige Ort auf der Welt, an dem es so viele Drohnen in der Luft hat», sagt der Oberstleutnant. Die Alternative sei deshalb, von ukrainischen Frontsoldaten zu lernen.

Errungenschaften aus Zusammenarbeit

Nicht nur das Drohnenwissen haben die Irish Guards von den ukrainischen Verbündeten erlangt. «Meine wichtigste Erkenntnis aus der monatelangen Zusammenarbeit mit Ukrainern war, wie unglaublich stark sie sind – sowohl moralisch als auch in ihrer Robustheit als Individuen und als Gesellschaft», beschreibt Irwin-Clark.

Die Situation, in der sich die Ukraine befindet, ist für uns sehr inspirierend.
Autor: Ben Irwin-Clark Oberstleutnant und Kommandant des 1.-Irish-Guards-Bataillon

Die Beziehung zwischen dem Vereinigten Königreich und der Ukraine sei eine wechselseitige. «Ich glaube, es liegt etwas im nationalen Charakter der Briten, dass wir Aussenseiter lieben und Tyrannen nicht mögen. Die Situation, in der sich die Ukraine befindet, ist für uns sehr inspirierend.»

Zudem hätten sie viel von den ukrainischen Verbündeten lernen können: Taktiken und Techniken hätten sich deutlich verbessert, weil sie so viel Zeit damit verbrachten, die Ukrainer auszubilden. «Es war etwas Wunderbares, geben zu können, aber es war auch etwas Wunderbares, empfangen zu können.»

Tagesschau, 13.2.2026, 19:30 Uhr

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