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Venezuelas Interimspräsident Guaidó erhält die Tonne Gold noch nicht
Aus HeuteMorgen vom 06.10.2020.
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Blockiertes Gold Venezuela: Goldstreit geht in die nächste Runde

Maduro oder Guaidó? Ein britisches Gericht gibt das Gold nur dem wahren Präsidenten heraus. London soll Farbe bekennen.

Im Streit um Goldreserven im Wert von umgerechnet rund anderthalb Milliarden Franken hat ein britisches Berufungsgericht die Entscheidung zugunsten des venezolanischen Oppositionsführers und selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó aufgehoben.

Der Goldschatz bleibt damit vorerst bei der Bank of England blockiert. Wem er letztlich zugeschlagen wird, der Maduro- oder der interimistischen Guaidó-Regierung, ist von weiteren Abklärungen abhängig, wie sie das Gericht angeordnet hat.

Gericht: Doppelspurigkeiten beseitigen

In der Praxis zwingt die Justiz die britische Regierung, Farbe zu bekennen, soweit es um Juan Guiadó und Nicolás Maduro geht – und diplomatische Konsequenzen zu ziehen. Dabei geht es um die Frage, ob es vereinbar ist, dass Grossbritannien zwar Guaidó als rechtmässigen Übergangspräsidenten bezeichnet, die diplomatischen Beziehungen zum Maduro-Regime aber nie abgebrochen hat.

Das Berufungsgericht spricht von Doppelspurigkeiten. Erst wenn sie beseitigt seien, könne entschieden werden, wem das Gold gehöre. Über 50 westliche Länder anerkennen Guaidó als Interimspräsidenten, verkehren diplomatisch aber weiterhin mit dem Maduro-Regime. Die Doppelspurigkeit macht es möglich, auf die politische Entwicklung in Venezuela Einfluss zu nehmen.

Maduro oder Guaidó

Zum Beispiel die Europäische Union, die von Maduro fordert, die Parlamentswahlen vom Dezember auf später zu verschieben. Maduro ist derjenige, der fast alle Institutionen kontrolliert. Juan Guaidó ist als Übergangs- und Parlamentspräsident dagegen ein Politiker ohne wirkliche Macht.

Auf Wunsch Maduros hätte die Bank of England Anfang dieses Jahres die Tonne Gold herausrücken sollen. Doch sein Rivale Juan Guaidó legte sich quer und schaltete ein Handelsgericht in London ein. Im Juli bekam er Recht, vor dem Berufungsgericht zog er jetzt den Kürzeren.

HeuteMorgen, 06.10.2020, 06:15 Uhr

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Ulrich Schlegel  (genau)
    In letzter Zeit gibt es viele Leute, die behaupten, irgendwo Präsident zu sein, ohne dass sie je gewählt worden sind. Guaidó ist einer von ihnen. Ich glaube, ich werde jetzt dann bald auch Präsident eines Landes. Ich bitte die Leser höflich, mir mitzuteilen, wo noch vakante Präsidentenposten offen sind. Die besten Kandidaten sind natürlich Staaten, die bis dato eine linke Regierung haben, die den USA oder sonst einem grösseren Staat missfallen.
  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    Maduro wurde von hauptsächlich den Indigenen, also den Armen, zum Präsidenten gewählt. Für sie hat sich das Leben unter seiner Regierung verbessert. Guaidó ist der Vertreter der Reichen und der "westlichen Wertegemeinschaft.". Seine Funktion: Parlamentarier.
  • Kommentar von Lorenzo Ciliberto  (Lavrentius)
    Es ist schon unglaublich, wie ein gewählter Präsident fertig gemacht wird, nur weil er sozialistische Ideen hat. Da schickt man schnell einen Söldnertrupp um einen Aufruhr anzuzetteln, stellt den Strom ab, verbreitet Lügen usw. usw. Dass das Gold nicht dem Putschisten ausgehändigt wird, ist immerhin schon etwas.