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Legende: Video Rackete verklagt Salvini abspielen. Laufzeit 00:30 Minuten.
Aus Newsflash vom 11.07.2019.
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«Botschaft des Hasses» Kapitänin Rackete klagt gegen Salvini

  • Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete will, dass Italiens Innenminister Matteo Salvini nicht mehr Facebook und Twitter nutzt.
  • Die 31-Jährige beschuldigt Salvini in einer Verleumdungsklage, Menschen in sozialen Medien zum Hass anzustacheln, wie es in der Klageschrift heisst.
  • «In den Worten von Matteo Salvini gibt es abgrundtiefe Gefühle von Hass, Verunglimpfung, Delegitimierung bis hin zu leibhaftiger Entmenschlichung», heisst es darin.

Der Chef der rechten Lega machte sich am Donnerstag prompt darüber lustig. «Die deutsche Kommunistin, die, die das Boot der Finanzpolizei gerammt hat, hat die Staatsanwaltschaft aufgefordert, meine Seiten auf Facebook und Twitter zu sperren. Es gibt keine Grenze der Lächerlichkeit. Kann ich also Instagram benutzen???»

Rackete steht seit Wochen in den Schlagzeilen, weil sie Ende Juni das Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch mit Migranten an Bord unerlaubt nach Italien gefahren hatte. Gegen die 31-Jährige aus Niedersachsen wird in Italien unter anderem wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung ermittelt.

Salvini kommentierte die Ereignisse um die «Sea-Watch 3» seit der Rettung von insgesamt 53 Migranten Mitte Juni vor Libyen in den Medien und auf seinen Accounts bei Twitter und Facebook. In Tweets und Live-Videos griff er Rackete mehrfach direkt an und bezeichnete sie unter anderem als «reiche und verwöhnte deutsche Kommunistin», «Gesetzlose» und «Kriminelle» und beschuldigte sie der versuchten Tötung. Die Verleumdungsklage dokumentiert die Äusserungen Salvinis ausführlich.

«Deutsche Hure» oder «verdorbene Nutte»

Salvini verbreite auf Twitter und Facebook eine «Botschaft des Hasses» und nutze dafür sein Amt, heisst es in der Klage weiter. Mit seinen Äusserungen habe Salvini wiederum «unzählige» weitere Äusserungen ausgelöst – zum Beispiel sei Rackete von dessen Followern als «deutsche Hure» oder «verdorbene Nutte» bezeichnet worden. Kommentiert worden sei auch: «Betoniert sie ein».

Salvinis Aussagen sind grundlose und beleidigende Aggressionen gegen meine Person.
Autor: Carola RacketeKapitänin

Salvinis Aussagen seien «weit davon entfernt, Äusserungen legitimer Kritik» zu sein, vielmehr habe es sich dabei um «grundlose und beleidigende Aggressionen gegen meine Person» gehandelt, heisst es in der Klage. Seit Wochen betreibe er zudem eine «Hetzkampagne» gegen Sea-Watch, die Salvini als «illegale und gesetzlose Organisation» bezeichnete, die «illegale Migranten» von Bord eines «illegalen Schiffs», eines «Piratenschiffs», eines «gesetzlosen Schiffs» gehen lasse und deren Mitglieder «Komplizen von Schleppern und Menschenhändlern» seien.

Racketes Verteidiger hatte schon bei der Ankündigung der Klage in einem Interview gesagt, dass es schwierig sei, dem Hass entgegenzutreten. Man wolle aber ein Zeichen setzen.

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131 Kommentare

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  • Kommentar von Josephk Ernstk  (Joseph ernst)
    Die Unsummen von Entwicklungsgelder die nach Afrika flossen und immer noch fliessen dienen lediglich der Bereicherung der Elite. Das Volk darbt weiter. Afrila muss sich selbst helfen. Es ist zu einfach Europa, die USA und Grosskonzerne verantwortlich zu machen !
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    1. Antwort von Peter Holzer  (Peter Holzer)
      Herr Ernst: ich darf ihnen aus eigener langjähriger Erfahrung versichern, dass sich in erster Linie schweizer Konzerne/Firmen mit dem Geld unserer Entwicklungshilfe bereichern.
      Die Hilfe findet selten in Form von Geld statt, sondern schweizer Firmen bauen dort Dinge die vor Ort gar keiner benötigt und werden mit dem Geld unserer Entwicklungshilfe fürstlich bezahlt.
      Das ist ein luckratives Geschäft und die Schuldigen müssen in unserer lobbyisierten Politik gesucht werden, nicht in Afrika!
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Es ist beruhigend, dass doch einige Salvinis Gangart und unflätigen Aeusserungen und Beleidigungen gegen Carola Rackete und andere fragwürdige politische Aussagen missbilligen. Italien muss aufpassen, dass nicht ein neuer Duce wie buchstäblich ein Phönix aus der Asche aufsteigt.
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    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      @uvk:Mit Ihren mehr als fragwürdigen Aussagen sollten Sie endlich aufhören!
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Sie darf natürlich klagen, es ist auch okay, wenn sie gegen Salvini gewinnt. Aber das sollte sie von den Anklagepunkten des italienischen Staates keineswegs entlasten. Wenn hier jemand mit dem "sie wird fürs Lebenretten angeklagt" kommt, der hat sehr eingeschränkte Fähigkeiten, unterschiedliche Sachen logisch zu begreifen.
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