Zum Inhalt springen

Header

Video
Trump empfängt Erdogan
Aus Newsflash vom 14.11.2019.
abspielen
Inhalt

«Bin ein grosser Fan» Trump lobt Erdogan – trotz Spannungen

  • US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch seinen türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan in Washington empfangen.
  • Trotz Streitpunkten zwischen Washington und Ankara war Trump voll des Lobes.
  • Beide Staatschefs betonten, dass sie ihre Beziehungen ausbauen wollen.

«Ich bin ein grosser Fan des Präsidenten», sagte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Erdogan im Weissen Haus und fügte an: «Wir haben eine grossartige Beziehung.» Das gelte sowohl für ihr persönliches Verhältnis als auch für die Beziehungen beider Länder.

Das Verhältnis zwischen den Nato-Partnern Türkei und USA ist wegen diverser Streitpunkte getrübt:

  • Die türkische Militäroffensive in Nordsyrien vor gut einem Monat verschärfte die Spannungen zwischen den USA und der Türkei.
  • Das US-Repräsentantenhaus hatte im Oktober die Tötung von 1,5 Millionen Armeniern durch das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg als Völkermord bezeichnet. Die Türkei weist diese Lesart von sich.
  • Der türkische Präsident fordert schon länger die Auslieferung des islamischen Predigers Fethullah Gülen, den er als «Terroristenanführer» bezeichnet. Dass Gülen in den USA lebe, sei nicht akzeptabel.
  • Dass die Türkei ein russisches Raketenabwehrsystem vom Typ S-400 gekauft hat, kommt in den USA schlecht an.

Trump: Lieber mit Erdogan als die Anhörung mitverfolgen

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
  • Bei der Pressekonferenz von Trump und Erdogan war auch die erste öffentliche Anhörung seit Beginn der Ermittlungen um eine Amtsenthebung Thema.
  • Dies sei nichts als eine «Hexenjagd» und ein «Scherz», sagte Trump am Mittwoch. Die Zeugen präsentierten nur Informationen aus dritter Hand.
  • Er habe sich die Anhörung nicht angeschaut, so Trump. Stattdessen habe er den Tag mit Erdogan verbracht. Das sei weitaus wichtiger.

Trump: Beziehungen zu den Kurden sind gut

Die türkische Armee war am 9. Oktober mit verbündeten Rebellen in Nordsyrien einmarschiert, um die Kurdenmiliz YPG aus dem Grenzgebiet zu vertreiben. Die YPG ist der Verbündete der US-Streitkräfte im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat IS, die Türkei betrachtet die Kurdenmiliz dagegen als Terrororganisation.

Trump hatte der Offensive mit einem Abzug der US-Truppen aus dem Grenzgebiet in Nordsyrien den Weg geebnet. Kritiker warfen ihm vor, die YPG so im Stich gelassen zu haben. Trump sagte dagegen am Mittwoch, die Beziehung der USA zu den Kurden sei gut. Auch die vereinbarte Waffenruhe in dem Gebiet halte.

Erdogan gibt Trump Brief zurück

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Während Trump seinen türkischen Amtskollegen lobte, kritisierte Erdogan das Verhalten der USA. So kritisierte der türkische Präsident die Resolution des Repräsentantenhauses zu Armenien. In dieser heisst es, die USA würden die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord anerkennen. Zudem fordert Erdogan nach wie vor die USA auf, den islamischen Prediger Fethullah Gülen auszuliefern. Dieser lebt in den USA. Erdogan nannte Gülen denn auch erneut einen «Terroristenanführer». Darüber hinaus gab Erdogan beim Treffen mit dem US-Präsidenten den erhaltenen Brief von Donald Trump zurück. Im Brief forderte Trump Erdogan auf, nicht den starken Mann zu markieren und auf eine Invasion zu verzichten.

Er verstehe die Sorgen der türkischen Regierung mit Blick auf Nordsyrien, betonte Trump und dankte Erdogan für dessen Engagement. Die Türkei habe auch zahlreiche IS-Kämpfer in der Region festgenommen und bewache diese. Vor dem Weissen Haus protestierten am Mittwoch Dutzende Menschen gegen Erdogan und dessen Offensive.

Versöhnliche Töne angeschlagen

Trump mühte sich bei Erdogans Besuch dagegen um versöhnliche Töne. Er sagte, die Türkei sei ein wichtiger strategischer Partner für die USA. Auch die Handelsbeziehungen beider Länder hätten grosses Potenzial und sollten deutlich ausgeweitet werden. Bei der Zusammenkunft mit Erdogan im Oval Office sagte er: «Der Präsident und ich sind sehr gute Freunde. Wir sind seit langem befreundet – fast seit dem ersten Tag.»

Der Präsident und ich sind sehr gute Freunde. Wir sind seit langem befreundet – fast seit dem ersten Tag.
Autor: Donald TrumpUS-Präsident

Im Streit um den Kauf eines russischen Raketenabwehrsystems vom Typ S-400 gibt es allerdings weiterhin keine Lösung zwischen beiden Seiten. Dass die Türkei militärische Ausrüstung von Russland gekauft habe, habe «einige sehr ernste Herausforderungen» geschaffen, sagte Trump. Er betonte zugleich: «Hoffentlich werden wir in der Lage sein, die Situation zu lösen.»

Die Türkei hatte mit dem Rüstungsdeal im Sommer für Verärgerung beim Nato-Partner USA gesorgt. Washington befürchtet, dass Russland über das empfindliche Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten des US-Kampfjets F-35 gelangt.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

38 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Wie einige Medien berichten, sei es doch zu einem Eklat im Weissen Haus gekommen
    (Tagi, Spiegel Erdogan soll ein Video über die Kurden gezeigt haben, um zu beweisen, dass
    Die Kurden Terroristen seien. Das war wohl etwas zu viel. Senator Lindsey Graham
    regierte empört darüber. Deshalb wird sich wohl in den nächsten Tagen Trumps so
    begeistertes Statement über den Besuch etwas ändern. Zumindest kann man nach dieser
    Veröffentlichung es hoffen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Berger  (Mila)
    @Alex O. 10:57 - zu Ihrem letzten Satz: "Erschreckend nur dass beide Staaten ein starkes Militär haben! Sollte nicht so sein!" - Gemeinsamkeit? Das kann kaum der Grund sein. Die Militärstärke der Türkei mit den USA zusammen als gross zu bezeichnen, scheint mir etwas abstrus. Die Ausgaben 2018 fürs Militär in der Türkei sind fast bescheiden mit 19 Milliarden, in den USA 649, im UK 50, D 60, FR und RU je etwas über 60.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Also wenn ich Erdogan hiesse, würde ich spätestens jetzt sehr vorsichtig sein gegenüber den USA. Soviel Freundschaft...Da wäre ich skeptisch was davon zu halten ist. Könnte durchaus sein, dass bereits bei seinem Rückflug ein Tweet aus dem oval office bereits das Gegenteil verkündet und die USA die grössten, wirkungsvollsten, konsequentesten, nie dagewesene Sanktionen die der Kosmos je gesehen hat zur verdampfung aller Osmanienträumer ergreifenwill. Derweil sich Trump mit den Iranern trifft...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen