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International Blutiger Angriff auf Polizeischule in Pakistan

Wieder wird Pakistan von Gewalt erschüttert: Terroristen haben ein Trainingszentrum der Polizei in der Grossstadt Quetta angegriffen. Es ist von über 60 Toten und mindestens 100 Verletzten die Rede. Der IS bekannte sich zwar zur Tat, es ist aber nicht ganz klar, ob es wirklich der IS war.

Legende: Video Anschlag auf pakistanische Polizeischule abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.10.2016.

Drei Terroristen haben am Montagabend eine Polizeischule in Pakistans Unruheprovinz Belutschistan attackiert. Sie schossen wahllos um sich. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich rund 700 Kadetten in der Akademie auf.

Medien berichteten von heftigen Schusswechseln und schweren Explosionen auf dem Gelände. Dabei ist einer der Terroristen erschossen worden, zwei hätten sich selber in die Luft gesprengt, hiess es von der Armee. Mehr als 60 Personen wurden getötet. Über 120 weitere Polizeianwärter wurden offenbar verletzt.

Urheber unklar

Ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zur Terrorattacke bekannt. Allerdings bleibt unklar, wer für die Tat die Verantwortung trägt. Die pakistanische Regierung betont immer wieder, dass der IS keine organisierte Präsenz im Land habe. Medien melden aber regelmässig Razzien und die Festnahme von Schläfern oder Kämpfern der Miliz. Der IS selbst sagt, er wolle unter anderem auf pakistanischem und afghanischem Staatsgebiet eine neue IS-Provinz einrichten, die Khorasan-Provinz.

Die Behörden vermuten die ebenfalls radikalislamische Gruppe Lashkar-e-Jhangvi (LEJ) hinter dem Anschlag. Darauf deuteten Telefongespräche zwischen den Angreifern und ihren Hintermännern in Afghanistan hin, erklärte Armeegeneral Sher Afgun. Die Gruppe LEJ hat in der Provinz Baluchistan, in der Quetta liegt, schon öfters Anschläge begangen – allerdings vor allem gegen die schiitische Minderheit der Hasara.

Nicht der erste Angriff

Der Polizeikomplex in Quetta war schon 2006 und 2008 angegriffen worden. Damals wurden Raketen auf das Gelände abgefeuert.

Belutschistan im Südwesten des Landes ist zugleich die grösste, ärmste und unruhigste Provinz Pakistans. Dort sind mehr extremistische Gruppen präsent und aktiv als in den anderen Landesteilen. Separatisten kämpfen zum Beispiel für die Abspaltung von Pakistan oder für mehr politische und finanzielle Autonomie der Provinz. Auch einige pakistanische Taliban-Gruppen sowie die afghanischen Taliban haben hier ihre Basis.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Man muss in Afrika gemeinsam die Probleme zu lösen. Das kann nur von innen geschehen. Das Feindbild des ausbeutenden Westens sollte in produktives und eigenverantwortliches Handeln umgewandelt werden und die Kultur der ewigen Hilfebedürftigkeit ablösen. Die Religion des Islam hat ein Reformproblem und man kann nicht mehr sagen, der Islam hätte mit all den Gräueltaten nichts zu tun. Wenn ein Staat sich zur Abkehr von Staatsreligion bekennt sollte er die Weltgemeinschaft um Hilfe bitten können.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    "Hinter der Tat scheint die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu stecken" Wenn sunnitische Extremisten hinter Anschlägen irgendwo in der Welt stecken, ist das nichts Neues. Denn die stecken sowohl hinter dem Daesh (IS), al Shabaab, Boko Haram, den Taliban, al-Kaida, al-Nusra und vielen anderen Banden von "Gotteskriegern" zwischen den Philippinen und Nigeria und auch hinter den Anschlängen in Paris, Brüssel, Madrid, London und anderen europäischen Städten und in den USA.
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Gäbe es mal so richtig Krieg in dieser Welt, so würden die meisten Verschwörer in die USA flüchten. Der einzige sichere Ort nicht verhaftet zu werden.
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